Wohlen
Metal für einen wohltätigen Zweck: Das «Swiss Metal Masters» lockte Hunderte Fans ins Casino

Im Casino massen sich neun Bands am Swiss Metal Masters vor einem begeisterten Publikum. Das besondere am lautstarken Festival: Damit alle Bands die gleichen Chancen vor den Konzertbesuchern haben, werden die Spielzeiten im Vorfeld nicht bekannt gegeben.

Chantal Gisler
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Die Band Deep Sun kam mit neuen Songs, die auch in Wohlen begeistert aufgenommen wurden. Chantal Gisler

Die Band Deep Sun kam mit neuen Songs, die auch in Wohlen begeistert aufgenommen wurden. Chantal Gisler

Dass Wohlen multikulti ist, ist bekannt. Doch dass die Gemeinde auch multimusikalisch ist, zeigte sich am Samstag im Casino einmal mehr: Zum zweiten Mal fand hier das Swiss Metal Masters statt. «Letztes Jahr hatten wir etwa 450 Besucher», erzählt Charis Zeindler, Co-Organisatorin der Veranstaltung.

Auch an diesem Abend war das Casino voll, Hunderte Besucher hatten sich eingefunden, um Piranha, Mortal Factor, Chainer, Deep Sun, Final Crusade, Ashtar, Rusted Guns, Emerald und Burning Witches live zu sehen.

Gleiche Chancen

Doch nicht nur die Musik ist an diesem Abend aussergewöhnlich, wie Zeindler erklärt: «Wir haben die Spielzeiten der Bands nicht preisgegeben. So haben alle die gleichen Chancen vor dem Publikum. Denn oft kommt es vor, dass die Fans nur wegen einer Band kommen und anschliessend wieder gehen.

Unsere Besucher lernen so auch neue Bands kennen.» Das Konzept scheint aufzugehen: «Ich bin extra aus Pratteln hierher gekommen», erzählt eine Besucherin. «Zwar bin ich nur wegen den Final Crusade hier, aber dadurch, dass ich nicht wusste, wann sie auftreten, habe ich zwei neue Bands gehört, die mir sehr gefallen.»

Für Gross und Klein

«Für uns ist es wichtig, dass die Metalszene auch in dieser Umgebung bleibt und gestärkt wird», erklärt Zeindler. Daher kommen auch einige Bands aus dem Freiamt. «Ich war letztes Jahr schon hier, aber als Besucher», erzählt Pascal Töngi, Gitarrist der Deep Sun.

Der Bremgarter steht mit seiner Band schon zum 45. Mal auf der Bühne. «Es hat mir sehr gefallen und dass wir heute auf der Bühne stehen dürfen, freut uns sehr.» Erst vor zwei Wochen hat die Band ihre neue CD veröffentlicht.

Wie sich während ihrem Auftritt zeigt, scheinen die neuen Songs gut anzukommen: Die Zuschauer bewegen sich zu den harten Symphonien, doch der grösste Fan der Band steckt noch in rosa Kinderschuhen: Ein kleines Mädchen in dunkelgrünen Hosen, einem schwarzen T-Shirt und grünen Ohrschützern tanzt wild zur Musik.

Mit ballettartigen Sprüngen und einigen Hip-Hop-Elementen verzückt sie die Besucher des Konzerts. Auch dem Gitarristen der Deep Suns huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Denn wie sich später herausstellt, handelt es sich bei der kleinen Tänzerin um seine Tochter: «Trotz unseres Erfolgs möchte ich, dass die Musik ein Hobby bleibt, sodass ich Zeit für meine Familie habe.»