Rheinfelden
Bar-Betreiberin startet Crowdfunding: «Es geht um unser Überleben»

Seit zwei Jahren führt Manuela Kläui gemeinsam mit ihrem Partner Rafael Makrini die Bar Manhattan in der Rheinfelder Altstadt. Die mit der Coronapandemie verbundenen Einschränkungen haben sie nun in finanzielle Nöte gebracht.

Nadine Böni
Drucken
Teilen
Wegen der Coronamassnahmen ist die Bar Manhattan seit Monaten zu.

Wegen der Coronamassnahmen ist die Bar Manhattan seit Monaten zu.

DezemberNadine Böni / Aargauer Zeitung

Der Schritt ist ihr schwergefallen. «Ich bin kein Mensch, der bettelt», sagt Manuela Kläui. «Wir haben gekämpft und andere Lösungen gesucht. Aber wir schaffen es nicht alleine.» Seit genau zwei Jahren führen sie und ihr Partner Rafael Makrini die Bar Manhattan in der Rheinfelder Altstadt. Die Coronapandemie und die damit verbundenen Massnahmen haben sie nun in finanzielle Nöte gebracht.

Es geht um die Existenz. Deshalb bittet Kläui nun doch um Hilfe: Auf der Plattform lokalhelden.ch hat sie ein Crowdfunding gestartet.

Ziel ist es, 25'000 Franken zusammen zu bekommen. «Das Geld brauchen wir dringend, um die aufgelaufenen, offenen Rechnungen zu bezahlen», sagt Kläui. Die Coronahilfen von Bund und Kanton seien aufgebraucht. Die Bar-Betreiberin sagt klar:

«Es geht um das Überleben der Bar Manhattan.»

Dabei sei die Bar vor der Pandemie gut gelaufen. Das Lokal hat in Rheinfelden eine lange Tradition, existiert in unterschiedlicher Form seit rund 40 Jahren. Manuela Kläui hatte bereits einige Zeit in der Bar gearbeitet, als ihr damaliger Chef sie im Frühjahr 2018 fragte, ob sie das «Manhattan» übernehmen wolle.

Konzerte und Jam-Sessions ziehen Publikum an

«Wir sind damals gut gestartet», blickt Kläui zurück. Fast stetig sei die Zahl der Besucherinnen und Besucher sowie der Umsatz gestiegen. Zum Erfolg beigetragen haben die vielen Konzerte und Jam-Sessions, die unter Kläuis Führung regelmässig im «Manhattan» stattfanden. Ab und zu wurden auch Dartturniere durchgeführt oder Sportevents auf Grossleinwand gezeigt. «Wir waren zufrieden mit der Entwicklung», sagt Kläui.

Auch finanziell. «Es reichte zum Leben, wenn auch nicht für grosse Sprünge», sagt Kläui. Und eben auch nicht, um innerhalb zweier Jahre bereits ein finanzielles Polster auf die Seite zu legen, das über eine Krise wie die Coronapandemie hinweggeholfen hätte.

Dabei trafen nicht nur die Gastrolockdowns die Bar-Betreiber. Auch im Sommer, als das «Manhattan» wie andere Gastrobetriebe offen haben durfte, verhinderten die Vorschriften einen Normalbetrieb und sorgten damit für bedeutende Umsatzeinbussen.

Das «Manhattan» soll wieder öffnen

Manuela Kläui und Rafael Makrini möchten das «Manhattan» nun aber nicht aufgeben. «Die Bar ist wie mein fünftes Kind», sagt Kläui mit einem Lachen. Im Betrieb stecken viel Herzblut und Leidenschaft. «Wir möchten auch nach der Pandemie weiterhin Konzerte, Jam-Sessions, Dart- und Jassturniere sowie andere Events durchführen. Dafür schlagen unsere Herzen.»

Das Crowdfunding läuft noch bis Mitte April. In den ersten Tagen kamen bereits über 3500 Franken zusammen. Manuela Kläui hat sich die Liste der Unterstützer angeschaut. «Da sind auch Menschen darunter, von denen ich weiss, dass sie selber kaum etwas haben. Das berührt mich sehr», sagt sie. Für alle Spenderinnen und Spender gelte:

«Ihre Hilfe erfüllt mich mit einer riesengrossen Dankbarkeit. Es ist schön, diesen Rückhalt zu spüren.»

Auch der Eigentümer des Gebäudes an der Brodlaube zeigt sich solidarisch und verzichtet seit Monaten auf einen Teil der Miete für das «Manhattan». Es sind diese Zeichen, die Manuela Kläui derzeit Kraft geben. Das und der Gedanke daran, dereinst wieder im «Manhattan» mit den Gästen abrocken zu dürfen. «Es wird vermutlich noch eine Weile dauern, bis wir wieder in den Normalbetrieb zurückkehren dürfen», sagt sie. Aber: Einige Konzerte und andere Events sind bereits angedacht.

Aktuelle Nachrichten