Rudolfstetten
«Jahrhundertprojekt» rund ums Gemeindehaus nimmt Formen an – das Baugesuch liegt nun auf

In Rudolfstetten-Friedlisberg soll das Areal beim Gemeindehaus weiterentwickelt werden. Nun ist mit dem Baugesuch für einen Gemeindesaal, den neuen Werkhof, vier Mehrfamilienhäuser und zwei Tiefgaragen ein weiterer Schritt vollzogen.

Marc Ribolla
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Der neue elliptische Gemeindesaal prägt die unterste Ebene der Überbauung an der Friedlisbergstrasse.

Der neue elliptische Gemeindesaal prägt die unterste Ebene der Überbauung an der Friedlisbergstrasse.

Visualisierung/zvg

Vor rund zwei Jahren erhielt das historische Gebäude des Rudolfstetter Gemeindehauses eine äusserliche Auffrischung. Seither erstrahlen die Fassade und die bemalten Fensterläden in neuem Glanz. Vom Gelände drumherum mit dem alten, nicht mehr zeitgemässen Werkhof und brachliegenden Flächen kann dies nicht behauptet werden.

Das wird sich bekanntermassen aber ändern. «Der Gemeinderat trieb dieses Jahrhundertprojekt in der Planung voran», fasste Gemeindeammann Josef Brem in seinem Jahresrückblick Ende 2021 zusammen. Im Juni 2021 hatte die Gmeind Ja zur Finanzierung der Arealentwicklung Gemeindehaus gesagt. «All dies wird Investitionen von rund 25 Millionen auslösen und die Gemeinde so in den nächsten Jahren weiterbringen», hielt Brem fest.

Die Ansicht von oben mit dem bestehenden Gemeindehaus unten links. Rechts daneben der geplante neue Werkhof.

Die Ansicht von oben mit dem bestehenden Gemeindehaus unten links. Rechts daneben der geplante neue Werkhof.

Visualisierung/zvg

Seither ist intensiv an der Baueingabe gearbeitet worden. Nun liegt das Baugesuch für die Arealüberbauung noch bis am 19. Juli auf. Nebst der Einwohnergemeinde sind auch private Landeigentümer beteiligt, ausserdem wird auch die Ortsbürgergemeinde eines der Mehrfamilienhäuser bauen. Federführend in der Planung ist die Wohler Urs Müller Architekten AG.

Mehrzwecksaal und vier Mehrfamilienhäuser

Auf dem rund 8000 Quadratmeter grossen Gebiet ist eine Arealüberbauung mit vier Mehrfamilienhäusern, einem Werkhof, einer neuen Gemeindekanzlei und einem Mehrzwecksaal mit zwei Wohnungen darüber geplant. «Zusätzlich gibt es zwei Tiefgaragen, die Platz bieten für ein grosszügiges Park-and-Ride-Angebot», heisst es im Baubeschrieb.

Die Bauten sind auf vier verschiedenen Ebenen angesiedelt. Zuunterst prägt der neue Gemeindesaal in elliptischer Form das Areal. Nördlich davon steht das private Mehrfamilienhaus Fröhli mit Wohnungen und Gewerberäumen. Auf der zweiten Ebene liegt die Tiefgarage, eine Ebene darüber die drei Mehrfamilienhäuser sowie die erweiterte Gemeindekanzlei. Auf jener Ebene entsteht eine Art Flaniermeile. Zuoberst kommt der neue Werkhof mit Entsorgungsstelle zu liegen.

Auf der Ebene der erweiterten Gemeindekanzlei gibt es eine Art Flanierzone.

Auf der Ebene der erweiterten Gemeindekanzlei gibt es eine Art Flanierzone.

Visualisierung/zvg

Die Architekten betonen im Beschrieb hinsichtlich des Gemeindehauses: «Es entspricht einem Anliegen, dass dieses herrschaftliche Gebäude auch nach der Realisierung des neuen Quartiers die höchste, alles überragende Baute bleibt. Ehre, wem Ehre gebührt!»

Die öffentlichen Gebäude der Überbauung wie der Gemeindesaal, die Kanzlei und der Werkhof unterscheiden sich von den Wohngebäuden durch eine andere Fassade. «Sie werden analog zum Hochhaus am Bahnhof in einer Holzfassade erstellt», so die Architekten. Die Mehrfamilienhäuser erhalten ein verputztes Einsteinmauerwerk.

Holzschnitzelheizung und Fotovoltaik auf den Dächern

Geheizt wird prinzipiell alles mit einer zentralen Holzschnitzelheizung. Für die Warmwasseraufbereitung in den wärmeren Monaten wird aber der Strom der Fotovoltaikanlagen, die auf sämtlichen Dächern erstellt werden, genutzt. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Holzschnitzelheizung um rund einen Drittel.

Die Bauprofile stehen. Der alte Werkhof wird verschwinden.

Die Bauprofile stehen. Der alte Werkhof wird verschwinden.

Marc Ribolla

Im architektonischen Fachgutachten des Brugger Architekturbüros Tschudin Urech Bolt wird das vorliegende Projekt im Grundsatz gelobt. «Die städtebauliche Setzung der Häuser, in der Orientierung der umgebenden Bauten, ist sehr gut. Die Hangsituation bleibt erlebbar», halten die Fachleute unter anderem fest.