Frick

Feuerwehr bekommt mehr Platz

Die Truppenunterkünfte kommen auch in die «Racht». Das alte Feuerwehrlokal wird frei und soll verkauft werden.

Thomas Wehrli
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Im Mehrzweckgebäude «Racht» sind die Feuerwehr und die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal untergebracht. mf

Im Mehrzweckgebäude «Racht» sind die Feuerwehr und die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal untergebracht. mf

Marc Fischer

Das Mehrzweckgebäude Racht, in dem Feuerwehr und Zivilschutz untergebracht sind, stösst an seine Kapazitätsgrenzen und soll für 3,547 Millionen Franken um- und ausgebaut werden. Den Kredit haben die Fricker an der Gemeindeversammlung im Juni gesprochen; ab Freitag liegt das Baugesuch nun auf.

Der Ausbau ist nötig, weil sich die Anforderungen an die Feuerwehr und den Zivilschutz in den letzten 30 Jahren – das Mehrzweckgebäude wurde 1988 in Betrieb genommen – markant verändert haben. Damit verbunden seien ein wachsender Fahrzeugpark und ein umfangreiches Material- und Ausrüstungslager, hielt der Gemeinderat im Juni fest. «Die aktuelle Raumnot führte gar dazu, dass ein Teil der Ausrüstung des Zivilschutzes unter freiem Himmel gelagert werden musste.»

Geplant ist, drei zusätzliche Einstellachsen für Fahrzeuge sowie Lagerräume im Erd- und Obergeschoss zu schaffen. So kann der Fuhrpark der Feuerwehr, die zum einen Stützpunktfunktion hat, zum anderen als Gemeindefeuerwehr für Frick, Gipf-Oberfrick und Oeschgen fungiert, besser bewirtschaftet werden.

Das Obergeschoss, in dem die Büros von Kommando und Administration der Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal untergebracht sind, wird ebenfalls umgebaut und mit einem Lift erschlossen, «womit auch ein behindertengerechter Zugang umgesetzt werden kann».

Ebenfalls Handlungsbedarf ortet der Gemeinderat bei den Truppenunterkünften im alten Feuerwehrmagazin, einige Hundert Meter von der «Racht» entfernt. Die Unterbringungsmöglichkeiten «entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen», hielt die Exekutive im Juni fest. Im Obergeschoss der «Racht» soll deshalb eine neue Unterkunft eingebaut werden.

Diese wird dann auch über geschlechtergetrennte Nasszellen verfügen. Die Unterkünfte sollen nicht nur den Truppen zur Verfügung stehen, sondern bei Sportanlässen oder für Kurse auch von Vereinen genutzt werden können.

Altes Feuerwehrlokal verkaufen

Vor allem ermöglicht der Einbau einer Unterkunft in die «Racht», das alte Feuerwehrlokal, das sich an der Einmündung der Widengasse in die Kaistenbergstrasse befindet, dort also, wo künftig der «Widenboulevard» beginnt, «von öffentlichen Nutzungen zu entlasten». Damit werde der Weg frei für einen späteren Verkauf des Gebäudes, hält der Gemeinderat fest.

Erneuert wird in der «Racht» gleichzeitig auch die technische Infrastruktur. So wird die alte Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. Ebenfalls erneuert werden die Druckluftanlage für den Atemschutz der Feuerwehr und die Lüftungsanlage der Zivilschutzräume.

An die Kosten des Ausbaus im Feuerwehrbereich rechnet die Gemeinde mit Subventionen von der Aargauischen Gebäudeversicherung in der Höhe von 15 Prozent der anrechenbaren Kosten. Diese belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Franken, die Subventionen dürften somit bei rund 240 000 Franken liegen.

Vor der Erweiterungslösung hat die Gemeinde auch andere Varianten geprüft, sprich: Auslagerungsmöglichkeiten. Im Vordergrund stand der ehemalige A3-Werkhof, der dem Kanton gehört, und der gemeindeeigene Werkhof am Schützenweg. «Es zeigte sich jedoch, dass die erforderlichen Flächen nicht zur Verfügung stehen oder bei den angefragten Eigentümern eigene Nutzungen Priorität haben», hielt der Gemeinderat im November 2015 fest.

Zukunft A3-Werkhof offen

Der A3-Werkhof wird inzwischen vom Kanton als Asylunterkunft genutzt. Das «Container-Dörfli» wird bis 2020 in Betrieb bleiben. Wie der ehemalige Werkhof danach genutzt wird, ist noch offen. Die Idee des Kantons ist es, hier das Kantonale Katastrophen Einsatzelement unterzubringen.

Dagegen wehren sich jedoch die Gemeinde Frick und der Planungsverband Fricktal Regio. Ihr Tenor: Es wäre eine Vergeudung, wenn man die Liegenschaft, die direkt am Autobahnanschluss nach Basel und Zürich liegt, nur für das Einlagern von Beaver-Schläuchen nutzt. Daniel Suter und Fricktal Regio schwebt eine gewerbliche Nutzung vor.