Neuorganisation: Jetzt bekommt die Verwaltung eine Geschäftsleitung

Mit strukturellen Veränderungen und Personalzuwachs soll die Gemeindeführung leistungsfähiger werden.

Dennis Kalt (Text und Foto)
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Gemeindeammann Hansueli Bühler referiert über die Neuorganisation der Verwaltung.

Gemeindeammann Hansueli Bühler referiert über die Neuorganisation der Verwaltung.

Dennis Kalt

Rund 330 Lebensjahre haben die Steiner Gemeinderäte zusammen auf dem Buckel. Doch bevor die einzelnen Mitglieder des Gemeinderates gestaffelt ihre Ämter nieder legen, sollen die Weichen für eine Modernisierung und Neuorganisation des politisch-administrativen Systems gestellt werden. Über das Wie und Warum dieses Vorhabens referierte Gemeindeammann Hansueli Bühler vor rund 60 Zuhörern im Steiner Saalbau.

Miliztaugliche Exekutive

«Der Gemeinderat ist überaltert und zu stark operativ tätig», konstatiert Bühler, der im Hinblick auf den zukünftigen Generationenwechsel im Gemeinderat die Steiner Exekutive miliztauglich machen will. Neben einer Verlagerung auf ausschliesslich strategische Tätigkeiten, «muss es zukünftig für einen Gemeinderat möglich sein, seine Aufgaben auch dann wahrzunehmen, wenn dieser zu 100 Prozent berufstätig ist», sagt der Gemeindeammann.

250 Tausend Franken...

... betragen 2017 die zusätzlichen Personalkosten für einen Stellenzuwachs um 230 Prozent. Damit steigen die Personalkosten auf rund
1,45 Millionen Franken an.

Ebenso bestehe innerhalb der Verwaltung hinsichtlich personeller Ressourcen starker Handlungsbedarf: «Gemeindekanzlei, Bauverwaltung und Sozialdienst sind überlastet. Die Schalterbesetzung in der Kanzlei ist unterdotiert und die fachlichen Stellvertretungen sind ungenügend», zählt Bühler auf und schiebt nach, dass eine leistungsfähigere und effizientere Verwaltung mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten angestrebt werde.

Die wichtigste strukturelle Erneuerung, um den Gemeinderat zu entlasten, ist die Einsetzung einer Geschäftsleitung, die zwischen der strategischen Ebene des Gemeinderates und der operativen Ebene der Verwaltung steht. Die Geschäftsleitung setzt sich aus den Bereichsleitern Kanzlei, Finanzen sowie Bau und Planung zusammen und wird vom Gemeindeschreiber geleitet. «Die Geschäftsleitung übernimmt die Umsetzung der operativen Aufgaben und agiert auf Grundlage des Kompetenzreglements», sagt Bühler. Dabei basiere das Kompetenzreglement auf dem Grundsatz, möglichst viele Kompetenzen an die Verwaltung zu delegieren.

«Weiter haben wir das Führungsmodell ‹Tandem › ausgebaut mit dem Ziel, dass die Gemeinderessorts zukünftig der Verwaltungsstruktur entsprechen», erklärt Bühler. Damit soll zukünftig jeder Ressortleiter über einen direkten Ansprechpartner in der Verwaltung verfügen. Zudem soll die digitale Geschäftsverwaltung ausgebaut werden: «Durch die elektronische Aktenführung sollen eine leichtere Wiederauffindbarkeit und eine langfristige Lesbarkeit erreicht werden. Ausserdem sinkt dadurch der Papierverbrauch erheblich», erklärt der Gemeindeammann. Die Anschaffung der Software und Hardware, soll maximal 95 000 Franken betragen.

2,3 Stellen werden geschaffen

Um Kanzlei, Bauverwaltung und Sozialdienst zu entlasten, wird in diesen drei Verwaltungsbereichen zusammen ein Stellenzuwachs von 230 Prozent angestrebt. Dabei soll in der Kanzlei ein stellvertretender Gemeindeschreiber mit einem 100 Prozent-Pensum eingestellt werden: «Diese neue Stelle dient dazu, die Gemeinderäte in Sachen Schreibarbeit und den Gemeindeschreiber zu entlasten», erklärt Bühler. Die Budgeterhöhung für die zusätzlichen Stellen beträgt für 2016 108 500 Franken (2017: 250 000 Franken) und wird an der Gemeindeversammlung im Juni zum Beschluss vorgelegt. Die Neuorganisation der Gemeindeführung soll spätestens bis zum Jahresende abgeschlossen sein.