Beinwil
Eichmühle AG : Der neue Silo schiesst in nur 10 Tagen 30 Meter in die Höhe

Die Eichmühle AG findet nach dem Grossbrand 2012 mit einem Getreidecenter den Weg in die Zukunft. Es entsteht nicht nur ein neuer Getreidesilo, sondern eine skulpturale Erscheinung aus lasiertem Beton und transparenten Fassaden-Partien mit grossflächigen Lichtbändern.

Eddy Schambron
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Eichmühle AG
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Hier entsteht der neue, 30 Meter hohe Silo.
Die Visualisierung zeigt den neuen Silo (links).

Eichmühle AG

Aargauer Zeitung

Bei der Eichmühle wird das neue Silogebäude erstellt. Speziell daran ist das Bauverfahren, das das neue Getreidecenter in nur 10 Tagen auf 30 Meter Höhe wachsen lässt. Dafür wird rund um die Uhr betoniert. Bis zur Sommerernte sollen die neuen Lagerkapazitäten nutzbar sein.
Die neue Annahmestelle wird schliesslich für die Ernte 2017 betriebsbereit sein.
Ein Grossbrand im November 2012, der die Anlagen der traditionsreichen Eichmühle weitgehend zerstörte, verlangte schliesslich die Entscheidung, die Futter- und Mehlmühle nicht wieder aufzubauen, sondern diese Sparten an die Obermühle in Boswil zu verkaufen.
Es folgten der Entschluss, auf der Eichmühle ein Getreidecenter zu erbauen und die entsprechenden, umfangreichen Planungen an die Hand zu nehmen. Jetzt geht es an die Umsetzung. In einem Neubau werden Anlagen installiert, die einerseits die effiziente Annahme, Reinigung, Trocknung und Kühlung von Getreide ermöglichen.
Eine Grossbunkerschüttgosse mit 25 Tonnen Volumen und einer Annahmeleistung von bis zu 100 Tonnen pro Stunde bildet die Basis des leistungsstarken Getreidecenters. Andererseits wird zukünftig das «Röllen», das heisst das Schälen von Dinkel, sehr schonungsvoll erfolgen, heisst es in einer Mitteilung der Eichmühle AG. Dieser Bearbeitungsvorgang gewinne in der Schweiz immer mehr an Bedeutung. «Der sich jetzt im Bau befindende Getreidesilo bietet künftig grössere Lagerkapazitäten und wird damit mehr Flexibilität im Betriebsablauf ermöglichen.»
Betriebe entflechtet
Als Erstes wurde im Oktober 2015 eine neuen Zufahrtsstrasse erstellt. Der Betriebsverkehr des neuen Getreidecenters führt zukünftig direkt zur neuen Getreideannahmehalle. Verkehrstechnisch können so die beiden Betriebe in der Eichmühle, der Landwirtschaftsbetrieb und das Getreidecenter, sinnvoll entflechtet werden. Die Getreideablieferung wird einfacher, was Vorteile sowohl für die Kunden als auch für den Betriebsablauf mit sich bringt.
Besondere Herausforderung
Das Projekt stellte das Planungsteam unter der Projektleitung der Roland Stöckli Baumanagement AG vor eine besondere Herausforderung. «Es galt, hohe technische und statische Bedürfnisse mit den Anliegen der Raumentwicklung und der Entflechtung von Landwirtschaft und Getreidecenter in der historisch gewachsenen Eichmühle zu verbinden.»
Es entstehen jetzt nicht einfach nur ein neuer Getreidesilo, sondern eine skulpturale Erscheinung aus lasiertem Beton und transparenten Fassaden-Partien mit grossflächigen Lichtbändern. «Das Gebäude wird zweifellos ein neues Markenzeichen der Eichmühle AG als Getreidecenter und dürfte über die Region hinaus als hervorragend gestaltete Industriebaute von sich reden machen», halten die Planer fest.
Mit grüner Insel
Im Gesamtplan verbunden sind Erschliessungen der neu angelegten Getreideannahmestelle und ein optimierter Hochwasserschutz in Verknüpfung mit dem Hochwasserschutzprojekt der Gemeinde Beinwil am Sembach. Mit dem Hochwasserschutzprojekt entstehe mitten im Bauperimeter anstelle der derzeitigen provisorischen Annahmestelle eine grüne Insel in mehrheitlich harten Belagsstrukturen. Das historische Beinhaus, die Knochenmühle, bleibt bestehen und erhält innerhalb des Wendekreises bei der Annahmestelle einen eigenen Raum.