Sulz

Der Pfingstsprützlig lockt viel Volk ins Sulztal

Wohl kein anderer Anlass vermag die auswärts wohnhaften Sulzerinnen und Sulzer in so grosser Zahl in ihr Heimatdorf zu locken, wie der Pfingstsprützlig. An diesem Tag ist man gewiss, auf zahlreiche Verwandte, Freunde und Bekannte zu treffen.

Dieter Deiss
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Pfingstsprützlig Sulz 2016
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Der Pfingstsprützlig waltet am Bützer Löwenbrunnen seines Amtes
Grosses Finale am Brunnen auf dem Turnhalleplatz
Reto Stäuble wird von sachkundigen Händen eingekleidet

Pfingstsprützlig Sulz 2016

Dieter Deiss

Der Brauch, der auf heidnische Vorfahren zurückgehen soll, wird von jungen Burschen und Mädchen getragen. Es gibt dafür weder einen Verein noch ein spezielles Organisationskomitee.

Insbesondere für das Einkleiden des Pfingstsprützlig braucht es einiges an Erfahrung. Die Burschen und Mädchen von Bütz, Mittelsulz und Obersulz treffen sich gegen Mittag an drei verschiedenen Orten im Wald. Da werden zunächst die benötigten Äste aus Buchenholz aufbereitet und zu Büscheln gebunden. Der Träger des Laubkleids erhält eine fest mit dem Körper verbundene Halfter und auf den Rücken bindet man ihm einen dicken Holzbengel, der den Kopf um einen guten Meter überragt.

An diesem Gerüst werden jetzt kunstvoll die vorbereiteten Buchenbüschel gebunden. Dem fertig eingekleideten Pfingstsprützlig fällt das Gehen wegen seines umständlichen Kleides schwer, zudem sieht er kaum etwas. Er muss deshalb ständig geführt werden. Für den weiten Weg hinunter zum ersten Brunnen seines Dorfteils wird er liegend auf einem Motorkarren gefahren.

Feierlicher Umzug

Drunten im Dorf warten schon zahlreiche Schaulustige auf das Spektakel. Der Pfingstsprützlig wird von seinen Helfern an den Brunnen geführt, wo er mit einer grossen Kelle das Wasser gewaltig aufwühlt, bis der Brunnen halb leer ist. In einem feierlichen Zug, begleitet vom Glockengeläute der Knaben und von Mädchen mit kleinen Blumen-sträusschen, geht es zum nächsten Brunnen.

Unterdessen hat sich auf dem Turnhalleplatz viel Volk angesammelt. Ein grosser Brunnen steht bereit und wird mit Wasser gefüllt. Schlag vier Uhr marschieren die drei Pfingstsprützlige, die Mittelsulzer gar noch zusammen mit einem kleinen «Nachwuchs-Sprützlig», von allen Seiten auf den Platz, wo sie sich zum grossen Finale aufstellen. Unter Anfeuerungsrufen und mächtigem Applaus des Publikums schlagen sie jetzt nochmals mit allen Kräften das Wasser im Brunnen. Nach getaner Arbeit werden sie hingelegt und von ihren Laubkleidern befreit.