Rheinfelden

Altstadt-Verein sieht Chancen, leerstehende Geschäfte zu beleben

Die Geschäftsentwicklung im historischen Städtli löst manche Sorgenfalten aus. Seit Monaten sind etliche Schaufenster dunkel, wegen Betriebsaufgabe. Kein Grund für den Verein «Rheinfelden pro Altstadt» zu resignieren.

Peter Rombach
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An der Marktgasse in Rheinfelden sind einige Geschäfte geschlossen. ACH

An der Marktgasse in Rheinfelden sind einige Geschäfte geschlossen. ACH

Präsident Marco Veronesi vom Verein «Rheinfelden pro Altstadt» sieht zwar eine «Durststrecke», erwartet aber als Optimist «mittelfristig eine positive Entwicklung». Im Gespräch mit der az macht er am Rande der Generalversammlung eines deutlich: «Es gibt keine vorbehaltlose Euphorie.»

Die Zusammenarbeit von Geschäftsleuten und Eigentümern der Liegenschaften hält er für zwingend, um speziell in der Marktgasse weiterhin Positives zu erreichen. Veronesi rät einerseits zu «intensiver Netzwerkpflege», andererseits zu «mehr Flexibilität» in bevorstehenden Standortgesprächen. Die Mietzinsbelastungen stünden auf dem Prüfstand, müssten diskutiert werden und stellten einen Faktor für Geschäftsleute dar, der allerdings nicht allein entscheidend sei, so seine Einschätzung. «Die Ursachen für leerstehende Läden sind mehrschichtig.»

Branchenmix ist eine der Herausforderungen

Er verweist beispielsweise auf den hohen Margendruck für Händler und angesichts der Franken-Stärke auf den Zwang zu tieferen Verkaufspreisen sowie auf Ladenaufgaben aus Altersgründen: «Für alle erhielt die Ertragssituation einen Dämpfer.»

Der Branchenmix im Städtli bleibt Thema: «Rheinfelden pro Altstadt» sehe sich eher in einer Ratgeberfunktion und hoffe bei den Neubesetzungen auf «seriöse Geschäfte». Der Präsident lässt keine Zweifel übrig: «Um mittel- und langfristig bestehen zu können, braucht es viel Flexibilität und Kundenservice sowie ein intensives Betrachten des Umfelds.» Speziell mit Blick auf grosse Einkaufszentren in der Nordwestschweiz deutet Veronesi auf die für ihn hoffnungsvolle Variante: «Überschaubare Einkaufsmöglichkeiten werden künftig neue Chancen haben, und wir in Rheinfelden bieten starke Produkte.»

Veranstaltungen beleben die Altstadt

Dies signalisierte auch die Generalversammlung des Vereins, der in den zurückliegenden drei Jahren nicht nur seine Strukturen und Ressourcen analysiert hatte, sondern zur Erkenntnis gekommen war, dass zentrale Veranstaltungen in der Altstadt wie Frühlingserwachen zum 1. Mai hin, «Usestuehlete» am 2. September, Herbstwarenmarkt am 1. und 2. Oktober sowie die Sonntagsverkäufe am 11. und 18. Dezember belebend wirken. Einigkeit herrschte, in enger Zusammenarbeit mit Stadt und Tourismus Rheinfelden «unser Gesamtprodukt» zu stärken, Neues zu versuchen und Kooperationen etwa im Sponsoring-Bereich zu intensivieren.

Die alle drei Jahre notwendigen Vorstandswahlen bestätigten das komplette Team und dokumentierten einen klaren Vertrauensbeweis zum Weitermachen: Präsident Marco Veronesi, Vizepräsident Albi Wuhrmann, Anton Ertler (Finanzen), Heidy Freiermuth (Gastronomie), Michèle Dürrenberger (Kommunikation) sowie Ulrike Sammarchi und Martin Zander für Marketing.