Jonen
Verschuldung stark reduziert: Jonen will den Steuerfuss um 5 Prozent senken

Im Budget 2022 rechnet der Joner Gemeinderat nur noch mit einem um 5 Prozent tieferen Gemeindesteuerfuss von 87 Prozent. So niedrig war der Ansatz in der Kellerämter Gemeinde noch nie. Der Schuldenabbau und die gute Finanzlage seien ausschlaggebend.

Marc Ribolla
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Blick auf den Dorfkern von Jonen. 2022 wird mit einem leichten Ertragsüberschuss in der Gemeindekasse gerechnet.

Blick auf den Dorfkern von Jonen. 2022 wird mit einem leichten Ertragsüberschuss in der Gemeindekasse gerechnet.

Melanie Burgener (7.9.2021)

Arni und Muri wollen ihre Steuersätze kommendes Jahr um 3 bis 4 Prozent reduzieren – das ist bereits bekannt. Nun setzt im Freiamt Jonen noch einen drauf. Die Kellerämter Gemeinde möchte den Steuerfuss 2022 sogar um 5 Prozent senken. Neu soll er bei 87 Prozent liegen. Darüber befindet die Gmeind am 8. November.

Mit welcher Begründung soll dies passieren? Die Pandemie habe bisher keine nennenswerten Spuren in den Gemeindefinanzen hinterlassen und die finanzielle Situation präsentiere sich weiter positiv, hält der Joner Gemeinderat in der Broschüre zur Gmeind fest.

«Die beträchtliche Verschuldung durch mehrere Grossprojekte im vergangenen Jahrzehnt konnte weitgehend abgetragen werden. Dies und die gute Finanzlage haben den Gemeinderat bewogen, das Budget 2022 mit einer Senkung des Steuerfusses zu planen», argumentiert die Exekutive.

Die Schuldenentwicklung in Jonen seit 2016 mit Ausblick bis 2026.

Die Schuldenentwicklung in Jonen seit 2016 mit Ausblick bis 2026.

zvg

Gemäss den Prognosen soll die gesamte Nettoschuld Ende 2022 nur noch rund 664'000 Franken oder pro Kopf knapp 289 Franken betragen. Vor fünf Jahren waren es noch rund 3200 Franken pro Kopf.

Zum letzten Mal ein Betrag aus der Aufwertungsreserve

Im Budget 2022 geht die Gemeinde wegen der Steuerfusssenkung von Mindereinnahmen in der Höhe von 300'000 Franken aus. Gesamthaft rechnet Jonen mit einem Nettoaufwand von rund 6,3 Millionen Franken und einem Steuerertrag von knapp 6,34 Millionen Franken. Zum leicht positiven operativen Ergebnis wird zusätzlich zum letzten Mal ein Betrag aus der Aufwertungsreserve über 100'000 Franken entnommen.

Dies führt zu einem budgetierten Ertragsüberschuss von rund 133'000 Franken. Zum positiven Abschluss soll auch ein leichtes Einwohnerwachstum beitragen. Der Gemeinderat zeigt sich auch für die weiteren Jahre zuversichtlich. Er erklärt:

«Eine stete, verlässliche Finanzpolitik ist dem Gemeinderat ein grosses Anliegen. Die Finanzplanung zeigt, dass die Senkung auch längerfristig tragbar ist.»

Mit dem beantragten Steuerfuss von 87 Prozent knackt Jonen eine Marke. Noch nie in der Dorfgeschichte lag er unter 90 Prozent. Die letzte Senkung vollzog die Gemeinde vor 16 Jahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 betrug er noch 121 Prozent.

Nebst dem Budget befindet die Gmeind unter anderem auch über die Änderung von Teilen der Gemeindeordnung aus dem Jahr 1981. Angepasst werden sollen beispielsweise die Kompetenzen des Gemeinderats für Grundstückskäufe oder die Anzahl nötiger Unterschriften für ein fakultatives Referendum.

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