Wohlen

Neue Badi-Rutschbahn kostet eine halbe Million Franken

Die alte 20 jährige Badi-Rutsche erfüllt die Normen nicht mehr. Sie kann geflickt, ganz abgebaut oder ersetzt werden. Das Parlament soll über Sein oder Nichtsein der beliebten Badi-Rutschbahn entscheiden.

Toni Widmer
Drucken
Teilen
Die alte Badi-Rutschbahn genügt den aktuellen Sicherheitsstandards nicht mehr.

Die alte Badi-Rutschbahn genügt den aktuellen Sicherheitsstandards nicht mehr.

Aargauer Zeitung

Der Gemeinderat Wohlen ist lernfähig. In der Vergangenheit ist er vom Einwohnerrat oft dafür gerüffelt worden, wenn er für ein laufendes Bauprojekt trotz sich abzeichnender Mehrkosten nicht rechtzeitig einen Nachtragskredit eingeholt hat. Jetzt macht er das für die Sanierung der Badi.

Dort kommt aus verschiedenen Gründen die Sanierung der Rutschbahn deutlich teurer als erwartet. Beziehungsweise, es lohnt sich nicht mehr, die 20 Jahre alte bestehende Rutschbahn zu sanieren. Die aktuellen Sicherheitsauflagen sind zu hoch. Es muss als eine neue Rutschbahn her. Und das kostet, je nach Ausführung, zwischen 0,5 und 0,6 Mio. Franken.

Normen nicht mehr erfüllt

Der Reihe nach: Am 25. September 2016 hat das Wohler Stimmvolk deutlich ja gesagt zum Sportpark Bünzmatt und damit auch zur Sanierung der Badi. Die Gesamtkosten für den Sportpark inklusive einer neuen, überdachten Eisbahn sind mit 23,4 Mio. Franken veranschlagt, netto entfallen auf die Gemeinde Wohlen 13,5 Mio. Die Sanierung der Badi allein kostet rund 11 Mio. Franken, darin inbegriffen Neubau, beziehungseise Neugestaltung von Skaterpark, Minigolf- und Pétanque-Anlage sowie Beachvolleyball-Feld.

Sportpark Bünzmatt: Am Freitag ist Tag der offenen Baustelle

Seit dem 12. März wird an der neuen Wohler Eisbahn gebaut, die Sanierung der Badi läuft seit dem Saisonende im Spätsommer. Wie weit das Projekt des neuen Sportparks Bünzmatt fortgeschritten ist, zeigen Baukommission und Gemeinderat morgen Samstag, 24. September, an einem Tag der offenen Baustelle von 10 bis 14 Uhr. Die Eröffnung der sanierten Badi ist im Frühsommer geplant, die neue Eisbahn soll im Herbst ihren Betrieb aufnehmen können.

Im Kostenvoranschlag sind für die Sanierung der bestehenden, vor 20 Jahren erstellten Rutschbahn 32 000 Franken vorgesehen. Jetzt haben vertiefte Abklärungen ergeben, dass dieser Betrag bei weitem nicht ausreicht. Die Standsicherheit des Bauwerks ist nach den aktuellen Normen nicht mehr gewährleistet. Man könnte diese zwar für rund 140 000 Franken auf den erforderlichen Sicherheitsstandard bringen. Doch diese Investition wäre nicht von Dauer. Es wird davon ausgegangen, dass die Rutschbahn in rund fünf Jahren doch ersetzt werden müsste.

Die Baukommission ist nun zum Schluss gekommen, dass sich eine solche Investition nicht lohnen würde. Ihrer Ansicht nach gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, man bricht die alte Rutschbahn ersatzlos ab, oder man baut im Zuge der laufenden Sanierung gleich eine neue, die dann auch sicher wieder 20 Jahre lang hält. Definitiv entscheiden muss nun der Einwohnerrat.

Ganz billig wird ein Neubau allerdings nicht. Es gib zwei Varianten: eine Rutsche aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren für knapp 0,5 Mio. Franken oder eine Rutsche aus Chromnickelstahl mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von über 30 Jahren für 0,62 Mio. Franken. Laut Gemeinderat und Baukommission ist offen, ob ein bewilligter Nachtragskredit voll ausgeschöpft werden müsste. Allenfalls lässt sich bei einem guten Verlauf der Sanierung ja da und dort etwas einsparen. Aber der Gemeinderat sagt sich: «Sicher ist sicher.» Darum will er das Parlament über Sein oder Nichtsein der beliebten Badi-Rutschbahn entscheiden lassen.

Formelle Änderungen

Im gleichen Bericht und Antrag hat der Gemeinderat auch noch formelle Änderungen des Vertragswerks zum Sportpark Bünzmatt aufgelistet, über die der Einwohnerrat ebenfalls entscheiden muss. Am 23. Januar 2017 hat das Parlament den Gemeinderat ermächtigt, verschiedene Verträge im Zusammenhang mit dem künftigen Betrieb von Eisbahn und Schwimmbad abzuschliessen. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die notariell beglaubigten Verträge in der aktuellen Form vom Grundbuchamt nicht goutiert werden. Es sind leichte Anpassungen nötig, die das Parlament absegnen muss.