Villmergen
Der Widerstand gegen den Abriss des Kirchenzentrums hält weiter an

An einer gut besuchten Kulturnacht haben sich am Samstag erneut auch jene Kreise geäussert, welche einen Abbruch des reformierten Kirchenzentrums in Wohlen verhindern wollen.

Toni Widmer
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Reformiert Kirche Villmergen.Archiv/az

Reformiert Kirche Villmergen.Archiv/az

Dominic Kobelt

Die Umnutzung des Areals steht seit einigen Jahren im Raum. Wie überall hat auch die Reformierte Kirchgemeinde Wohlen, zu der Villmergen gehört, mit Mitgliederschwund und entsprechenden finanziellen Problemen zu kämpfen. Das Kirchenzentrum in Villmergen ist stark sanierungsbedürftig, das Geld für die Instandstellung – die Rede ist von Kosten in der Höhe von gegen 1,5 Mio. Franken – aber nicht vorhanden. Nach langer Diskussion war vorgesehen, die Liegenschaft der Vorsorgestiftung Prosperita in Münsingen zu verkaufen. Sie plante dort eine Wohnüberbauung mit 26 bis 28 altersdurchmischten Wohnungen. Die Kirche sollte abgebrochen werden, der Kirchturm aber als Symbol erhalten bleiben.

Baurecht statt Verkauf

Die IG Pro reformierte Kirche Villmergen wollte schon damals die Gebäude erhalten und sanieren. Finanziert werden, erklärte sie, könnte ein solches Vorhaben allenfalls mit einem Verkauf der unüberbauten Parzelle.

An der Kirchgemeindeversammlung im September 2016 gab es schliesslich eine Zwischenlösung: Die Kirchenpflege wurde beauftragt, Verhandlungen aufzunehmen mit dem Ziel, das Land nicht zu verkaufen, sondern nur im Baurecht abzugeben. Dazu sollte angestrebt werden, dass die Kirchgemeinde in einem allfälligen neuen Gebäude einen Mehrzweckraum mieten oder kaufen könne. Auf diesen Beschluss wollte man an einer weiteren Versammlung im Juni 2017 wieder zurückkommen. Der entsprechende Antrag scheiterte jedoch an der nötigen Zweidrittelmehrheit, welche um eine Stimme verpasst wurde.

Dennoch ist das Geschäft an der bevorstehenden Kirchgemeindeversammlung vom 22. November jetzt wieder traktandiert. Weil in einer Wohnzone kein Mehrzweckraum für öffentliche Nutzung gebaut werden darf, stellt die Kirchenpflege einen Änderungsantrag zu dem im September 2016 bewilligten Kompromissantrag.

Und erneut regt sich heftige Opposition, wie einem Beitrag von «Horizonte», dem Pfarrblatt der Katholischen Kirche Aargau, zu entnehmen ist. Dort erklärten die Initianten der eingangs erwähnten Kulturnacht, die Sanierung sei für einen deutlich geringeren Betrag zu realisieren als bisher angenommen und ohne Steuererhöhung finanzierbar. Die Kirche dürfe nicht verkauft werden.

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