Frick

Die Streichung des Flugzuges goutieren die Fricktaler nicht

Die Petition «Halbstundentakt für das Fricktal! – Kein Abbau beim Service Public» hat innert nur vier Tagen bereits 335 Unterstützer.

Thomas Wehrli
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Nadine Böni

Die Petition zum Halbstundentakt für das Fricktal geht ab wie ein Schnellzug: Nach nur vier Tagen haben die Petition bereits 335 Personen auf petitio.ch, der Plattform der «Aargauer Zeitung», unterschrieben.
Damit ist das Mindestziel von 200 Unterstützern, welche die Petition braucht, um erfolgreich zu sein und einen Brief an die SBB-Spitze auszulösen, bereits deutlich überschritten. Wenn es auch nur annähernd in diesem Tempo weitergeht, dürfte die Bittschrift bis zum Petitionsende am 8. Oktober eine vierstellige Zahl an Unterstützern haben. Die Initianten kalkulieren vorsichtig. Wünschenswert wären rund 500 Unterstützer, sagt Rolf Schmid.

Die grosse Unterstützung zeigt: Die temporäre Streichung des Flugzuges von Basel nach Zürich Flughafen goutieren die Fricktaler absolut nicht. Die SBB haben schweizweit mehrere Verbindungen stillgelegt, weil sie zu wenig Lokführer haben. Der Flugzug ist eine davon. Er soll erst ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember wieder fliegen.

Lanciert haben die Petition die beiden SP Bezirksparteien Laufenburg und Rheinfelden. Sie wollen damit ein Signal nach Bern senden: Mit uns nicht. Sie sprechen in der Petition von einer mangelhaften Personalplanung, einer Einschränkung auf dem Buckel Tausender Pendler, einer jahrelangen Misswirtschaft, für die nun Regionen wie das Fricktal bezahlen sollen. «Das ist inakzeptabel», findet die SP.

Initianten sind mit dem Start mehr als zufrieden

Das finden auch die Fricktaler, welche die Petition unterschrieben haben. Mit dem Start ist Rolf Schmid, Präsident der SP Bezirk Laufenburg, denn auch mehr als zufrieden. «Es bestätigt uns darin, dass der Abbau beim Service Public den Menschen unter den Nägeln brennt.»

Schmid erstaunt der Schnellstart der Unterschriftensammlung denn auch nicht. «Die Einschränkungen sind tiefgreifend und kamen sehr kurzfristig.» Die Abnahme der Qualität bei den SBB sei schon länger ein Thema. «Dies ist darum auch eine Art Tiefpunkt.»

Auch im Grossen Rat waren die SBB ein Thema

Auf die Petition hat er ausschliesslich positive Rückmeldungen erhalten. «Viele Menschen empfinden es als Affront, dass die SBB die Pandemiesituation als Grund für den Abbau benützt», so Schmid. Zudem sei für viele unverständlich, anhand welcher Parameter die SBB die gestrichenen Verbindungen ausgewählt haben.

Auch im Grossen Rat waren die ausfallenden Zugverbindungen im Fricktal und anderen Regionen am Dienstag ein Thema, gleich mehrere Vorstösse wurden eingereicht (die AZ berichtete). Die Aargauer fühlten sich als Fahrgäste zweiter Klasse, halten die FDP-Grossräte Titus Meier (Brugg), Bernhard Scholl (Möhlin) und Stefan Huwyler (Muri)fest und die drei CVP-Parlamentarier Werner Müller (Wittnau), Cécile Kohler (Lenzburg) und Alfons Kaufmann (Wallbach) fragen, wie sicher es denn sei, dass alle Zugsverbindungen ab dem Fahrplanwechsel wieder fahrplanmässig verkehren.