Arni
Wie eine Petarde im Nachbarsgarten eine ganze Waffensammlung auffliegen lässt

In Arni zeigte ein Rentner seinen Nachbarn an, weil dieser mit Petarden spielte. Als sich die Polizei vor Ort umschaute, stiess sie auf ein ganzes Waffen- und Munitionslager.

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Argus musste nicht ausrücken, dafür war das ein Fall für die Fachstelle der Schweizer Armee für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung. (Symbolbild)

Argus musste nicht ausrücken, dafür war das ein Fall für die Fachstelle der Schweizer Armee für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung. (Symbolbild)

Sandra Ardizzone

Die Polizei und eine Spezialeinheit der Armee waren am Donnerstag und Freitag in Arni im Einsatz. Auslöser dafür war laut «Blick» eine Nebelgranate, die ein Rentner in seinem Garten gefunden hatte. «Der Nachbar spielt im Garten immer mit solchen Dingen», erzählte dieser gegenüber der Zeitung. Auch verbrenne er Abfall oder überwache ihn mit Drohnen. Als der Rentner dann die Petarde in seinem Garten fand, brachte er sie am Mittwoch auf den Polizeiposten und erstattete Anzeige.

«Weil der Verdacht auf Sprengstoff bestand und die Herkunft unklar war, untersuchten wir das Grundstück», wird Adrian Bieri, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, im Artikel zitiert. In einer Liegenschaft sei anschliessend eine Werkstatt kontrolliert worden, «wo weitere ähnliche Gegenstände gefunden wurden.» Auf Anfrage bestätigt Bieri den Einsatz.

Laut «Blick» wurden unter anderem Artilleriegeschosse, Fliegerbomben und Handgranaten gefunden. Dazu äussert sich die Polizei nicht weiter.

Hinweis: Nicht auf Polizeiposten bringen

«Wenn eine Person einen solchen Gegenstand feststellt, sollte dieser nicht auf den Polizeiposten gebracht werden», sagt Adrian Bieri, Mediensprecher der Kapo Aargau. Man sollte ihn sichern, also liegen lassen, und dann die Polizei informieren. «Diese kommt vorbei und schaut sich das Ganze vor Ort an.» Sonst könne es vorkommen, dass ein ganzer Polizeiposten evakuiert werden müsste. (ldu)

Mehrere Sicherstellungen

Weil der Polizei zuerst nicht bekannt war, ob die Petarden und Granaten scharf waren wurden laut dem Kapo-Sprecher auch Spezialisten der Fachstelle der Schweizer Armee für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung (KAMIR) hinzugezogen.

«Lediglich bei einer Stahlgranate ohne Zünder hat man Restmengen an Sprengstoff festgestellt», informiert Adrian Bieri. Der Rest sei nicht scharf gewesen. Der Einsatz wurde am Freitag beendet. Die sichergestellten Waffen und die Munition sollen laut der Boulevardzeitung dem 22-jährigen Nachbarn des Rentners und zwei Brüdern (20 und 22) gehören.

Schon im Herbst 2019 hatte eine vermeintliche Fliegerbombe aus der Zeit des 2. Weltkriegs im Aargau für Aufregung gesorgt. Der Sprengkörper war auf dem Polizeiposten in Aarau abgegeben und später unschädlich gemacht worden. Bei einer genauen Untersuchung danach stellte sich heraus, dass die Bombe mit Gips gefüllt und deshalb ungefährlich war.

Einsatz wegen Tätlichkeit

Mit der Sicherstellung kehrte aber noch nicht Ruhe ein im Quartier: Am Samstag musste die Polizei wegen einer Tätlichkeit ausrücken. Der Vater der beiden Brüder war beim Rentner aufgekreuzt und hatte ihn niedergeschlagen. Das Opfer hat nun eine weitere Anzeige eingereicht. Der angriffige Vater bestreitet gegenüber «Blick» die Vorwürfe. (ldu)

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