Bremgarten

Auf der Suche nach dem perfekten Geschenk

Unsere Praktikantin sucht am Christchindli-Märt in Bremgarten das aussergewöhnlichste Weihnachtsgeschenk.

Chantal Gisler
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Teerosen gehen auf, wenn heissesWasser darüber gegossen wird. Dko

Teerosen gehen auf, wenn heissesWasser darüber gegossen wird. Dko

Mit dem Christchindli-Märt beginnt in Bremgarten die Weihnachtszeit. Riesige, festlich geschmückte Tannenbäume und der Geruch von Magenbrot stimmen die Besucher auf das Fest der Liebe ein. Auch ich gehe jedes Jahr an den Markt, und jedes Jahr erinnert er mich wieder daran, dass ich noch kein einziges Weihnachtsgeschenk habe. Vorausplanen ist nicht so mein Ding. Normalerweise besorge ich alle Geschenke auf den letzten Drücker und nehme mir für das nächste Jahr wieder vor, früher mit der Geschenksuche zu beginnen. Doch dieses Jahr soll alles anders werden: Mit dem Christchindli-Märt bietet sich mir die optimale Chance, an den über 320 Ständen nach den aussergewöhnlichsten Weihnachtsgeschenken Ausschau zu halten.

Meine Suche beginnt am Obertorplatz. Die kleinen Ponys neben dem grossen Tannenbaum beobachten mich interessiert, als ich überlege, ob ich zuerst die Marktgasse hinunter oder auf den Schellenhausplatz gehen soll. Mit 50 Franken Startkapital begebe ich mich schliesslich am Spittelturm vorbei in die Altstadt. Schon nach den ersten Schritten steigt mir der süsse Duft von Zuckerwatte und Magenbrot in die Nase. In der Marktgasse an den vielen Ständen blicken mich plötzlich ein Paar grosse Kunststoffaugen an. Mit Teigwaren gefüllte tierförmige Säcke. Von Igeln über Schweine ist alles dabei. Das wäre eigentlich ein superherziges Geschenk, denke ich mir. Dennoch gehe ich weiter, denn bevor ich mich entscheide, möchte ich alles gesehen haben.

Süsse Holzfiguren und Teerosen

Ich schlendere weiter Richtung Holzbrücke, vorbei an den herrlich duftenden Chnoblibrot- und Crêpes-Ständen. Neben dem Restaurant Drei Könige stehen rund um den Stand kleine Figuren aus hellem Holz. In Holzscheite wurden Igel, Wildschweine, Hunde und andere Tiere geschnitzt. Echt süss! Viele der vorbeigehenden Besucher bleiben kurz stehen und fotografieren die niedlichen Holztierchen. So auch ich. Klick und weiter gehts. Auf der alten Holzbrücke bleibe ich kurz stehen und geniesse die Aussicht auf die Reuss. Die Sonnenstrahlen werden im Wasser reflektiert und lassen die Altstadt in wunderschönem Schein erstrahlen.

Auf dem Casinoplatz fällt mir ein kleiner, dezent eingerichteter Stand auf. In mit Wasser gefüllten Gläsern scheinen Blumen zu wachsen. «Das sind Teerosen», erklärt Verkäuferin Nina Martusciello. «Die kleinen, zusammengepressten Kugeln müssen mit heissem Wasser übergossen werden, damit sie aufgehen.» Dabei werden ihre von der Sorte abhängigen Grün- oder Schwarzteearomen freigesetzt. Eine dieser Teerosen kann für bis zu zwei Liter Tee gebraucht werden. «Anschliessend kann man die Blüten in kaltes Wasser setzen, so sind sie etwa zehn Tage haltbar.» Ich beschliesse, einige Kugeln für meine beiden teesüchtigen Schwestern zu kaufen. Zwei von vier Geschenken, ein guter Anfang. Weihnachten kann kommen!