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Die Adventszeit – besinnlich oder doch nur Stress?

Die AZ-Praktikantinnen haben sich im Freiamt umgehört, was die Adventszeit den Menschen bedeutet.

Natasha Hähni und Melanie Burgener
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Jan Winz 25, Wohlen «Das Essen ist das Schönste. Ich backe die Weihnachtsguetzli selber. An den Weihnachtsmarkt gehe ich wegen dem Glühwein.»
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Tina Wettstein 27, Zürich «Viele Lichter und Kerzen machen die Adventszeit aus. Ich gehe sehr gerne an Weihnachtsmärkte. Dafür komme ich auch jedes Jahr von Zürich nach Bremgarten.»
Ken Treibenreif 27, Wohlen «Für mich gehören Guetzli dazu. Meine Mutter macht die besten Weihnachtsguetzli überhaupt. An den Weihnachtsmarkt gehe ich auch, vor allem wegen dem Glühwein.»
Rainer Sorg 46, Bremgarten «Für mich gehören Kerzen und Dekoration zur Adventszeit. Zu Hause dekoriert meine Frau. Der Christkindlimarkt wird, glaube ich, von den Frauen mehr geschätzt.»
Rea Raselli 52, Bremgarten «Die Stimmung in dieser Zeit ist gestresst. Für mich ist es aber ein Fest der Liebe. Meine Kinder sollen jedoch das ganze Jahr vorbei kommen, nicht nur in dieser Zeit.»
Was darf für Sie nicht fehlen in der Adventszeit?

Jan Winz 25, Wohlen «Das Essen ist das Schönste. Ich backe die Weihnachtsguetzli selber. An den Weihnachtsmarkt gehe ich wegen dem Glühwein.»

AZ

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt – Kerzen, Lichterketten und sonstige Weihnachtsbeleuchtung gehören fest zur dunklen Jahreszeit. Doch sie sind lange nicht das Einzige, was die Adventszeit für Freiämterinnen und Freiämter ausmacht.

Das Wichtigste im Advent ist für viele, dass man sich bewusst mehr Zeit für Familie und Freunde nimmt. «Geschenke sind da gar nicht so wichtig», findet Agnes Ming aus Bremgarten. Der ganze Rummel in den Läden sei sowieso nichts für sie. Viel schöner findet die 82-Jährige es, mit ihren Liebsten zusammen zu sein. Zeit mit der Familie zu verbringen hat, besonders in der Adventszeit, auch seine Vorteile. «Das Tollste am Advent sind die Weihnachtsguetzli, meine Mutter macht die allerbesten», sagt der 27-jährige Ken Treibenreif schmunzelnd.

Langsam kommt Weihnachtsstimmung auf, im Freiamt sucht sogar das Fröschli ein Weihnachtskerzchen.

Langsam kommt Weihnachtsstimmung auf, im Freiamt sucht sogar das Fröschli ein Weihnachtskerzchen.

Andrea Weibel

Advent geht durch den Magen

Neben dem Magen soll die Zeit vor Weihnachten aber vor allem dem Geist guttun. Viele gehen öfter in die Kirche als im Rest des Jahres, Spenden wird zur Selbstverständlichkeit. Eine Passantin findet, dass die Adventszeit dazu dienen soll, sich an die Geburt Christi zu erinnern. Wenn das nicht der Fall sei, handle es sich beim Advent um reinen Kommerz, das sei schade.

Dass um Weihnachten herum viel gekauft und verkauft wird, ist jedoch alles andere als ein Geheimnis. Die Läden übertreffen sich täglich mit Sonderangeboten. Kaum hat sich das erste Blatt orange verfärbt, nehmen Supermärkte Weihnachtsschokolade, Weihnachtsdeko und Weihnachtsguetzli ins Sortiment. Ab Ende November schmücken sich dann auch die Städte und Dörfer der Jahreszeit entsprechend. In den Gassen und auf den Plätzen der Gemeinden reihen sich die Stände der verschiedenen Weihnachtsmärkte. Auch die sind nicht jedermanns Sache. Während die einen die vielen Lichter, die gutduftenden Backwaren und die zahlreichen handgemachten Waren geniessen, finden die anderen hauptsächlich Stress und Gehetze in den engen Gassen. Etwas mögen die meisten dann aber doch an den Weihnachtsmärkten: «Glühwein, das ist mein Highlight an jedem Weihnachtsmarkt», schmunzelt der 25-jährige Jan Winz. Wer jetzt denkt, dass die Jungen vor allem eine Schwäche für den Alkohol in der traditionellen und besinnlichen Weihnachtszeit haben, der liegt nicht ganz richtig. Vielen ist nämlich vor allem die Beleuchtung der Städte wichtig. «Der Winter hier in der Schweiz ist grundsätzlich mal dunkel. Die Weihnachtsbeleuchtung überall verwandelt diese Dunkelheit in etwas Schönes, Weihnachtliches», findet der 18-jährige Giuliano Mendes. Und auch die Weihnachtskränze an jeder Haustüre seien ein Zeichen dafür, dass bald Weihnachten sei.

Nicht jeder dekoriert

Doch längst nicht jeder dekoriert sein Haus oder seine Wohnung zu Weihnachten. «Auch wenn der Adventskranz für mich das Symbol der Adventszeit ist, habe ich keinen bei mir zu Hause. Ich wohne alleine. Ich gehe viel lieber bei meiner Tochter vorbei, die hat einen. Letztendlich geht es ja darum, bei der Familie zu sein und nicht darum, in jeder Wohnung einen Kranz zu haben», erzählt Kari Eymann aus Wohlen.

Ob mit Kranz oder ohne, am Weihnachtsmarkt, im Kaufhaus oder doch einfach zu Hause, die Adventszeit definiert jeder anders. Einig sind sich die meisten Leute aber darin, dass ein bisschen Licht in den dunklen und kalten Winternächten viel zur Weihnachtsstimmung beiträgt. Glücklicherweise ist dafür schon gesorgt.