Jetzt wird es mit der Windenergie am Lindenberg konkreter

Nach den Gegnern formieren sich nun auch die Befürworter von einem möglichen Windpark am Lindenberg. Zuerst ist aber eine Zonenplanänderung notwendig. Eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit findet am 24. Januar statt.

Eddy Schambron
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Gut verankert: Auf dem Horben wird seit einiger Zeit das Windvorkommen an einem Mast gemessen. Eddy Schambron

Gut verankert: Auf dem Horben wird seit einiger Zeit das Windvorkommen an einem Mast gemessen. Eddy Schambron

Eddy Schambron

Es frischt auf am Lindenberg: Das Areal mit möglichen Standorten für Windkraftanlagen in der Gemeinde Beinwil ist im kantonalen Richtplan auf dem Lindenberg ausgeschieden, womit die rechtlichen Voraussetzungen zur Anpassung der kommunalen Nutzungsplanung geschaffen sind. Ebenso ist die Windpark Lindenberg AG mit Sitz in Beinwil gegründet, «mit dreimonatiger Verspätung», wie die Gegner von Windparks auf dem Lindenberg festhalten. Aber das alles ist erst ein Anfang auf einem langen Weg.

Zuerst ist einmal der Kulturlandplan mit einer Sondernutzungszone für Windkraftanlagen zu ergänzen. Dafür braucht es eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Wie der Gemeinderat Beinwil ausführt, sollen nun die konkreten Planungsarbeiten auf kommunaler Ebene aufgenommen werden. «Am Ende des Prozesses steht der Beschluss über die Zonenplanänderung, welcher durch die Stimmberechtigten beziehungsweise die Einwohnergemeindeversammlung zu fassen ist.»

Befindlichkeiten erfassen

Bereits im Sommer wurden durch die Sociolution GmbH, Netzwerk für Sozial- und Politikmanagement in Wabern, rund 40 Gespräche mit unterschiedlichen Personengruppen und Behördenvertretern geführt. Ziel war es, die verschiedenen Themenfelder und Problemstellungen zu erfassen und zusätzliche Erkenntnisse über die Befindlichkeiten und Wünsche einzelner Anspruchsgruppen zu gewinnen.

Das Ergebnis wird öffentlich bekannt gemacht, und zwar an einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 24, Januar, 20 Uhr in der Aula des Mehrzweckgebäudes in Beinwil. Zusätzlich sollen Begleitgruppen gebildet werden, in welchen verschiedene Interessengemeinschaften vertreten sind. Eine Steuerungsgruppe aus Vertretern der Windpark Lindenberg AG, der Standortgemeinden, der Region und des Kantons sowie der Sociolution GmbH soll entscheiden, welche Themenkreise vordringlich zu behandeln sind. Aus der Standortgemeinde Beinwil nimmt Gemeindeammann Albert Betschart Einsitz.

«Briefkastenfirma» in Beinwil

Kritisch-bissig zeigt sich der Verein Pro Lindenberg: «Nachdem die Windpark Lindenberg AG im Juni 2017 grossartig die Gründung ihres Unternehmens als Fakt angekündigt hatte, Flugblätter verteilt und dadurch bereits die Entwertung der Liegenschaften rund um den geplanten Windpark und die Rückzüge von unzähligen Landverkäufen in diesem Gebiet eingeleitet hat, hat sie es nun doch geschafft, diese Gründung auch rechtswirksam im Handelsregister einzutragen.»

Interessant sei, dass die Gemeindeverwaltung Beinwil als Domiziladresse genannt wird – «also eine Briefkastenfirma in der Gemeinde Beinwil.» Als «bemerkenswert» findet Pro Lindenberg schliesslich, «dass bereits Dienstbarkeits- und Baurechtsverträge in der Gesamtsumme von 700 000 Franken im Vorfeld getätigt wurden, obwohl noch kein Richtplan mit einem Windpark rechtsgültig in beiden Kantonen bestand.»

Schon im August hatte Pro Lindenberg klargemacht, um was es dem Verein geht: die Verhinderung eines Windparks, wie er von der AEW Energie AG, der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) und der Genfer Stadtwerke (SIG) verfolgt wird.

Präsident Heiri Knaus erhebt den Anspruch, nicht auf den Kampf gegen Windturbinen reduziert zu werden. «Wir widmen uns dem Schutz des Lindenbergs in allen Belangen, wir wollen die Wohn- und Lebensqualität hier erhalten sowie die Attraktivität des Lindenbergs heben und das Freizeitangebot verbessern.» Aktuell zählt der Verein 165 Mitglieder.