Fricktal
Wer bekommt die Mittelschule? Die GLP spricht sich klar für Rheinfelden aus

Seit März läuft die Anhörung zur angedachten Mittelschule Fricktal. Als zweite Partei äussert nun die GLP Fricktal einen Standortwunsch: das Engerfeld in Rheinfelden. An ihren Wunsch knüpft die Partei aber mehrere Bedingungen – auch den Erhalt des Berufsbildungszentrums Fricktal.

Thomas Wehrli
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Die Mittelschule ist links der bestehenden Schulanlage Engerfeld angedacht.

Die Mittelschule ist links der bestehenden Schulanlage Engerfeld angedacht.

Gerry Thönen /
Aargauer Zeitung

Haben oder Nichthaben, das ist für drei Fricktaler Gemeinden derzeit die Frage. Frick, Stein und Rheinfelden haben sich als Standort für die Mittelschule Fricktal beworben. Eine dieser Gemeinden wird die Schule bekommen. Nur: Wer wird die Glückliche sein?

Den Spiegel an der Wand kann man dazu zwar schlecht befragen, aber zumindest die Parteien, Gemeinden, Verbände und Institutionen. Seit März läuft die Anhörung zum künftigen Mittelschulstandort und erste regionale Player machen ihre Position publik.

Die erste Partei, die schon im März an die Öffentlichkeit ging, war die SP des Bezirks Laufenburg. Sie spricht sich «unter Vorbehalt» für den Standort Frick aus – also für den einzigen Standort, der wie die Partei im oberen Fricktal zu Hause ist.

Mitglieder der GLP sind klar für Rheinfelden

Zu einem anderen Schluss kommen die GLP Fricktal und die GLP Rheinfelden. Sie haben ihre Mitglieder und Sympathisanten befragt und sprechen sich aufgrund der Rückmeldungen «klar für den Standort Rheinfelden» aus.

Der Standort Rheinfelden schnitt auch in der kantonalen Bewertung am besten ab – knapp vor Stein und doch recht deutlich vor Frick. Die GLP schreibt in ihrer Mitteilung:

«Der Vorsprung des Standorts in Rheinfelden hätte noch klarer ausfallen können, wenn bei der Bewertung der Kosten die Schwellen etwas anders gezogen worden wären.»

Allerdings knüpft die GLP mehrere Bedingungen an die Realisierung der Mittelschule in Rheinfelden. Eine ist, dass vor der Fertigstellung der Mittelschule das Veloverkehrskonzept für Rheinfelden und die nahtlose und sichere Anbindung an die Nachbargemeinden überarbeitet wird.
Dies ist für die GLP deshalb zwingend, weil viele Schüler aus Rheinfelden und den umliegenden Gemeinden stammen und so mit dem Velo zur Schule gelangen können.

Nach den Berechnungen des Kantons können von den 850 Schülerinnen und Schülern an die 350, also gut 40 Prozent, zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule gehen respektive fahren.

Verpflegungsmöglichkeiten müssen ausgebaut werden

Weiter fordert die GLP, dass das Engerfeld besser an den öffentlichen Verkehr angeschlossen wird. Insbesondere müsse eine zusätzliche Bushaltestelle geprüft werden.

Zudem erwartet die Partei, dass angesichts der 850 Schüler, die erwartet werden, neben der bestehenden Mensa auf dem Gelände weitere Verpflegungsmöglichkeiten sowie attraktive Aufenthaltsräume geschaffen werden:

«Dadurch wird eine Verlagerung der Pausen in die Wohnquartiere und damit verbundene Problematiken wie Littering verhindert.»

Man könne so eine Aufenthaltssituation schaffen, in der sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen.

Ferner müsse, so die GLP weiter, eine nachhaltige Verbindung zwischen Schulgebäude und den geplanten Turnhallen – beide Bereiche werden durch eine stark befahrene Strasse, die als Autozubringer dient, getrennt – geschaffen werden. Die Partei hält dabei eine Über- oder Unterführung für sinnvoll.

Berufsbildungszentrum muss gesichert werden

Ein grosses Anliegen ist der GLP auch der Erhalt und die Sicherung des Berufsbildungszentrums Fricktal (BZF), das ebenfalls im Engerfeld untergebracht ist. Hier besuchen KV-Lernende die Schule. Gleichzeitig ist das BZF für mindestens zehn Jahre Aussenstandort für die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales (BFGS) in Brugg. Es gelte, den Aussenstandort in Rheinfelden in dieser Zeit zu stärken und den neuen Zweig für Pflegeberufe zu etablieren.

Der Erhalt des BZFs von Rektor Tom Krause ist der GLP ein wichtiges Anliegen.

Der Erhalt des BZFs von Rektor Tom Krause ist der GLP ein wichtiges Anliegen.

Nadine Böni
(2. September 2020)

Denn: «Das Gesundheitszentrum Fricktal, welches mit Pionierfunktion nach dem Lernstandortprinzip arbeitet, und die weiteren Gesundheitsbetriebe in Rheinfelden und im Fricktal brauchen Lernende, welche im Fricktal den Berufsschulteil absolvieren können», ist die GLP überzeugt.

Die Partei erwartet deshalb «ein klares Bekenntnis der Exekutive» zum Aussenstandort der BFGS und zum BZF, wenn die Mittelschule in Rheinfelden realisiert wird. Und:

«Ein eventuell nötiger Weiterausbau der Mittelschule darf nicht auf Kosten des BZF oder der BFGS erfolgen.»

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