Mega-Event

Sonnentanz-Festival: Mettauertal erwartet bis zu 30'000 Besucher

Anfang August geht in Mettauertal das 2. Sonnentanz-Festival über die Bühne. Gemeindepräsident Peter Weber sieht darin eine Chance, die Gemeinde bekannter zu machen und Neuzuzüger für geplante Bauten zu gewinnen.

Thomas Wehrli
Drucken
Teilen
Funken sprühen diesmal im Fricktal: Das 2.Sonnentanz-Festival findet im August oberhalb von Mettauertal statt.

Funken sprühen diesmal im Fricktal: Das 2.Sonnentanz-Festival findet im August oberhalb von Mettauertal statt.

zvg

Das Mettauertal bekommt einen Mega-Event: Vom 6. bis 9. August 2015 geht im Gebiet Bossenhaus zwischen Wil und Leibstadt die 2. Ausgabe des Sonnentanz-Festivals über die Bühne. Die erste Ausgabe fand im letzten Jahr in Jonschwil SG statt – mit «an die 15'000 Besuchern», wie Pressechef Daniel Steiner erklärt.

In diesem Jahr rechnen die Organisatoren mit «bis zu 10'000 Besuchern pro Tag». Da das Festival auf drei Tage erweitert wird, werden bis zu 30'000 Dance- und Electro-Musik-Fans ins Fricktal strömen.

Dass man für die 2. Ausgabe einen neuen Standort suchen musste, liegt daran, dass der Gemeinderat von Jonschwil keine Grossveranstaltungen mehr will. Ganz anders im Fricktal. «Wir wurden mit offenen Armen empfangen», erklärt Steiner. «Auch die Gemeinde sieht im Festival eine Chance, sich zu profilieren.»

Dies bestätigt Gemeindepräsident Peter Weber. «Das Festival ist eine gute Möglichkeit, unsere Bekanntheit zu erhöhen.» Seine Hoffnung: Dass einige, direkt oder indirekt, auf das Mettauertal als Wohngemeinde aufmerksam werden.

Derzeit seien rund 50 Wohneinheiten in Planung oder im Bau – und diese müssten auch verkauft oder vermietet werden. «Wenn wir unsere Aufgaben langfristig selber finanzieren wollen, brauchen wir rund 1 Million Franken mehr an Steuereinnahmen.»

«Chance für das Gewerbe»

Das Festival sieht Weber aber auch als «Chance für das Gewerbe», es bringe «Wertschöpfung, die es zu nutzen gilt». Steiner bekräftigt, dass die Organisatoren das lokale Gewerbe mit an Bord nehmen wollen. «Wir kommen nicht für drei Tage und verschwinden dann wieder. Wir wollen gemeinsam etwas aufbauen.» Nicht ein x-beliebiges Etwas, sondern «die erste Adresse in der Schweiz für elektronische Dance- Musik». Wichtig sei, das «Feuer bei allen Leuten entfachen zu können».

Und dies nicht nur einmal, sondern – läuft alles rund – auch in den kommenden Jahren. «Wir hoffen, dass das Mettauertal zum ultimativen Festivalstandort für diese Art von Musik wird», meint Weber. Das wünscht sich auch Steiner, der im Mettauertal viel Potenzial sieht, um den Event weiterzuentwickeln. Vorerst gelte es aber, die Ausgabe 2015 über die Bühne zu bringen. «Bilanz wird nach dem Festival gezogen.»

In Jonschwil gab es im letzten Jahr auch Probleme. Besucher klagten über zu wenige WC-Anlagen («daraus haben wir gelernt»), der Auftritt von Deichkind, dem Hauptact, wurde kurzfristig abgesagt und Anwohner beschwerten sich bei der Polizei über einen zu hohen Lärmpegel. Angst, dass das Festival für die Leute im Tal zur (Lärm-)Plage wird, hat Weber nicht. Es sei beim Bergturnfest, das im letzten Jahr an gleicher Stelle stattfand, am Abend auch hoch zu- und hergegangen – «und im Dorf hörte man kaum etwas». Steiner sagt aber auch: «Ein Festival ohne Betrieb und Lärm gibt es nicht.» Er baut «auf das Verständnis der Leute».

50 bis 60 Acts

Viel Betrieb wird es auf den Strassen geben. Den Verkehr zu managen – ein grosser Teil der Besucher wird über Leibstadt anreisen –, «ist eine der grossen Herausforderung» (Weber). Man werde sie meistern. Viel Betrieb wird es aber auf dem rund 10 Hektaren grossen Festivalareal geben. 50 bis 60 Acts sind auf den Bühnen angesagt, vor allem DJs, wie Steiner erklärt, aber auch einige Liveacts. Welche, will er noch nicht sagen. Das Line-up wird peu à peu ab April veröffentlicht (www.sonnentanz-festival.com). Fehlen werden natürlich auch Partyzelte und Campingplatz nicht.

Ein Highlight wird «am vermutlich einzigen Schweizer Open-Air-Festival 2015 in diesem Genre» laut Steiner das Bühnenbild sein. Es wird wiederum von der Firma Phixion Creation gebaut, die unter anderem das Tomorrowland in Belgien gestaltet. Ein «Hingucker», verspricht Steiner, der die Besucher «mit in eine Märchenwelt nehmen wird». Mit nach Südamerika und Afrika. Mit auch in eine feurige Welt – dafür werden ausgeklügelte Pyro-Effekte besorgt sein.

«Feuer und Flamme» sollen Besucher wie Einwohner vom Festival sein. Passend zu den Sonnenflammen im Gemeindewappen. Der Sonnentanz in der Sonnengemeinde. Steiner lacht: «Wir haben uns gefunden.»