De Sämf dezue
Nein, die Gemeindemitarbeiter waren nicht betrunken

Einem AZ-Leser ist aufgefallen, dass an mehreren Stellen in Wohlen so genannte «Haifischzähne» verkehrt auf die Strasse gepinselt worden sind. Stimmt das? Die AZ ist dem nachgegangen. Ausserdem bringen die kommenden Wahlen viel Witziges mit sich, die Wellen gehen hoch.

Andrea Weibel und Nathalie Wolgensinger
Drucken
Teilen
Die «verkehrten Haifischzähne» an der Wohler Pilatusstrasse sind eben gar nicht verkehrt.

Die «verkehrten Haifischzähne» an der Wohler Pilatusstrasse sind eben gar nicht verkehrt.

Andrea Weibel

«Das gibt es nur in Wohlen!», schrieb ein AZ-Leser kürzlich in einem E-Mail an die Redaktion. «Wem ist noch nicht aufgefallen, dass die meisten ‹Haifischzähne› bei Strassenkreuzungen mit Vortrittsrecht in Wohlen verkehrtherum auf die Strassen gemalt wurden? Die Zahnspitzen zeigen in die falsche Richtung, statt auf die ankommenden Verkehrsteilnehmer. Da ist es nicht zu spät, das gelegentlich richtig zu machen», hiess es im Mail. Waren die Gemeindemitarbeiter, die für die Signalisation zuständig sind, etwa betrunken oder nicht konzentriert genug, um die Schablonen richtig herum aufzulegen?

Nein, die Arbeiter haben alles richtig gemacht, wie eine kleine Recherche der AZ zeigt. Matthias Schatzmann, Polizeichef-Stellvertreter der Regionalpolizei Wohlen, erklärt: «Bei der beschriebenen Signalisation handelt es sich um einen Hinweis an den Verkehrsteilnehmer über die Fahrbahnerhöhung. Sie regelt kein Vortrittsrecht oder ähnliches, sondern soll lediglich den Verkehrsteilnehmer sensibilisieren.»

Kai Schnetzler, Sektionsleiter Verkehrssicherheit beim Kanton, ergänzt auf Anfrage: «Das ist eine schweizweit verwendete Markierung.» Also tatsächlich keine betrunkenen oder unachtsamen Arbeiter.

Etwas achtsamer hätte dagegen jener Wohler Politiker sein sollen, der eine intern per Mail mit einem Parteikollegen geführte Diskussion an die Presse weiterleitete. Darin schrieb er seinem Kollegen, die Kandidatenliste würde er der Presse zukommen lassen, allerdings brauche er dafür noch «den Flyer in der defensiven Version». Und: «Einzelfotos schicken wir der Dame NICHT...»

Der Kollege argumentierte, dass er den «Presseheinis» lieber tolle Fotos in guter Qualität zustelle, als sie Screenshots aus den Flyern oder gar Handybilder von Plakaten veröffentlichen zu lassen. Dem musste ersterer recht geben – und war wohl so angetan von den Argumenten, dass er den gesamten Mailverlauf direkt an die Presse weiterleitete. Eine halbe Stunde später schien er seinen Fehler erkannt zu haben und schrieb in einem neuen Mail: «Shit happens...»

Ganz andere Probleme hat derweil Dennis Lück. Der Wohler Werber zittert dieses Wochenende gemeinsam mit Olaf Scholz, dem SPD-Kanzlerkandidaten, um dessen Einzug ins Deutsche Bundeskanzleramt. Lück, Werber des Jahres 2017, führt gemeinsam mit seinem Agenturpartner Rafael Brinkert die Werbeagentur BrinkertLück Creatives.

Seit Beginn des Jahres arbeiten die beiden Kreativköpfe zusammen. Als einen der ersten Aufträge sicherten sie sich die Werbekampagne für Olaf Scholz. «Das wird ganz eng», lautet seine vorsichtige Prognose für das Wochenende. Lück heckte vorerst seine Ideen im Keller seines Wohnhauses im Wohler Oberdorf aus. Und weil das Ende des Lockdowns nicht absehbar war, liess er sich im Frühsommer einen Frachtcontainer in den Garten stellen. Diesen hat der Heavy-Metal-Fan zum fancy Büro umfunktioniert und spinnt nun in seinem modernen Gartenhäuschen neue Ideen, vielleicht auch für Wohler Kandidaten, sollten sie in eine zweite Wahlrunde müssen ...

Aktuelle Nachrichten