Beinwil
Hier kommen die Windkraftanlagen hin

Der Windpark Lindenberg gibt Einblick in die bisherigen Arbeiten und den aktuellen Stand der Abklärungen.

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Blick aus dem Dorf Beinwil, Höhe Restaurant Rössli, Richtung Lindenberg. Je nach Lichteinfall wirken die Windanlagen dunkel oder hell.zvg

Blick aus dem Dorf Beinwil, Höhe Restaurant Rössli, Richtung Lindenberg. Je nach Lichteinfall wirken die Windanlagen dunkel oder hell.zvg

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Jetzt kann man auf ein paar Meter genau sehen, wo die fünf Windkraftanlagen auf dem Lindenberg zu stehen kommen sollen. In der neusten Ausstellung zeigt die Windpark Lindenberg AG auch, wie sichtbar sie aus verschiedenen Standorten sein werden. «Wir haben uns um eine möglichst objektive Visualisierungen mit drei verschiedenen Höhen der Anlagen bemüht», erklärt Louis Lutz, Projektverantwortlicher und Leiter Regional-Center Bremgarten der AEW AG.

Ziel der Ausstellung ist es, Einblick in den aktuellen Stand der Planung und die laufenden Untersuchungen zu geben und auch der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, ihre Anliegen einzubringen.

Am meisten interessieren die Besucherinnen und Besucher augenscheinlich die Visualisierung. Je nach Standort sind die Windräder mehr oder weniger gut zu sehen. Auf dem Horben, beim Schloss, wird man zwei Anlagen ganz, einen Rotor noch knapp über den Baumwipfeln sehen.

Horben, Blick ab Standort Schloss: Zwischen den zwei Windrädern links ist der heute stehende Windmessmast zu erkennen.

Horben, Blick ab Standort Schloss: Zwischen den zwei Windrädern links ist der heute stehende Windmessmast zu erkennen.

Horben, Blick ab Standort Schloss: Zwischen den zwei Windrädern links ist der heute stehende Windmessmast zu erkennen.

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Der Blick von Beinwil, Standort Gasthaus Rössli, Richtung Lindenberg, zeigt zwei Anlagen, die über den Wald hinausragen. Ausgangs Geltwil Richtung Schlatt sind es drei. «Die Wahrnehmung wird wesentlich vom Lichteinfall und von der Witterung abhängen», weiss Lutz. «Windkraftanlagen werden immer ein neues Element in der Landschaft darstellen, das nicht versteckt werden kann», hält dazu die Ausstellung fest.

Grundwasser im Fokus

Es sind viele Themen, die zum Windpark Lindenberg von der Steuergruppe, bestehend aus Vertretern von Behörden, Verbänden und Fachleuten, sowie der Begleitgruppe, bestehend aus privaten Fachleuten, Interessierten, Kommissions- und Verbandsvertretern sowie auch Gegnern des Windparks, zu bearbeiten sind.

Messungen zeigen genügend Wind: Windpark ist wirtschaftlich interessant

Messungen haben gezeigt, dass die Windgeschwindigkeit auf dem Lindenberg mit der Höhe zunimmt. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an der Mastspitze 91 Meter über dem Boden beträgt 5 m/s. Nur 55 Meter über Boden beträgt sie 4,2 m/s. Der Messmast auf dem Lindenberg wurde im März 2014 errichtet und liefert seitdem kontinuierlich Daten.

Am Beispiel des Anlagetyps Vestas V136 berechnet die Windpark Lindenberg AG auf einer Höhe von 112 Metern Strom für 1300 Haushalte, auf einer Höhe von 149 Metern für 1400 Haushalte. Eine andere Anlage, Enercon E-141, kommt mit einer Höhe von 129 Metern auf 1500 und mit 159 Metern auf 1600 Haushalte.

Laut Berechnungen der Windpark Lindenberg AG ist die Wirtschaftlichkeit gegeben, «natürlich mit den Fördergeldern für erneuerbare Energie des Bundes», wie Lutz erklärt. Die Investitionskosten belaufen sich auf 35 bis 50 Mio. Franken, abhängig von der Grösse und Anzahl der Anlagen. Die Betriebskosten von einer Million Franken pro Jahr teilen sich auf in die Kosten für die Vorfinanzierung des Rückbaus, für Gemeindeabkommen und Landnutzungsverträge, Pflege der Anlagestandorte, Versicherung, Betriebsführung und Wartung. Die Wirtschaftlichkeitsberech-
nungen unter den gemachten Annahmen würden zudem zeigen, dass der Windpark Lindenberg einen internen Zinsfuss (IRR) in allen Varianten überschreitet. (es)

Umweltverträglichkeit, Landschaftsanalyse, Zug- und Brutvögel, Wirtschaftlichkeit oder Geologie und Grundwasser sind einige davon. «Das Grundwasser ist ein sehr wichtiger Bereich, der die Bevölkerung besonders bewegt», weiss Lutz. In einer ersten Risikobetrachtung wurden alle denkbaren Gefährdungen des Grundwassers in Betracht gezogen.

«Einige Gefährdungen konnten ausgeschlossen werden. Andere Gefährdungen müssen standortspezifisch weiter untersucht werden», heisst es in der Ausstellung. Stelle sich heraus, dass sie nicht ausgeräumt werden könnten, müsste von Projektteilen oder vom gesamten Projekt Abstand genommen werden.

Viele Details

Es ist noch nicht Halbzeit in der Abklärungsphase, noch ist nichts entschieden. Trotzdem sind Details aus der Ausstellung herauszusehen. So wird das Fundament einer Windkraftanlage, je nach Wahl der Anlage, ungefähr einen Durchmesser zwischen 22 und 24 Metern aufweisen und eine Tiefe zwischen 3,2 und 3,45 Metern haben.

Auf dem Lindenberg würden die Anlagen mit einer Eiserkennung an den Rotorblättern und mit einer automatischen Abtauvorrichtung versehen, wie Lutz erklärt. Weitere Abklärungen, wahrscheinlich mit einem Zugvogelradar, werden zeigen müssen, ob und wie Vögel durch die Windkraftanlagen beeinträchtigt würden; entsprechende Abklärungen wurden bereits für Fledermäuse gemacht.

«Bis jetzt haben die Abklärungen noch keine überkritischen Bereiche gezeigt, die einen Abbruch des Projekts nahelegen würden», fasst Lutz den aktuellen Sachstand für die Windpark Lindenberg AG zusammen.

Weitere Ausstellungen:

Heute Donnerstag, 20. September, und Mittwoch, 26. September, Sulz, Saal (Hitzkirch); Montag, 24. September, Beinwil, Mehrzweckhalle, jeweils von 18 bis 21 Uhr.

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