Laufenburg

Nepomuk bekommt seinen Kranz wieder – wie kann man ihn in Zukunft vor Vandalismus schützen?

Die Statue in Laufenburg wird repariert, nachdem sie schon mehrere Male beschädigt worden ist. Das soll nicht mehr passieren.

Mira Güntert
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Vandalen haben Nepomuk bereits mehrmals den Sternenkranz vom Haupt gerissen. (Archiv)

Vandalen haben Nepomuk bereits mehrmals den Sternenkranz vom Haupt gerissen. (Archiv)

Marita Höckendorff / Südkurier

Die Nepomuk-Statue auf der Laufenbrücke in Laufenburg findet keine Ruhe. Unbekannte haben an der vergangenen Fasnacht der Figur den goldenen, mit Sternen besetzten Heiligenschein abgerissen und ihr diesen um den Hals gelegt . Noch kein Jahr ist es her, seit Nepomuk an der Städtlefasnacht 2017 ebenfalls der Sternenkranz abgerissen worden war und repariert werden musste.

«Aktuell liegt der Kranz noch bei uns im Rathaus. Wir haben ihn hierhin in Sicherheit gebracht», sagt Roland Obrist, Leiter der Laufenburger Finanzverwaltung. Die Stadt werde dem Kaister Bildhauer Daniel Waldner einen Reparaturauftrag erteilen.

«Die Brücke wird ja eigentlich videoüberwacht von den Kameras vom Zoll. Doch diese Aufnahmen dürfen wir aus Datenschutzgründen nicht anschauen», sagt Obrist.

Bei der Gemeindeverwaltung diskutiere man daher, ob man selber eine Überwachungskamera anbringen wolle. Eine Vermutung, wer Nepomuk seiner Heiligkeit beraubt habe, hat man in Laufenburg nicht.

Schon zum dritten Mal kaputt

Für den Bildhauer Daniel Waldner, der sich in den letzten Jahren um die Reparaturen und Restaurierungen an der Statue gekümmert hat, sind die Sachbeschädigungen eine leidige Geschichte. «Schon zum dritten Mal in Folge wurde die Statue an der Fasnacht kaputtgemacht», sagt er. «Es ist verrückt. Man kann heute nichts mehr aufstellen.»

Den Sternenkranz mit einem tieferen Dorn am Kopf von Nepomuk zu befestigen, sodass ein Abreissen des Kranzes erschwert würde, findet Waldner keine gute Idee. «Beim Reissen am Kranz gibt es einen Druck auf den Kopf der Statue. Wenn der Kranz tiefer verankert wäre, könnten dabei Sprünge an der Statue entstehen», sagt er. Ein stabileres Material dürfe wegen der Denkmalpflege nicht verwendet werden.

So gibt es für Daniel Waldner eigentlich nur eine Möglichkeit, die Statue auf der Laufenbrücke, die die beiden Altstädte verbindet, längerfristig zu schützen. «Ich würde die Statue während grösserer Anlässe einpacken. Dies könnte mit einem Gerüst oder Ähnlichem gemacht werden.»

Übrigens: Johannes Nepomuk, der als Statue auf Tausenden von Brücken steht, war Priester im 14. Jahrhundert. Weil er das Beichtgeheimnis gegenüber dem König nicht brechen wollte, wurde er in der tschechischen Moldau ertränkt. Er gilt als Patron der Flösser, Schiffer und des Beichtgeheimnisses.