Frick
Aufschlag Tennisclub: Die neuen Aussenplätze können heute eröffnet werden – bald folgt die Tennishalle

Der Tennisclub Frick hat ein Grossprojekt erfolgreich gestemmt: Für 3,5 Millionen Franken errichtete er am Juraweg vier neue Sandplätze und eine Dreifach-Tennishalle. Das Projekt gelang nur dank des Engagements der Klubmitglieder – und dank eines Rettungsschirm.

Thomas Wehrli
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Die neuen Tennisplätze des TC Frick (v.l.): Präsident Massimo Fini, Platzwart Werner Friedli, Platzwart-Stv. Erwin Frei und Vizepräsidentin Tanja John.

Die neuen Tennisplätze des TC Frick (v.l.): Präsident Massimo Fini, Platzwart Werner Friedli, Platzwart-Stv. Erwin Frei und Vizepräsidentin Tanja John.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Test bestanden: Am Dienstag spielten Massimo Fini, Präsident des Tennisclubs Frick, und Vizepräsidentin Tanja John die ersten Bälle auf den neuen Tennisplätzen am Juraweg. «Mega lässig», bilanziert Fini nach dem Spiel und fügt augenzwinkernd hinzu:

«Roland-Garros könnte auch in Frick stattfinden.»

Die vier neuen Sandplätze sind Teil des Grossprojekts, das der Tennisclub im September baulich in Angriff nahm. Auf der Anlage wächst derzeit neben den vier Aussenplätzen auch eine Dreifach-Tennishalle aus dem Boden. Gleichzeitig entsteht ein dritter Squash-Court – Tennisclub und Squash-Club kooperieren seit vielen Jahren. Auch hier kann Fini sagen: «Die Arbeiten sind auf Kurs.» Die Halle wird bis im Frühsommer fertig erstellt sein, die grosse Einweihungsparty für Aussenplätze und Halle ist für den 19. Juni geplant – sofern Corona mitspielt.

Wetterglück half mit

Heute Donnerstag werden die Plätze offiziell eröffnet. «Es ist ein tolles Gefühl», sagt Fini. Er selber war stets zuversichtlich, dass die Plätze auf den Saisonstart hin bereit sein werden.

«Ohne den notwendigen Optimismus stemmt man ein solches Projekt nicht. Mit positiver Energie kommt es dann auch gut.»

Und mit einem Quäntchen (Wetter-)Glück: Der Zeitplan war von mehreren äusseren Faktoren abhängig. So musste das für den Bau der Plätze verwendete Material – Vulkanit – im Abbaugebiet vor dem ersten Frost abgebaut werden. Es reichte knapp; ansonsten hätte sich die Lieferung verzögert.

Für den Tennisclub ist es das grösste Projekt in der Vereinsgeschichte. Insgesamt kosten Aussenplätze, Halle und Squash-­Court rund 3,5 Millionen Franken. Der Squash Club Fricktal steuert rund eine halbe Million Franken bei.

Klubmitglieder halfen bei der Finanzierung mit

Dass der Club das Projekt stemmen konnte, verdankt er primär seinen Mitgliedern. Diese zeichneten Darlehen in sechsstelliger Höhe und beteiligten sich auch Spezialaktionen, etwa dem Pasta-Verkauf, bei dem es ein Training samt Essen mit dem ehemaligen Tennisprofi Marco Chiudinelli zu gewinnen gibt.

Für den Kids-Trainingsplatz lancierte der Club zudem ein Crowdfunding. Bis am Dienstag waren 21290 Franken der angepeilten 25000 Franken zugesichert. Fini:

«Wir sind zuversichtlich, es in den wenigen noch verbleibenden Tagen bis auf die budgetierten 25000 Franken zu schaffen.»

Er hat für die Fricker Tennis-Kids, «die Klubzukunft», eine gute Nachricht bereit: Der Kids-Platz, der zugleich als Trainingswand fungiert, ist bereits realisiert.

Einen Beitrag bekommt der Club an die neue Anlage auch aus dem Swisslos-Fonds. Allerdings erwischte eine Gesetzesänderung im letzten Jahr den Club auf dem linken Fuss: Als sie in Kraft trat, waren in Frick die Planungsarbeiten schon weit vorangetrieben und man rechnete fest mit einem höheren Beitrag. Der Club stellte denn auch ein Wiedererwägungsgesuch. «Dieses wurde jedoch abgelehnt», sagt Fini.

Rettungsschirm aufgespannt

Und abermals sprangen die Klubmitlieder in die Bresche: Eine Handvoll Mitglieder erklärte sich kurzerhand bereit, einen Rettungsschirm aufzuspannen und die nun fehlenden Mittel zu «äusserst guten Konditionen», so Fini, zur Verfügung zu stellen.

Dies ermöglichen, dass die Plätze ab heute Donnerstag und die Halle ab Juni bereitstehen und es in Frick wieder heisst: Spiel, Satz und Sieg – und dies erstmals ganzjährig.

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