Frick

Ambulante Leistungen zuerst

Die Planung der ambulanten und der stationären Langzeitpflege stellt Gemeinden vor eine grosse Herausforderung. Das neue Pflegegesetz beschäftigte deshalb auch das Gemeindeseminar.

Peter Rombach
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Urs Niffeler referiert am Gemeindeseminar über das Pflegegesetz. ach

Urs Niffeler referiert am Gemeindeseminar über das Pflegegesetz. ach

Auf der Basis des neuen Pflegegesetzes, zum Jahresanfang in Kraft getreten, sind ortsübergreifende Kooperationen künftig unabdingbar. Dies verdeutlichte Urs Niffeler, stellvertretender Leiter Gesundheitsversorgung im Aargauer Departement Gesundheit und Soziales (DGS), am Gemeindeseminar des Planungsverbandes Fricktal Regio.

Eine «bedarfsgerechte, qualitativ gute und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung» der Bevölkerung sei das oberste Ziel im Rahmen des neuen Pflegegesetztes, betonte der Experte und rammte gleich noch einen dicken Pflock ein: «Ambulante gehen vor stationären Leistungen.»

Regionale Vernetzung befürwortet

Der Referent verdeutlichte, dass eine «Pflege daheim» die stationären Strukturen entlaste. Die Selbstständigkeit beispielsweise nach einem Spitalaufenthalt wiederherzustellen, sei ganz wichtig. «Das bringt Lebensqualität.» Dennoch müssten die Gemeinden darauf achten, dass es die notwendigen Einrichtungen für Akutsituationen und Langzeitpflege gibt. Niffeler befürwortete eine «regionale Vernetzung» von Strategien und Einrichtungen, um Synergien zu nutzen.

Dass die Kosten ein zentrales Thema und schwieriges Terrain darstellen, verschwieg er nicht und erkannte auch «erheblichen Beratungsbedarf» bei den Gemeinden, die meistens dann finanziell einspringen müssen, wenn Krankenversicherung und andere Kostenträger nicht zahlen. Der zivilrechtliche Wohnsitz des Patienten oder der Patientin sei allerdings massgebend. «Bei Unterbringung in einer ausserkantonalen Einrichtung muss in jedem Fall eine Kostengutsprache der Wohnsitzgemeinde vorliegen», verdeutlichte er den Absolventen des Fricktaler Gemeindeseminars. Diverse und komplizierte Regelungen der Patientenbeteiligung im ambulanten wie im stationären Bereich erwähnte Niffeler ebenfalls. Die Finanzierung der «Restkosten» durch den Kanton Aargau für stationäre Langzeitpflege aufgrund des neuen Gesetzes bezifferte er auf 46 Millionen Franken in diesem Jahr.

Clearingstelle wird eingerichtet

Als positiv für die Gemeinden wertete Urs Niffeler die Schaffung einer Clearingstelle für zentrale Rechnungsabwicklung, Controlling, aber auch die Klärung von Rechtsproblemen. «Die administrativen Kosten werden den Gemeinden mit einem Grundbetrag in Rechnung gestellt.» Sie ersparten sich dadurch die Beschäftigung mit «vielen verschiedenen Partnern».