Zukunft Mutschellen

Ammann von Widen bedauert Fusions-Nein: «Genau diese Situation wollten wir nicht»

Die Gemeindeversammlung lehnte Kredit für Fusionsvertrag als einzige auf dem Mutschellen knapp ab. Für den Ammann keinen Grund, das Projekt definitiv zu beerdigen.

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258 Stimmbürger haben sich am Montagabend in der Mehrzweckhalle in Widen zur Abstimmung versammelt.

258 Stimmbürger haben sich am Montagabend in der Mehrzweckhalle in Widen zur Abstimmung versammelt.

Nora Güdemann

Kurz vor Beginn der ausserordentlichen Einwohnergemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Widen war Nervosität zu spüren, seitens der Bürger und auch des Gemeinderates. Peter Spring, Gemeindeammann (FDP), hoffte auf eine ausgewogene Diskussion: «Der Gemeinderat steht hinter dem Fusionsvertrag. Wir haben das Thema ausführlich diskutiert und sind der Meinung, dass dieser Schritt sinnvoll und zukunftsweisend ist.»

Spring hoffte auf ein positives Ergebnis. Ein Wunsch, der nach zweistündiger Diskussion jedoch nicht in Erfüllung ging.

Nach einer Präsentation über Chancen und Risiken einer Fusion konnten die 258 anwesenden Stimmbürger ihre Meinung äussern. Zum Kredit über 15'000 Franken zur Ausarbeitung eines Fusionsvertrags hörte man hauptsächlich kritische Meinungen: «Sollten wir einmal keine Behördenmitglieder mehr finden oder hätten eine aussichtslose Finanzlage, dann wäre eine Fusion angebracht», sagte Hans Lüscher unter Applaus. Andere bezweifelten das errechnete Synergiepotenzial von 1,5 Millionen Franken und bezeichneten die Vorlage als «nicht für eine Abstimmung geeignet».

Lage in Widen ist schwieriger

Eine andere Meinung vertrat der ehemaligen Gemeinderat Walter Spörri: «Unser Miteinander wird durch eine Fusion nicht geschwächt.» Auch Adrian Hunziker versuchte, die Wider von diesem Standpunkt zu überzeugen: «Man muss bei dieser Abstimmung auf die Jungen schauen, wir leben noch länger hier. In 15 Jahren ist eine Fusion wieder ein dringendes Thema. Ausserdem haben wir 15'000 Franken schon unnötiger investiert.»

Peter Spring

Peter Spring

zvg

Nach einer fairen Diskussion stand das Resultat fest: Mit 135 zu 113 Stimmen sagte Widen Nein zum Fusionsvertrag, der Entscheid löste Beifall aus. Kopfschüttelnd verliessen die Jüngeren die Mehrzweckhalle und auch Gemeindeammann Spring bedauerte den Ausgang: «Genau diese Situation wollten wir nicht.» Die Lage in Widen sei schwieriger als in den anderen Gemeinden: «Berikon und Rudolfstetten-Friedlisberg würden den Steuerfuss bei einer Fusion senken, was bekommt Widen?» Trotz der Ablehnung des Vertrags sei die Arbeit dahinter nicht umsonst: «Die Gemeinden haben erfolgreich zusammengearbeitet. Die Fusion ist in Zukunft sicher erneut ein Thema.»