Fricktal
«Kidiplace» macht es möglich: Krippenplätze können per Mausklick gebucht werden

Mit ihrem Start-Up schliessen Alice und Rafael Liechti eine Marktlücke. Wer kurzfristig einen Platz für sein Kind in einer Krippe oder einem Hort benötigt, wird auf der Plattform «kidiplace.ch» fündig. Der Clou: Das Buchungssystem funktioniert so einfach wie die gängigen Hotelplattformen – und steht zugleich für eine qualitativ gute Betreuung.

Thomas Wehrli
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Rafael und Alice Liechti betreiben die Plattform «kidiplace.ch».

Rafael und Alice Liechti betreiben die Plattform «kidiplace.ch».

Zvg / Aargauer Zeitung

Gesucht, gesehen, gebucht: Die Plattform «Kidiplace» von Alice und Rafael Liechti funktioniert so simpel wie Hotelplattformen, vermittelt aber nicht Zimmer, sondern tagesaktuell freie Plätze in Krippen und Horten.

Die Plattform spricht damit Eltern an, die kurzfristig einen Betreuungsplatz für ihr Kind suchen – sei es, weil ein unerwarteter Termin hereingeplatzt ist, sei es, weil die Grosseltern, die sonst das Kind hüten, nicht kommen können.

Wie bei einer Hotelplattform gibt man auch auf «Kidiplace» Datum, Ort und Betreuungszeit ein – und, schwup, schon spukt die Website Krippen und Horte aus, die zum gewünschten Zeitpunkt freie Plätze haben. Diese kann man dann auch gleich buchen, bezahlt wird per Kreditkarte oder Twint.

600 Tagesplätze pro Woche

Seit Sommer 2021 ist «Kidiplace» live, seit Januar werben Alice und Rafael Liechti aktiv bei Eltern. «Über den Aargau verteilt haben wir über 600 Tagesplätze pro Woche», sagt Alice Liechti. Aktuell listet die Plattform mehr Krippen als Horte. «Natürlich sind wir offen für weitere Anbieter», so Liechti. Die Bedingung ist, dass sie über eine Betriebsbewilligung der Gemeinde verfügen.

Die Qualität ist den Liechtis, Mutter und Sohn, wichtig. Bei allen Anbietern würden Betriebsbewilligung und pädagogische Nachweise geprüft, bevor sie auf der Plattform freigeschaltet werden, sagt Alice Liechti, denn:

«Dies stellt sicher, dass die Betreuung durch qualifiziertes Personal erfolgt und die jeweiligen Gemeinden regelmässig eine Prüfung der Anbieter durchführen.»

Der Start ist Alice Liechti, alt Grossrätin aus Wölflinswil, und ihrem Sohn Rafael, selbst Vater von Zwillingen im Kita-Alter, geglückt. «Ich bin äusserst zufrieden mit der Plattform und auch mit den Rückmeldungen», sagt Alice Liechti. Beeindruckt hat sie vor allem «die Positivität und das Engagement in den Betreuungseinrichtungen».

Was sie besonders freut, sind die vielen positiven Rückmeldungen von Anbietern und Eltern. «Es sind sich alle einig, dass es das Angebot dringend braucht.»

Bislang deckt «Kidiplace» den Grossraum Aargau ab. Dabei soll es aber nicht bleiben. Alice Liechti:

«Sobald wir hier Fuss gefasst haben, werden wir auch in andere Regionen expandieren.»

Im Hintergrund sind die beiden mit der Programmierung bereit. «Uns ist jedoch wichtig, solid und mit guten Starterfahrungen zu expandieren», so Alice Liechti. Auch eine Expansion in die Romandie oder ins Tessin ist dabei denkbar. «Es gibt keine regionalen oder sprachlichen Grenzen. Die Website ist für Mehrsprachigkeit vorbereitet.»

Buchungen sind «noch zaghaft»

Noch Luft nach oben hat es bei den Buchungen. Die Buchungen seien «noch zaghaft», drückt es Alice Liechti aus. «Wir schreiben dies der aktuellen Situation zu, in der sowohl Anbieter wie Familien zurückhaltend sind, um gesund zu bleiben.»

Eine Zielvorgabe bei den Buchungen haben sich Rafael und Alice Liechti nicht gesetzt. «Wir sind zufrieden, wenn Eltern in allen Regionen bei kurzfristigem Betreuungsbedarf fündig werden und wir ihre Familienorganisation erleichtern können.»

Zurzeit betreiben Alice und Rafael Liechti die Plattform zu zweit. Einen personellen Ausbau können sie sich aber gut vorstellen – und gehen sogar davon aus, künftig auch Mitarbeitende zu beschäftigen. Alice Liechti:

«Wir müssen jedoch zuerst abwarten, wie es sich entwickelt und entscheiden dann, in welchen Bereichen wir uns verstärken wollen.»