Fricktal

Restaurant, leer, sucht... – mehrere Beizen in der Region sind ohne Pächter

Mehrere Restaurants stehen in der Region derzeit leer. Die Suche nach Pächtern ist nicht einfach.

Marc Fischer
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Wirt gesucht: Das Restaurant Post in Münchwilen steht derzeit leer. nbo/archiv

Wirt gesucht: Das Restaurant Post in Münchwilen steht derzeit leer. nbo/archiv

Nadine Böni

Bernhard Zumsteg ist auf der Suche nach einem Pächter. Derzeit steht das Restaurant Post in Münchwilen leer und Eigentümer Zumsteg möchte, dass Münchwilen wieder ein Dorfrestaurant erhält. Er weiss, was es heisst, die «Post» zu führen.

Von 1977 bis 1983 hat er dort gewirtet. Seither hat er das Lokal verpachtet. «Ein guter Wirt», soll nach Münchwilen kommen, so Zumsteg. Einer, der ein «Restaurant für alle» führt, am besten mit gutbürgerlicher Küche. Bernhard Zumsteg hat klare Vorstellungen, doch die Suche ist nicht einfach. «Viele der Interessenten kommen für mich nicht infrage», sagt er.

Auf das jüngste Inserat haben sich nun wieder zwei mögliche Wirte gemeldet. Erste Kontakte hat es gegeben. Ob es klappt, ist noch offen.

Verkaufsinserate fürs «Schwert»

Pius Beck kennt diese Situation. Er ist Vorstandsmitglied der Schwert-Bühlmatt-Genossenschaft in Schupfart. Seit Ende März ist das «Schwert» geschlossen. Über 20 Wirte hätten seither Interesse bekundet, sagte Beck im März gegenüber der az. «Keiner konnte uns jedoch überzeugen.» Mal habe es an den finanziellen Ressourcen gehapert, mal an der gastronomischen Kompetenz oder am Konzept. «Seither hat sich ein weiterer Interessent gemeldet», so Beck gestern, allerdings sei man noch nicht zu einem Vertragsabschluss gekommen. Die Generalversammlung der Genossenschaft hat im März überdies beschlossen, dass das «Schwert» nun auch zum Verkauf ausgeschrieben werden soll. «Die entsprechenden Inserate werden bald geschaltet», so Beck. Auch bei einem Verkauf sei das Ziel aber klar: «Das ‹Schwert› soll ein Restaurant bleiben.»

Diese Entscheidung noch nicht gefällt hat Rolf Blaser. Er besitzt die Liegenschaft «Glocke» in Mumpf, ob dort dereinst noch einmal Gäste speisen werden oder ob das Gebäude umgenutzt wird, ist Blasers Angaben zufolge derzeit «noch völlig offen». Er besitze noch andere Gastro-Liegenschaften, so Blaser weiter. «Aber es ist derzeit extrem schwierig, in der Gastronomie-Branche Geld zu verdienen.» In einem Dorf wie Mumpf sei wohl nur ein funktionierendes Restaurant möglich, schätzt Blaser die Lage ein. Und so ist das Restaurant aktuell «eine Art Lager», während die Zimmer vermietet oder zur Vermietung ausgeschrieben sind.

«Ochsen»: Kein Restaurant mehr

Auch in der «Ochsen»-Liegenschaft in Rheinfelden sind im zweiten Stock bewirtschaftete Ein-Zimmer-Studios vermietet. Demnächst kommen laut Besitzer Christoph Roduner noch Zwei-Zimmer-Studios hinzu. Der Restaurant-Betrieb wird dagegen im «Ochsen» nicht mehr aufgenommen. «Es wären hohe Investitionen nötig gewesen», erklärt Roduner.

Nun ist angedacht, dass in der Gaststube eine Kindertagesstätte entsteht. In einem Raum – alteingesessenen Rheinfeldern bekannt als «Ochsen-Bar» – könnte zudem ein Bistro entstehen. «So könnte wenigstens der schöne Sitzplatz in Betrieb bleiben», so Roduner.