Muri
Windkraft vom Lindenberg: AEW ist überzeugt von Wirtschaftlichkeit

Wind wird in der künftigen Energieversorgung einen nicht zu vernachlässigenden Anteil haben. Strom aus Wind wird wirtschaftlich auch auf dem Lindenberg zu produzieren sein. Davon ist unter anderem die AEW Energie AG überzeugt.

Eddy Schambron
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Der Beinwiler Gemeinderat Bruno Sidler zeigt die Haltung der Gemeinde und die Stimmung im Dorf auf.

Der Beinwiler Gemeinderat Bruno Sidler zeigt die Haltung der Gemeinde und die Stimmung im Dorf auf.

Eddy Schambron

«Glauben Sie, wir würden sonst in einen Windpark so viel investieren?», fragte Louis Lutz, Leiter erneuerbare Energie des AEW, an einem Informationsabend des Muri Energie Forums. Zusammen mit weiteren Investoren wie etwa die Centralschweizer Kraftwerke (CKW) auf der anderen Seite des Berges wird das Potenzial der Windenergie auf dem Lindenberg als beträchtlich eingestuft.

Messungen haben mit durchschnittlich 5,2 bis 5,4 Meter in der Sekunde genügendes Windaufkommen auf dem Lindenberg ergeben. Windenergie sei eine gute Ergänzung zur Photovoltaik. Während die Sonne im Sommer und vor allem in der Mittagszeit Strom produziert, ist das Windaufkommen am frühen Vor- und späteren Nachmittag in der Regel grösser als über Mittag und zudem unabhängig von der Sonne.

«Die Windenergieproduktion ähnelt dem Verbrauchsverhalten der Stromproduzenten», stellte Lutz fest. Kommt hinzu, «dass wir mit Windenergie pro investierten Franken am günstigsten Strom produzieren können.»

Auf dem Lindenberg soll ein Windpark mit mindestens drei Windrädern erstellt werden. Jedes Windrad würde mit der gewonnenen Energie jährlich 1100 Haushaltungen mit Strom versorgen können. Jetzt geht es darum, das dafür ideale Gelände umzuzonen. Ab 2015 wollen die Investoren auf Aargauer und Luzerner Seite Baubewilligungen für jede einzelne Turbine einreichen. Gebaut kann aber erst werden, wenn drei Bewilligungen vorliegen.

Energiewende ist möglich

Für Werner Leuthard, Leiter Abteilung Energie des Kantons Aargau, ist klar, dass die Energiewende möglich ist, wenn alle erneuerbaren Energien effizient genutzt werden. «Der Aargau ist kein Windkanton», räumte er ein, «aber er hat Standorte, die sich zur Gewinnung von Windenergie lohnen.» Und er machte darauf aufmerksam, dass es neben der Energieproduktion auch die entsprechenden Netze braucht, um den Strom zu verteilen.

Dabei werden aber die Anforderungen an moderne Verteilnetze und deren Steuerung steigen, wie André Kreuzer, Geschäftsführer ids Schweiz, ausführte. Neue Stromzähler, sogenannte Smartmeter, werden helfen, den aus vielen Quellen anfallenden Strom optimal zu verteilen und zu nutzen. Auch der Kunde kann seinen Verbrauch mit dem neuen Zähler kontrollieren und steuern. Der Beinwiler Gemeindrat Bruno Sidler erklärte, in seiner Gemeinde sei die Grundstimmung positiv abwartend.

Umrahmt wurde die gut besuchte Veranstaltung mit Slam Poetry von Patrik Züst, der sich in seinen Texten ebenfalls Energiefragen annahm.

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