Olsberg

Ein 357-Seelen-Ort sucht drei neue Gemeinderäte

Die kleine Fricktaler Gemeinde Olsberg muss bis September Ersatz für mehrere politische Kräfte finden. Drei Gemeinderäte treten nicht zur Wiederwahl an.

Dennis Kalt
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Weil drei Gemeinderäte nicht zur Wiederwahl antreten, kandidiert Romuald Stalder erneut für die Wahl des Gemeindeammanns in Olsberg. Dennis Kalt

Weil drei Gemeinderäte nicht zur Wiederwahl antreten, kandidiert Romuald Stalder erneut für die Wahl des Gemeindeammanns in Olsberg. Dennis Kalt

Regula Gerber, Alain Racine, Gisela Rickenbach: Drei Gemeinderäte treten nicht zur Wiederwahl im September an. Sicherlich gibt es für manch eine Gemeinde grössere politische Herausforderungen zu bewältigen. Im Fall von Olsberg – mit 357 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Fricktal – ist dieses Problem jedoch nicht so einfach mit einem Fingerschnippen zu lösen.

Faktisch besteht der Pool, aus dem diese drei Gemeinderat-Kandidaten aus dem Ärmel gezaubert werden müssen, lediglich aus 271 Stimmberechtigten. Hinzu kommt, dass eine gewisse Anzahl aus diesem 271-köpfigen Pool als Kandidaten aufgrund von Verwandtschaftsverhältnissen sowie ihres jungen oder fortgeschrittenen Alters nicht infrage kommen.

«Das ist keine leichte Aufgabe», sagt Gemeindeammann Romuald Stalder, der sich jedoch zugleich zuversichtlich gibt: «Bisher haben wir es zu jeder Amtsperiode geschafft, die notwendige Anzahl an Gemeinderäten zu stellen. Das wird auch dieses Mal nicht anders sein.» Vorteilhaft für die Suche ist, dass alle drei Gemeinderäte den Verzicht auf ihren Wiederantritt früh kommuniziert haben: «Wir konnten bereits an der Wintergemeinde und am Neujahrsapéro bekannt gegeben, dass wir drei neue Gemeinderäte suchen», sagt Stalder.

Gemeinderat sucht aktiv

Aber wie läuft die Suche nach den Gemeinderat-Kandidaten eigentlich ab? «Der Gemeinderat spricht einen potenziellen Kandidaten direkt an», sagt Gemeindeschreiberin Christine Leuenberger und schiebt nach: «Viele Einwohner, die für die Position des Gemeinderates prädestiniert sind, melden sich nicht, weil sie zu bescheiden sind oder sich nicht exponieren wollen.» Dabei haben die direkten Anfragen schon erste Früchte gertagen: «Eine Person hat bereits zugesagt. Zwei weitere sind noch am überlegen», sagt Leuenberger. Sie wünscht sich, dass im Gemeinderat auch künftig wieder Frauen vertreten sind – beide aktuellen Gemeinderätinnen treten nicht mehr zur Wahl an.

Einen Nachteil gegenüber grösseren Gemeinden, in denen die Ortsparteien die Gemeinderatskandidaten portieren, sieht Leuenberger nicht: «Den Ortsparteien geht es in erster Linie darum, ihren Kandidaten ins Amt zu bringen», sagt sie und schiebt nach: «Und zwar unabhängig davon, ob der Kandidat einer anderen Partei von seinen Fähigkeiten her besser geeignet ist.»

Nachdem Stalder davon erfahren hatte, dass gleich drei Exekutivkräfte nicht mehr zur Wahl antreten, revidierte er die Entscheidung, selbst seinen politischen Hut an den Nagel zu hängen: «In Anbetracht der veränderten Umstände konnte ich meine ursprüngliche Entscheidung nicht mehr gegenüber der Gemeinde verantworten», sagt er.