Zusammenarbeit
Wie Windisch die Fühler in die Nachbargemeinden ausstreckt

Villnachern möchte mit dem Bezirkshauptort die Zukunft planen, im Birrfeld wird eine Machbarkeitsstudie für den Zusammenschluss von vier Gemeinden geprüft: Das Fusionsthema umtreibt die Brugger Gemeinden derzeit intensiv. Was die zweitgrösste Kommune im Bezirk nun vorhat.

Claudia Meier
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Die Gemeinde Windisch mit dem Centurion Tower (links) und der Fachhochschule zählt 7750 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Gemeinde Windisch mit dem Centurion Tower (links) und der Fachhochschule zählt 7750 Einwohnerinnen und Einwohner.

Michael Hunziker
(26. Juni 2021)

Ob es am Schluss bloss eine engere Zusammenarbeit ist oder eine Gemeindefusion: Aktuell beschäftigen sich alle Exekutiven im Bezirk Brugg mehr oder weniger intensiv mit dieser Frage. Im Frühling dieses Jahres lud die Stadt Brugg alle Mitgliedergemeinden des Planungsverbands Brugg Regio ein, sich zu melden, wenn sie an einer engeren Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion interessiert sind. Denn kaum hat die Gemeinde Schinznach-Bad mit Brugg fusioniert, möchte auch Villnachern einen Zusammenschluss mit dem Bezirkshauptort prüfen.

Windischs Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP) sagte Ende Juni: «Wir freuen uns auf einen offenen, konstruktiven Austausch und sind gespannt, wie die Vision Region Brugg anläuft.» Der erwähnte Austausch fand am 19. August im Anschluss an die Vorstandssitzung von Brugg Regio statt. Was dabei herauskam und die nächsten Schritte sind, ist bis dato nicht bekannt. Stadtammann Barbara Horlacher von Brugg teilte vor gut einem Monat mit, zu gegebener Zeit werde man gerne informieren.

Während Pandemie keine Treffen mit Nachbarn

Normalerweise pflegt der Gemeinderat Windisch laut Heidi Ammon einen regelmässigen Austausch mit den Nachbargemeinden (Habsburg, Hausen, Mülligen und Brugg). «Mit Covid-19 waren diese Treffen nicht mehr möglich», so Ammon. An diesen Treffen wurden jeweils auch mögliche Zusammenarbeitsformen thematisiert.

Gemeindepräsidentin Heidi Ammon von Windisch.

Gemeindepräsidentin Heidi Ammon von Windisch.

Bild: Alex Spichale

Auf die Frage nach der aktuellen Positionierung von Windisch sagt die Präsidentin: «Der Gemeinderat Windisch hat mit dem Legislaturziel ‹Wir setzen uns aktiv für eine regionale Zusammenarbeit ein› ein klares Zeichen gesetzt und sich auch entsprechend in den verschiedensten Themen eingebracht.» Wie sich die neue Exekutive zu diesem Thema einbringen wird? Heidi Ammon fügt an:

«Da möchte ich nicht vorgreifen und dazu zuerst die Legislaturziel-Diskussionen 2022–2025 in der Zusammensetzung der neuen Exekutive abwarten.»

Zur Erinnerung: Mit Monica Treichler (SP), Isabelle Bechtel (von den Grünen portiert) und Anita Bruderer (FDP) bekommt der Gemeinderat Windisch im Januar drei neue Mitglieder und hat mit dem bisherigen Bruno Graf (SP) zum ersten Mal eine rot-grüne Mehrheit.

Auch Rüfenach machte eine Bevölkerungsumfrage

Aktuell pflegt die Gemeinde Windisch Zusammenarbeiten mit Habsburg, Hausen und Mülligen. Aus allen drei Kommunen kommen die Oberstufenschüler nach Windisch, wo sich auch der gemeinsame Friedhof und das Alterszentrum Sanavita befinden. Mit Hausen und Habsburg ist Windisch zudem über die Feuerwehr verbunden.

Es gibt eine unverbindliche Anfrage von Windisch in Habsburg betreffend Leistungsvereinbarung von Sozialhilfefällen. Weitere Themen sind die Zusammenarbeit bei Baubewilligungsprozessen und beim Erarbeiten der neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) in Habsburg.

Nach der Bevölkerungsumfrage beim Projekt «Zusammenschluss Birrfeld» wurden unter anderen Stimmen laut, dass sich die Gemeinde Mülligen eher Richtung Windisch orientiere als Richtung Eigenamt. So führt das Steueramt Windisch auch das Steueramt Mülligen. Ammon ergänzt:

«Eine Zusammenarbeit im Bereich Bauamt wurde andiskutiert.»

Während im Birrfeld für 2022 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wurde, führte auch Rüfenach eine Bevölkerungsumfrage durch zur künftigen Ausrichtung der Gemeinde

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