Fricktal

Einigung in der Deponie-Standortfrage ist erzielt

1500 Eingaben gingen beim Kanton zu den vier geplanten Deponiestandorten ein. Nun haben sich Gemeinden, Repla und Kanton in der Deponiefrage geeinigt. Vieles deutet auf einen Abbruch der Übung hin.

Thomas Wehrli
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«Ich erwarte, dass der Regierungsrat die Übung jetzt abbricht»: Max Sterchi kämpft gegen eine Aushubdeponie am Standort Buech (Bild) in Herznach. Archiv/twe

«Ich erwarte, dass der Regierungsrat die Übung jetzt abbricht»: Max Sterchi kämpft gegen eine Aushubdeponie am Standort Buech (Bild) in Herznach. Archiv/twe

Thomas Wehrli

Der massive Protest gegen eine Aushubdeponie in Herznach sowie an drei weiteren Standorten im Fricktal scheint Wirkung zu zeigen. Die az weiss: Am letzten Donnerstag trafen sich Vertreter der betroffenen Gemeinden, des Planungsverbandes Fricktal Regio sowie der Interessensgemeinschaften, die sich gebildet hatten, um die Deponien zu bekämpfen, zu einer Aussprache. Diese verlief laut Max Sterchi, Präsident des Vereins «Erhalt
Buech», gut und konstruktiv. «Man hörte unsere Argumente an.» Das sei nicht immer der Fall gewesen.

1500 Eingaben...

... gingen beim Kanton zu den vier geplanten Deponiestandorten ein. Fast 1000 Eingaben betrafen die Deponie Buech in Herznach. 450 Personen, Gruppen und Institutionen äusserten sich zum Standort Förlig in Bözen, 20 zum Standort Breiti in Hornussen und 10 zum Standort Hersberg in Wegenstetten.

Bereits am Tag darauf kam es dann zur entscheidenden Verhandlungsrunde. Regierungsrat Stephan Attiger und seine Entourage trafen sich mit je zwei Vertretern der fünf betroffenen Gemeinden sowie mit zwei Vertretern der Repla. Neben den vier Standortgemeinden Herznach, Bözen, Hornussen und Wegenstetten nahmen auch zwei Vertreter der Gemeinde Ueken am Gespräch teil. Dies deshalb, weil neben Herznach auch Ueken von einer Deponie im Buech stark betroffen wäre.

Man habe «einen gemeinsamen Entscheid über das weitere Vorgehen getroffen», sagt Giovanni Leardini, Sprecher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Wie dieser Entscheid aussieht, will er nicht sagen. Denn: «Es wurde auch beschlossen, dass die Repla, die Gemeinden und das BVU gemeinsam über den Entscheid kommunizieren» – und zwar erst, wenn die Gemeinden zum Vorschlag grünes Licht gegeben haben.

Der Vorschlag muss also zuerst noch alle Ratsstuben passieren. «Wenn eine Gemeinde sagt, die Lösung passe ihr nicht, müssen wir nochmals über die Bücher», sagt Repla-Präsident Christian Fricker. Er rechnet deshalb eher weniger damit, dass die Lösung noch in dieser Woche kommuniziert wird.

Breit akzeptierte Lösung in Sicht

Auch Fricker will sich nicht zum Inhalt der Einigung äussern. Nur so viel: «Die Lösung dürfte breit akzeptiert werden», ist er überzeugt. Das Gespräch mit Attiger erlebte er als sachlich und fair. «Die Stimmung war gut.» Das BVU habe mehrere Vorschläge präsentiert und am Schluss habe man sich auf einen geeinigt.

Dass die Deponie Buech, die als erste der vier Standorte ab 2019 in Betrieb gehen sollte, noch Betsandteil der neuen Lösung ist, ist wenig wahrscheinlich. Zu massiv ist der Protest der Bevölkerung gegen eine Deponie an diesem Standort.

900 benutzten Mustervorlage

Im Mitwirkungsverfahren zu den vier Standorten gingen beim Kanton insgesamt 1500 Eingaben ein – fast alle lehnten die Deponien ab. Die meisten Einsprachen, knapp 1000, gingen zur Deponie Buech ein. Dahinter steckt der Verein «Erhalt
Buech»: Rund 900 Schreiben tragen die Vereinshandschrift und basieren auf einer Mustervorlage des Vereins.

Präsident Max Sterchi erwartet denn auch, «dass der Regierungsrat die Übung jetzt abbricht, an den Antragssteller zurückgibt und die ganze Evaluation nochmals durchführt». Diesmal allerdings mit effektiven Bedarfszahlen «und mit Rücksicht auf den Jurapark».