Beinwil
Nach Grossbrand wird die 444-jährige Eichmühle jetzt ein Getreidecenter

Inhaber David Villiger schlägt ein neues Kapitel in der 444-jährigen Geschichte der Mühle auf. An vier Korntagen wird das neue Konzept gezeigt.

Eddy Schambron
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Markant: der neue, siebenstöckige Turm.

Markant: der neue, siebenstöckige Turm.

Zur Verfügung gestellt

Die traditionsreiche Eichmühle in Beinwil geht mit dem Abschluss des Neubaus in die Zukunft. Dieser war nötig geworden, nachdem am 12. November 2012 ein Grossbrand die heute 444 Jahre alte Mühle zerstört hatte. An vier «Korntagen» zeigen die Betreiber das neue Getreidecenter nicht nur der Öffentlichkeit, sondern laden auch das Fachpublikum zu entsprechenden Vorträgen ein.

Am Freitag, 9. Juni, von 14 bis 20 Uhr und am Sonntag, 11. Juni, von 10 bis 17 Uhr ist die Bevölkerung eingeladen, die neue Anlage zu besichtigten. Auf einem Betriebsrundgang kann man das Wahrzeichen, den siebenstöckigen Turm, sowie die Annahmeanlage, den Kommandoraum und die Laboreinrichtungen von innen kennen lernen und dabei viel Wissenswertes rund um das Thema Getreide erfahren. Zudem gibt es eine Festwirtschaft, Wettbewerb usw.

Neuausrichtung

Der Grossbrand 2012 hatte weitreichende Folgen. Zwar konnten die Feuerwehrleute die Wohnhäuser und Getreidesilos retten, aber die eigentliche Mühle wurde ein Raub der Flammen. «Weitermachen» war damals für David Villiger, der 2010 in der 9. Generation den Betrieb von seinen Eltern Paul und Emmi Villiger übernommen hatte, die Devise. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen erwies sich allerdings der Wiederaufbau der Futter- und Mehlmühle als nicht mehr möglich, diese Sparten wurden per 1. Dezember 2013 an die Obermühle in Boswil veräussert. Nach einer intensiven Planungs- und Bauphase konnte nun der Neubau der Eichmühle abgeschlossen werden. Neben den Siloanlagen wurde ein Getreidecenter mit Schälanlage erstellt. Ein zusätzliches Getreidesilo schafft mehr Lagerkapazität. Im Neubau befinden sich Anlagen für die Annahme, Reinigung, Trocknung und Kühlung von Getreide. «Eine Spezialität der Eichmühle wird in Zukunft das ‹Röllen› sein, das Schälen von Dinkelgetreide», erklärt der 40-jährige Inhaber und Betriebsleiter. Die Getreidecenter Eichmühle AG hat eine Lagerkapazität von 8000 Tonnen und verfügt über 60 Lagerzellen. Die Annahmeleistung gibt das Unternehmen mit 100 Tonnen pro Stunde an, die Verladeleistung mit 25 Tonnen in 8 Minuten. Die Belegschaft besteht aus vier Personen.

Das Team des Getreidecenters Eichmühle AG (v. l.): Paul Villiger, Thomas Theiler und Betriebsinhaber David Villiger.

Das Team des Getreidecenters Eichmühle AG (v. l.): Paul Villiger, Thomas Theiler und Betriebsinhaber David Villiger.

Zur Verfügung gestellt

1573 erstmals erwähnt

Die Eichmühle wurde 1573 erstmals in den Geschichtsbüchern erwähnt. Seit 1736, also 281 Jahren, wird sie von der Familie Villiger geführt. Früher wurden auf der Eichmatte nicht nur eine Mühle und ein Bauernhof wie heute betrieben, es existierten auch eine Sägerei, eine Bäckerei und eine Ölreibe. In der 7. Generation wurden die Mühle und der Landwirtschaftsbetrieb noch von zwei Brüdern gemeinsam betrieben. Als in der 8. Generation Josef und Paul Villiger das Zepter übernahmen, teilten sie die beiden Betriebe auf – Paul übernahm die Mühle, Josef die Landwirtschaft. Bekannt geworden ist die Mühle auch, weil sie nicht nur Grosskunden bediente und für Kleinkunden auch spezielle Mehl- und Müeslimischungen produzierte.

Korntage Freitag, 9. Juni, 14 bis 20 Uhr, und Sonntag, 11. Juni, 10 bis 17 Uhr, Tage der offenen Tür für die Bevölkerung. Donnerstag, 8., und Samstag, 10 Juni: Vorträge für Abnehmer, Verbände, Getreideproduzenten. Weitere Informationen finden Sie unter: www.villiger-eichmuehle.ch.