Mettauertal

Die Poststelle schliesst: Kommt jetzt ein Bistro mit Agentur?

Gemeinderat sucht Nachfolgeregelungen – bei der Post und in eigener Sache.

Marc Fischer
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In der Poststelle Mettau entsteht möglicherweise ein Bistro, Abklärungen sind im Gang. mf

In der Poststelle Mettau entsteht möglicherweise ein Bistro, Abklärungen sind im Gang. mf

Marc Fischer

Wie geht es weiter mit der Post im Ortsteil Mettau? Diese Frage stellen sich Bevölkerung und Gemeinderat, seit die Post angekündigt hat, die Poststelle schliessen zu wollen (die az berichtete). Noch offen ist, auf wann die Poststelle geschlossen werden soll. Ziel des Gemeinderates sei es nun, gemeinsam mit der Post eine Agenturlösung im Ortsteil Mettau zu bewerkstelligen, bekräftigte Gemeindepräsident Peter Weber an der gestrigen Medienkonferenz.

Noch ist allerdings offen, wie diese genau aussehen soll. Denn eines ist klar: Einen Volg mit Postagentur, wie andernorts, wird es ebenso wenig geben wie einen anderen Laden. «Wir haben Gespräche geführt», so Weber, «doch wir erhielten die Antwort, der nötige Umsatz sei aufgrund der Anzahl der Haushalte im Ortsteil Mettau nicht zu realisieren.»

Interessenten aus dem Dorf

Immerhin gibt es in der Zwischenzeit Interessenten, die sich vorstellen könnten, in der Poststelle ein Bistro einzurichten. Laut Peter Weber handelt es sich bei den Interessenten um junge Leute aus dem Dorf, die aus dem Gastgewerbe kommen. «Die Idee ist, dass es tagsüber einen Bistrobetrieb mit Mittagsmenüs gibt und abends die Möglichkeit, ein Feierabendbier oder einen Drink zu geniessen», so Weber. Die beiden wären bereit, gleichzeitig die Postagentur zu betreiben.

Derzeit sind die beiden Interessenten gemäss Weber daran, einen Businessplan zu erstellen, um zu sehen, ob es möglich ist, mit dem Bistro-Konzept in Mettau Gewinn zu erwirtschaften. Bis in zwei, drei Wochen soll der Entscheid fallen, ob die Idee weiterverfolgt wird. Der Gemeindepräsident selber zeigte sich optimistisch, dass ein Bistro die nötige Kundschaft erreichen kann. «Es braucht wohl schon Gäste von auswärts», so Weber, «aber das Lokal liegt an einer stark frequentierten Strasse.»

Umbau ist nötig

Konkretisiert sich die Idee, muss die Poststelle umgebaut werden. Die Räumlichkeiten gehören der Gemeinde, die Post ist Mieterin. «Wir sind deshalb natürlich daran interessiert, dass es eine langfristige Lösung gibt», so Weber. Sollte sich die Bistro-Idee zerschlagen, bleibt offen, ob sich eine Postagentur realisieren lässt. «Andere Nutzungsformen wie Büros oder Wohnung wären auch denkbar», so Peter Weber. Doch auch diese bedingen einen Umbau.

1. August: Glarner spricht an der Bundesfeier

Für die Bundesfeier am 1. August, die dieses Jahr im Ortsteil Oberhofen stattfindet, hat Gemeindepräsident Peter Weber einen prominenten Redner eingeladen: SVP-Nationalrat Andreas Glarner aus Oberwil-Lieli. Der Asyl-Chef der SVP Schweiz ist der nächste Aargauer Top-Politiker, der in Mettauertal zum Nationalfeiertag spricht. Im vergangenen Jahr war FDP-Nationalrat und Kantonalpräsident Matthias Jauslin zu Gast, in den Jahren davor SP-Ständerätin Pascale Bruderer und Jonas Fricker, damals Kantonalpräsident der Grünen und heute Nationalrat. Er habe in den letzten Jahren öfter gehört, die Redner an der Bundesfeier seien politisch zu weit links, sagte Peter Weber. Diesen Vorwurf könne man dieses Jahr nun sicherlich nicht anbringen. Und mit einem Schmunzeln fügte er an: «Ich hoffe, dass wir nun nicht Polizeipräsenz brauchen.» (mf)

Kandidat aus Wil gesucht

An der Medienkonferenz äusserte sich Peter Weber nicht nur zur Zukunft der Post, sondern auch zu seiner eigenen. Wie die az bereits berichtete, tritt Weber bei den Gesamterneuerungswahlen vom 20. August nochmals als Gemeindepräsident an. «Ich weiss aber jetzt noch nicht, ob ich bei einer Wiederwahl die gesamten vier Jahre bleiben werde», so Weber. Er sei zwar keineswegs amtsmüde, «doch vielleicht ist es für die Gemeinde gut, wenn einmal neue Gesichter an der Spitze stehen.»

Abhängig dürfte dies nicht zuletzt von möglichen Nachfolgern sein. Da Vizepräsident Robert Keller nicht mehr zur Wiederwahl antritt, ist bei den Erneuerungswahlen ein Sitz vakant. Laut Weber, der selber vom Ortsteil Wil in den Ortsteil Mettau zügelt, hofft der Gemeinderat, dass es eine Kandidatur aus Wil gibt, damit weiterhin alle Ortsteile im Rat vertreten sind. Ratsintern gab es auch bereits Gespräche, ob sich jemand als Vizepräsident zur Verfügung stellt. Entschieden sei allerdings noch nichts. «Ein Einervorschlag ist ebenso denkbar wie mehrere Kandidaten.»