Mühlau

Südseitiger Mühlauer Schulhaus-Anbau für 2,1 Millionen Franken

Die Schulhausvergrösserung in Mühlau sieht auf der Südseite einen zweistöckigen Anbau ans Sockelgeschoss des bestehenden Schulgebäudes vor. So wird Raum geschaffen für mehr als zwei Klassenzimmer.

Cornelia Bisch
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Gemeinderat Ivo Bucher (rechts) stellte die Schulhauserweiterung vor; links Mühlaus Gemeindeschreiber Thomas Isler. Cornelia Bisch

Gemeinderat Ivo Bucher (rechts) stellte die Schulhauserweiterung vor; links Mühlaus Gemeindeschreiber Thomas Isler. Cornelia Bisch

Die Schulhausvergrösserung in Mühlau sieht auf der Südseite einen zweistöckigen Anbau ans Sockelgeschoss des bestehenden Schulgebäudes vor. So wird Raum geschaffen für zwei Klassenzimmer à 90 m2 und eines von 70 m2, für zwei je 35 m2 grosse Gruppenräume, einige Nebenräume sowie eine Toilettenanlage und Garderoben.

«Nicht mehr zeitgemäss»

Laut Schulleiter Stefan Koch ist ein zeitgemässer Unterricht in den bestehenden Räumlichkeiten kaum mehr möglich. «Der moderne Unterricht sieht Gruppenarbeiten vor sowie altersdurchmischtes Lernen, Einzel- und Fachunterricht vor», führte Koch aus. Daher sei die Schulraumerweiterung von grosser Bedeutung.

Wie Gemeinderat Ivo Bucher ergänzte, löste die Umstellung des Schulsystems auf sechs Primarschuljahre eine Erhöhung der Schülerzahlen in Mühlau aus. Wegen eines in der Gemeinde geplanten Neubauprojekts mit 100 Wohnungen erwarte man in den nächsten Jahren zudem eine weitere Zunahme der Schülerzahlen.

«Die günstigste Offerte»

Sechs erfahrene Architekten wurden von der Planungskommission angeschrieben, für die Planungsarbeiten eine Offerte zu erstellen. Das günstigste Angebot wurde vom lokalen Architekturbüro Herbert und Bernadette Landolt eingereicht, das den Zuschlag erhielt. Weil Bernadette Landolt als Gemeinderätin ebenfalls Mitglied der Kommission ist, wurde der Vorwurf «Vetterliwirtschaft» laut. «Das Ehepaar Landolt reichte mit Abstand die günstigste Offerte ein. Ausserdem fanden wir es schön, ein Unternehmen aus der Gemeinde für dieses Projekt zu beauftragen», rechtfertigte Gemeinderat Ivo Bucher den Kommissionsentscheid. Es sei jeder Teilnehmer umfassend informiert worden. Die Frage, ob das Projekt nicht hätte öffentlich ausgeschrieben werden müssen, wurde nicht eindeutig geklärt. «Unserer Ansicht nach war dies wegen der recht geringen Summe des Projektierungskredits nicht notwendig», sagte Gemeindeschreiber Thomas Isler. Und für einen Projektwettbewerb habe eindeutig das Budget gefehlt.

Kaum Platzreserven

Der Erweiterungsbau müsse laut Vorschrift des Kantons dem bestehenden 100-jährigen Schulhaus untergeordnet werden, er dürfe also das Sockelgeschoss nicht überragen, erklärte Bucher weiter. Mit Ausnützung der Hanglage ist dennoch ein zweistöckiger Anbau möglich. Bemängelt wurde an der Informationsveranstaltung, dass das Erweiterungsprojekt keine Aula vorsieht. Daher müsse beispielsweise der musikalische Grundschulunterricht voraussichtlich weiterhin in den Räumlichkeiten des Gemeindehauses stattfinden. «Das ist letztlich eine Kostenfrage», sagte Isler. «Eine Aula würde die Baukosten auf rund 3 Millionen Franken erhöhen. Die Gemeinde Mühlau hat auch noch andere Projekte zu finanzieren, allen voran die Kläranlage, die 5,5 Millionen verschlingen wird.» Auch Schulleiter Stefan Koch verteidigte das Projekt: «Wir benötigen im Minimum zwei zusätzliche grosse Klassenzimmer sowie zwei Gruppenräume. Ein kleineres Klassenzimmer dient als Reserve. Wenn immer möglich wird auch der musikalische Grundschulunterricht ins Schulhaus übersiedeln.»

Steuerfuss bleibt unverändert

Auf den Steuerfuss hat der Erweiterungsbau laut Gemeinderat Ivo Bucher voraussichtlich keinen Einfluss. Sollte das Projekt an der Gemeindeversammlung vom 2. Juni angenommen werden, kann mit einem Baubeginn Anfang 2016 gerechnet werden. Die Bauzeit beträgt ein Jahr. Ein Kredit in der Höhe von 210 000 Franken für Renovationen im alten Schulhaus wird der Bevölkerung ebenfalls zur Genehmigung vorgelegt. «Ich gehe davon aus, dass das Erweiterungsprojekt angenommen wird. Es ist vernünftig, zahlbar und von hohem Nutzen für die Schüler und unsere Gemeinde», gab Isler zu verstehen.