Villmergen

Neuer Nutzungsplan: Und was ist mit den Einfamilienhäusern?

Seit vier Jahren arbeitet die Gemeinde zusammen mit Fachleuten an einem neuen Nutzungsplan. Jetzt ist er fast fertig. Doch viele Einwohner sind unsicher.

Andrea Weibel
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Grosses Interesse an der neuen Planung: Villmerger diskutierten am Mittwoch die überarbeiteten Zonenpläne. Andrea Weibel

Grosses Interesse an der neuen Planung: Villmerger diskutierten am Mittwoch die überarbeiteten Zonenpläne. Andrea Weibel

Andrea Weibel

Seit 2010 gehört Hilfikon zu Villmergen, die Gemeinde hat einen rekordverdächtigen Einwohnerzuwachs und auch die Bedürfnisse der Villmergerinnen und Villmerger haben sich in den Jahren verändert. Darum ist es dem Gemeinderat sehr wichtig, dass die Nutzungsplanung erneuert wird, also dass genau festgelegt wird, an welchen Orten was, wie und wie hoch gebaut werden darf.

2011 hat die Behörde darum zusammen mit Fachleuten und Vertretern von Parteien und anderen Gruppen die Revision und Zusammenführung der beiden bisherigen Nutzungsplanungen von Villmergen und Hilfikon begonnen. Jetzt endlich ist man im Schlussspurt.

Warum das so lange gedauert hat, ist schnell erklärt: «Bund und Kanton haben uns immer wieder mit neuen Gesetzen und Richtplänen Steine in den Weg gelegt», sagte Barbara Gloor, Geschäftsleiterin der Metron Raumentwicklung AG, am Mittwoch an einer Infoveranstaltung. Für die Villmergerinnen und Villmerger war das aber zweitrangig. Sie interessierten vor allem zwei Dinge: Was passiert mit den alten Gebäuden im Dorf? Und noch wichtiger: Was ändert sich für die Bewohner persönlich?

7800 Einwohner bis 2030

Den Verantwortlichen der Metron, Gemeindeammann Ueli Lütolf sowie Vizeammann Klemenz Hegglin war besonders wichtig, den etwa 100 Anwesenden die Angst zu nehmen. «Der Kanton hat uns vieles aufs Auge drücken wollen, aber dagegen haben wir uns so gut es geht gewehrt», so Hegglin. Gloor verdeutlichte die Grundbedingungen: «Der Kanton hat die Gemeinden unterschiedlich eingeteilt. Wir befinden uns im Entwicklungsschwerpunkt Wohlen-Villmergen. Hier sehen die Soll-Werte des Kantons bis 2040 so aus: Auf überbautem Bauland sind 70 Einwohner pro Hektare vorgesehen, auf noch unüberbautem Bauland sind es 90.»

Derzeit wohnen in Villmergen durchschnittlich 52 Einwohner auf einer Hektare. Den Befürchtungen aus dem Plenum, es könnte viel zu eng werden, stand Gemeindeammann Lütolf beschwichtigend gegenüber: «Wir haben nicht vor, diese Soll-Werte des Kantons zu erreichen. Wir gehen bis 2040 von 59 Einwohnern auf überbautem, 67 auf unüberbautem Land aus. Zudem rechnet der Kanton für Villmergen mit rund 8100 Einwohnern bis 2030. Unser Ziel sind etwa 7800, also sicher unter 8000.» Derzeit zählt die Gemeinde rund 7200 Einwohner.

Im Frühling 2018 vors Volk

Abgesehen vom allzu dicht gedrängten Wohnen interessierte die Villmergerinnen und Villmerger am Mittwoch vor allem, wie sich die Revision der Nutzungsplanung auf sie selber auswirken würde. «Stimmt es, dass die Einfamilienhäuser an der Bündtenstrasse so umgezont werden sollen, dass dort, falls man sein Haus abreissen und neu bauen möchte, kein Einfamilienhaus mehr stehen darf, sondern nur noch eine grosse Überbauung?», war eine wichtige Frage, die auch andere Gebiete im Dorfzentrum betraf. «Ja», bestätigte Gloor. Sie erklärte, dass die Planer dem Kanton hätten aufzeigen müssen, wo eine innere Verdichtung im Dorf möglich ist. Gleichzeitig ermutigte sie die Fragesteller aber auch, ihre Anfragen und allfällige Reklamationen noch während der öffentlichen Auflage, bis zum 24. Oktober, an die Gemeinde zu richten.

Die Gesamtrevision der Nutzungsplanung liegt nun zur Prüfung beim Kanton. Im Frühling 2018 soll sie an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung den Einwohnern zur Genehmigung vorgelegt werden.