Grossveranstaltungen
«Tour de Schwitz»: So trotzten der Slow-up und der Aargauische Musiktag dem Hitzehammer

Es war ein Wochenende der Rekorde – nicht nur auf den Thermometern: Mit Sprinklern, Wasserflaschen und gratis Sonnencreme kämpften die Grossanlässe entlang des Hochrheins und in Rheinfelden gegen den Hitzekollaps an. 15 Personen behandelte das Gesundheitszentrum Fricktal am Wochenende wegen Überhitzung. Und in Frick und Rheinfelden pulverisierten die Freibäder am Sonntag ihre Bestmarken an Eintritten.

Dennis Kalt
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Am Slow-up Hochrhein, hier in Stein, sorgten Sprinkler entlang der Stecke für Abkühlung.

Am Slow-up Hochrhein, hier in Stein, sorgten Sprinkler entlang der Stecke für Abkühlung.

Bild: Zvg

Mit Temperaturen von 35°C schlug der Hitzehammer am Wochenende an zwei Fricktaler Grossveranstaltungen zu. Das aufgeheizte Rheinfelder Städtli trieb am Aargauischen Musiktag über 1200 Musizierenden den Schweiss auf die Stirn. Entlang des Hochrheins brannte die Sonne über den Köpfen der rund 15’000 Teilnehmenden am Slow-up.

Bei Letzterem suchten denn auch viele den 32 Kilometer langen Rundkurs bereits am Morgen auf, um der Bruthitze zu entgehen. Wendel Hilti von der Geschäftsführung sagt:

«Am Nachmittag gab es Phasen, in denen man zeitweise überhaupt niemanden auf der Strecke sah.»

Noch bevor die Veranstaltung um 10 Uhr eröffnet wurde, strömten bereits viele um 9 Uhr – unmittelbar nach Sperrung der Strecke für den motorisierten Verkehr – mit Skates und Velos auf den Rundkurs.

Eine kühle Gischt und Streckenposten mit Wasser

Sprinkler- und Bewässerungsanlagen, die in Richtung Strecke positioniert waren, sorgten an mehreren Orten für eine kühle Gischt. Wegen Überhitzung mussten vier Teilnehmende von der Sanität behandelt werden. Dazu kamen einige Personen, die sich an einem schattigen Plätzchen entlang der Stecke von den Posten mit Wasser versorgen liessen.

Angesichts der Bedingungen sei es aber erstaunlich ruhig gewesen, so Hilti: «Die Einsatzzentrale wurde nur zwei Mal kontaktiert – wovon einmal eine Person falsch verbunden war.»

In ihren Kostümen kamen die Musikgesellschaften – hier jene aus Laufenburg – am Aargauischen Musiktag in Rheinfelden ins Schwitzen.

In ihren Kostümen kamen die Musikgesellschaften – hier jene aus Laufenburg – am Aargauischen Musiktag in Rheinfelden ins Schwitzen.

Horatio Gollin / Aargauer Zeitung

Mit einem Wasservernebler und -stationen, Kuhstalllüftern im Festzelt sowie gratis Sonnencreme haben auch die Organisatoren des Aargauischen Musiktags in Rheinfelden Massnahmen ergriffen. Natürlich habe die Hitze dafür gesorgt, dass die Paradestrecke nicht von massig Zuschauenden gesäumt war. Aber: «Angesichts der Bedingungen sind wir froh und dankbar, dass einige dennoch den Weg ins Städtli gefunden haben», sagt OK-Chefin Sabine Henz.

Das Gesundheitszentrum Fricktal behandelte am Wochenende 15 Personen mit hitzeinduzierten Beschwerden; fünf in Laufenburg, zehn in Rheinfelden. «Flüssigkeits- und Elektrolytmangel, tiefer Blutdruck und daraus folgende Kreislaufprobleme mit Schwindel bis hin zum vorübergehendem Bewusstseinsverlust führten dazu, dass Betroffene den Notfall aufsuchten oder auf den Notfall eingewiesen wurden», sagt GZF-Sprecherin Sibylle Augsburger Hess.

Freibäder pulverisieren bisherige Saisonbestmarken

In den Fricktaler Freibädern liess die Hitze derweil ordentlich die Kasse klingeln. Am Sonntag pulverisierte das Rheinfelder Strandbad Kuba mit 3010 Eintritten den bisherigen Saisonrekord von 2244 förmlich. Geschäftsführer Willy Vogt sagt:

«Das war ein absoluter Spitzentag. Mehr als 3000 Eintritte – das haben wir nicht in jeder Saison.»

Bis auf die vielen PET-Flaschen, die am Abend zurückblieben, sei es geordnet zugegangen. Ab und an seien Kühlakkus wegen Verbrennungen oder angeschlagenen Zehen zum Einsatz gekommen.

Auch das Fricker Freibad stellte am Sonntag mit 2550 Eintritten einen neuen Saisonrekord auf. «Bereits um 9 Uhr bildete sich von der Kasse eine Menschenschlange bis hinaus zum Parkplatz», so Badmeister Peter Gomez.