Ist die neue Roberstenstrasse gefährlich?

Rund um die neue Roberstenstrasse äussern Kritiker Sicherheitsbedenken. Dagegen wehrt sich der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin.

Marc Fischer
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An der Roberstenstrasse wurden sogenannte Kaphaltestellen errichtet. Der Bus hält dabei auf der Fahrbahn und unterbricht den Verkehrsfluss.

An der Roberstenstrasse wurden sogenannte Kaphaltestellen errichtet. Der Bus hält dabei auf der Fahrbahn und unterbricht den Verkehrsfluss.

Marc Fischer

Die Roberstenstrasse in Rheinfelden sorgt für Wirbel. 2015 wurden die Werkleitungen erneuert, anschliessend wurde die Strasse saniert und umgestaltet. Der Deckbelag wurde im Juli eingebaut. «Die Roberstenstrasse befand sich in einem ausgesprochen schlechten Zustand und musste umfassend erneuert werden», erklärt der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin. Gleichzeitig habe man Tempo 30 eingeführt und die Strasse entsprechend umgestaltet, «unter anderem durch eine Verschmälerung des Strassenraumes».

Genau dies sei das grosse Ärgernis, sagen nun Kritiker. Fritz Vordermann schrieb in einem Leserbrief von der «Verkrüppelung der Roberstenstrasse». Und Stephan Schenker doppelte nach. Er spricht von einer «verunglückten Sanierung» (AZ vom Dienstag).

Schenker und Vordermann, die beide im Quartier wohnen, sparen nicht mit Kritik. «Früher hat der Verkehr wunderbar funktioniert», so Vordermann. Doch die Verengung führe einerseits zu Stau, «vor allem wenn der Bus an der Haltestelle hält», und andererseits zu gefährlichen Situationen. «Das Kreuzen ist nun schwierig», ergänzt Schenker. «Es kommt sogar vor, dass der Stadtbus anhalten muss, wenn ein Velofahrer entgegenkommt.»

 Stadtschreiber Roger Erdin sagt: Die Haltestellen ermöglichen «eine zügige und vor allem auch sichere An- und Abfahrt der Busse».

Stadtschreiber Roger Erdin sagt: Die Haltestellen ermöglichen «eine zügige und vor allem auch sichere An- und Abfahrt der Busse».

Claus Pfisterer

«Ergebnis nicht ideal»

Ebenfalls im Quartier wohnt Sandra Frei (CVP), die im Juni für den Stadtrat kandidiert hatte, die Wahl jedoch verpasste. Sie hatte das Problem bereits im Wahlkampf benannt. Jetzt sagt sie: «Das Ergebnis der Sanierung ist aus meiner persönlichen Sicht nicht ideal. Für Velofahrer ist es eine ganz enge Sache.» Ihre Tochter etwa fahre nicht auf der Roberstenstrasse zur Schule. Allerdings fügt sie auch an, dass gefährliche Situationen nicht nur auf die Umgestaltung der Strasse zurückzuführen seien. «Viele Autofahrer fahren zu ungeduldig oder halten sich nicht an die Verkehrsregeln.»

Stadtschreiber Roger Erdin kontert die Kritik. Die Haltestellen seien bewusst gewählt worden und Bestandteil der Projektauflage gewesen, sagt er. Beim Halt unterbreche der Bus den Verkehrsfluss auf der Fahrbahn. «Die Fussgänger geniessen dadurch beim Ein- und Aussteigen die grösstmögliche Sicherheit.» Ausserdem ermöglichten die Haltestellen «eine zügige und vor allem auch sichere An- und Abfahrt der Busse», so Erdin. «Die Zahl der Unfälle hat sich im Roberstenquartier seit Einführung von Tempo 30 halbiert.» Auch das StauArgument verfängt aus Erdins Sicht nicht: «Die drei Busse in der Stunde, die über die Roberstenstrasse zur Alten Saline fahren, verringern die Kapazität der Strasse nicht.»

Ingenieur hat nachgeprüft

Stephan Schenker ist jedoch nicht nur die schmalere Fahrbahn ein Dorn im Auge. Er befürchtet auch, dass das Profil der Strasse nicht stimmt. «Bei Regen bilden sich bei der Einmündung Fischerweg und beim Parkhotel grosse Wasserlachen», so Schenker. Laut Erdin hat das verantwortliche Ingenieurbüro die Situation überprüft. Das Resultat: Das Wasser zieht sich auf dem noch frischen Asphalt an wenigen Stellen wegen des geringen Gefälles zusammen. Allerding werde dieses Phänomen mit zunehmendem Gebrauch schon bald nicht mehr auftreten.

Ein weiterer Kritikpunkt Schenkers betrifft das fehlende Trottoir zwischen Fischerweg und Parkhotel. Die Alternative, der gekieste Fussweg im Stadtpark Ost, sei für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle nicht geeignet. Auch hier hält Erdin dagegen: «Die Befahrbarkeit mit Rollstühlen und Rollatoren ist auch dort gewährleistet.» Zudem habe der Antrag, diesen Kiesweg mit einem Belag zu versehen, keine Mehrheit gefunden.