Reusstal

Stromleitung: Nächste Etappe verzögert sich auf

Die Begleitkommission hat sich auf einen Korridor für die neue Starkstromleitung geeinigt, Anfang 2019 wird er präsentiert.

Toni Widmer
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Die 220-kV-Leitung im Reusstall soll auf 380 kV erweitert werden.

Die 220-kV-Leitung im Reusstall soll auf 380 kV erweitert werden.

Toni Widmer

Der nächste Schritt für die Realisierung einer neuen 380-kV-Hochspannungsleitung im Reusstal war für diesen Herbst geplant. Nun ist das öffentliche Mitwirkungs- und Vernehmlassungsverfahren um rund ein halbes Jahr verschoben worden.

«Die Begleitgruppe hat einen Variantenentscheid für den Leitungskorridor gefällt und sich auch auf eine Empfehlung für den technischen Aspekt geeinigt», erklärt Werner Gander, Leiter Sektion Elektrizitäts- und Wasserrecht beim Bundesamt für Energie.

Zurzeit sei er mit der Erstellung der Unterlagen für das Vernehmlassungsverfahren beschäftigt. «Die Sache ist sehr komplex und aufwendig, deshalb hat es mit dem Variantenentscheid auch etwas länger gedauert. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir die nächste Planungsetappe Anfang 2019, spätestens aber im Frühling starten können», führt Gander aus.

Noch keine Details verraten

In die Karten blicken lässt sich Gander zum Variantenentscheid verständlicherweise noch nicht und auch zum Thema Erdverkabelung, das im Reusstal seit Jahren intensiv diskutiert wird, kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen: «Wir haben sowohl den Leitungskorridor wie auch das Thema Erdverkabelung in der Begleitgruppe intensiv diskutiert und uns auf eine entsprechende Empfehlung zuhanden des Bundesrates geeinigt.

Bevor dieser einen definitiven Entscheid fällt, können sich im Rahmen der Vernehmlassung Gemeinden, Parteien, Verbände und Bevölkerung noch detailliert dazu äussern», erläutert er das Verfahren.

Die Begleitgruppe, welche den Variantenentscheid gefällt hat, ist ein offizielles Organ im laufenden Verfahren. Das Gremium ist vom Bundesamt für Energie eingesetzt worden und besteht aus Vertretern von Bund, involvierten Kantonen, Umweltverbänden und Swissgrid, dem eigentlichen Bauherrn der Leitung.

VSLR weiter für Verkabelung

Nicht in der Begleitgruppe vertreten sind Interessenverbände wie der Verein Verträgliche Starkstromleitung Reusstal (VSLR), der sich stark für eine Verkabelung der neuen Leitung engagiert. Der VSLR war massgeblich dafür verantwortlich, dass 2012 ein erstes Projekt für diesen Neubau gescheitert ist und Swissgrid mit der Planung neu beginnen musste.

Obwohl der Verein nicht in der Begleitgruppe vertreten ist, würden seine Anliegen von dieser ernst genommen. Der VSLR habe sich ja auch im Rahmen der ersten Anhörung zu den von Swissgrid vorgeschlagenen sieben Leitungskorridoren äussern können, erklärt Werner Gander. Stattgefunden hat diese Anhörung im Frühling 2017.

Korridor 5 als die beliebteste Lösung

Swissgrid hatte damals nicht nur eine neue Freileitung auf dem Trassee der bestehenden 220-kV-Leitung, (welche durch die neue 380-kV-Leitung ersetzt werden soll) präsentiert, sondern sechs weitere Varianten, unter anderem eine komplette Erdverkabelung. Diese Lösung, der Korridor 5, war im Rahmen der Anhörung beim VSLR und auch bei den involvierten Gemeinden auf die breiteste Zustimmung gestossen.

Wie eine Erdverkabelung gebaut wird, können die Mitglieder des VSLR übrigens am 3. November in Riniken begutachten. Swissgrid wird sie dort durch die aktuelle Baustelle führen.