Beinwil
Projekt Windpark: «Es ist kaum damit zu rechnen, dass eine Auflage ohne Einwendungen bleibt»

Die Windpark Lindenberg AG möchte die Auswirkungen des Projekts Wildpark auf Mensch und Umwelt überprüfen.

Eddy Schambron
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Der Mast auf dem Horben misst das Windpotenzial auf dem Lindenberg – Windkraftanlagen wären ökonomisch umsetzbar, so die Windpark Lindenberg AG.

Der Mast auf dem Horben misst das Windpotenzial auf dem Lindenberg – Windkraftanlagen wären ökonomisch umsetzbar, so die Windpark Lindenberg AG.

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Die neue Windpark Lindenberg AG will die Machbarkeit des Projektes Windpark auf dem Freiämter Hausberg und dabei auch die möglichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt im Detail prüfen. Schliesslich soll sie die erforderlichen Bewilligungsschritte einleiten. Rein theoretisch könnte die Baubewilligung für einen Windpark auf dem Lindenberg in zwei Jahren vorliegen. Aber Louis Lutz, Leiter Erneuerbare Energien der AEW Energie AG, macht sich keine Illusionen: «Es ist kaum damit zu rechnen, dass eine Auflage ohne Einwendungen bleibt.» Realistischerweise geht er eher von vier Jahren bis zur Bewilligung aus. Auf jeden Fall will die Windpark Lindenberg AG, die in diesen Tagen gegründet wird und an der sich die AEW Energie AG mit 55 Prozent, die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) mit 25 und die Genfer Stadtwerke (SIG) mit 20 Prozent beteiligen, auch die Bevölkerung früh und umfassend einbeziehen. «Das Mitwirkungsverfahren soll die Grundlage für einen ausgewogenen Dialog schaffen, der am Ende auf allen Seiten einen informierten Entscheid zulässt.»

Persönliche Gespräche

In einer ersten Phase werden noch diesem Sommer die Interessengruppen in persönlichen Gesprächen befragt, um die Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem Windparkprojekt auf dem Lindenberg zu klären und erste Erkenntnisse für das weitere Vorgehen im Interessengruppenprozess zu gewinnen. Voraussichtlich im Herbst 2017 soll die Bevölkerung an öffentlichen Veranstaltungen über die Auswertung der Gespräche und das weitere Vorgehen informiert werden. Damit der Windpark umgesetzt werden kann, bedarf es einer Änderung des Nutzungsplans.

Neue Website

Neu aufgebaut ist die Website (www.windpark-lindenberg.ch). Hier ist unter anderem zu erfahren, dass jeder Windpark mit einer Leistung von über 5 MW, also auch der auf dem Lindenberg geplante, eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu bestehen hat. Diese hat im Aargau zusammen mit der Nutzungsplanänderung zu erfolgen. Seit diesem Frühjahr werden die Felderhebungen für die Umweltverträglichkeitsstudie weitergeführt. Die Untersuchungen ergänzen die bereits 2015 durchgeführten Erhebungen. Die Website wird immer wieder aktualisiert, unterstreicht Lutz. Und relativiert das Titelbild mit sieben Windrädern: «Zwar bietet das Gebiet platzmässig ein Potenzial von bis zu zehn Anlagen, aber wir gehen aus planerischen Gründen von vorerst vier bis fünf Anlagen aus.»

Genug Wind

Bereits 2008 erfolgten erste Windmessungen auf dem Lindenberg. Seit März 2014 werden die Winddaten mit einem 90 Meter hohen Messmast kontinuierlich aufgezeichnet. Diese hätten aufzeigen können, «dass ein ökonomisch umsetzbares Windpotenzial auf dem Lindenberg besteht», heisst es auf der Website zum Projekt. Auf 130 Metern Höhe liegt die langjährige Windgeschwindigkeit bei 5,4 Metern pro Sekunde.

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