Asylbewerbern mangelt es an Deutschkenntnissen – das soll sich ändern

Die Interessengemeinschaft Integration (IGI) will das Angebot für Asylsuchende im Dorf ausbauen. Dazu wurden viele Ideen gesammelt und das Konzept der interessierten Bevölkerung vorgestellt. Noch am gleichen Abend konnten sich Themengruppen bilden.

Ingrid Arndt
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Die IG Integration mit Gemeindevertretern (von links): Alexandra Kölz, Andreas Willenegger, Sozialdienstleiterin Anita Mettler, Gemeindeammann Regina Leutwyler, Verena Buol, Elisabeth Burgener, Ursula Willenegger und Gemeindeschreiber Urs Treier.

Die IG Integration mit Gemeindevertretern (von links): Alexandra Kölz, Andreas Willenegger, Sozialdienstleiterin Anita Mettler, Gemeindeammann Regina Leutwyler, Verena Buol, Elisabeth Burgener, Ursula Willenegger und Gemeindeschreiber Urs Treier.

Ingrid Arndt

Im Herbst des vergangenen Jahres gründete sich die Interessengemeinschaft Integration (IGI) mit Alexandra Kölz, Elisabeth Burgener, Alena Häseli, Verena Buol, Ursula und Andreas Willenegger, alle aus Gipf-Oberfrick. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde, den Sozialdiensten und anderen schon bestehenden Netzwerken ist es ihr Ziel, Angebote für Asylsuchende, die in Gipf-Oberfrick wohnen, weiter auszubauen, ihnen zu helfen, sich in einem für sie fremden Alltag einzuleben und sie in die Dorfgemeinschaft einzubinden. In Abstimmung mit der Gemeinde wurde dazu ein detailliertes Konzept erarbeitet, für dessen Umsetzung es viele weitere Helferinnen und Helfer braucht. Deshalb hatte die IGI zu einem öffentlichen Informationsabend eingeladen, auf dem sie ihre Ideen vorstellte, Vertreter der Gemeinde über die aktuelle Situation sprachen und Gäste ihre Erfahrungen zur Integrationsarbeit mitteilten.

Zehn bis zwölf neue Asylsuchende

Das Interesse war gross, etwa 50 Frauen und Männer waren gekommen, darunter auch viele junge Leute. «Derzeit wohnen zehn Flüchtlinge mit einem positiven Entscheid in einem Haus bei uns im Dorf», führte Gemeindeschreiber Urs Treier aus. «Sie kommen überwiegend aus Syrien und Eritrea, können teilnehmen an einem wöchentlichen Beschäftigungsprogramm, an Kursen zur Sprach- und Kulturvermittlung, bekommen Sozialhilfe.» Das Zusammenleben mit den Bewohnern der Gemeinde funktioniert, doch die Integration sei wegen fehlender Deutschkenntnisse nicht einfach. Darum seien viele weitere Aktivitäten und Hilfen enorm wichtig. Ab April kommen weitere zehn bis zwölf Asylsuchende (eine Familie sowie fünf Einzelpersonen) entsprechend einem schweizweiten Verteilschlüssel hinzu, die vorerst in zwei Gemeindeunterkünften ein vorläufiges Zuhause finden. «Um all diese Menschen müssen wir uns kümmern», so Verena Buol, «egal welchen Flüchtlingsstatus sie haben.»

Zu Gast an diesem Abend war Max Heimgartner vom Verein «netzwerk asyl aarau», der über seine langjährigen Erfahrungen und bestehende Projekte berichtete. In Eigeninitiative hatte bereits im Dezember der pensionierte Lehrer Franz Küpfer aus Gipf-Oberfrick Kontakt zu den Asylbewerbern hergestellt und gibt seitdem regelmässig Deutschunterricht. «Einerseits ist der Unterricht eine grosse Herausforderung, andererseits macht er viel Sinn; jeder kleine Fortschritt spornt an, macht Freude», meinte er.

IGI koordiniert Freiwilligenarbeit

Andreas Willenegger stellte das Konzept der IGI vor. Der Meeting-Point existiert schon, soll jedoch mit Konversation oder Internet unterstützt werden. Wichtig sei der Ausbau der Deutschkurse. Schöne und schnell verbindende Gemeinsamkeiten biete der Sport. Weiter ist geplant, Kontakte zu bestehenden Vereinen zu knüpfen, Anlässe und Begegnungen zu organisieren. Unkonventionell könne das gemeinsame Betreiben eines Pflanzplätz sein. Ebenso wichtig sei auch, sich über lokale Sammlungen von Kleidern, Velos oder Möbeln einzubringen.

Nach diesen Ausführungen konnten sich die Veranstaltungsbesucher in Themengruppen mit einem Ansprechpartner austauschen und organisieren. Die IGI koordiniert die Freiwilligenarbeit, hält Kontakt zu den Wegbegleitern und direkten Bezugspersonen (für Asylbewerber mit positivem Entscheid), zu den Liegenschaftsbegleitern (für solche ohne Entscheid) und zur Gemeinde. Die Helferinnen und Helfer gestalten ihre Arbeit weitgehend selbstständig, haben ihr Ansprechpartner und den Kontakt zur IGI.

Andreas Willenegger freute sich, dass dieser Abend zu einem schönen Erfolg wurde. Für alle Gruppen gab es Interessierte. Auch die individuellen Begleitungen kamen zustande. Weitere Informationen und Anfragen zur Mithilfe gibts bei ursula.willenegger@willenegger.ch.