Remigen

Zoo Hasel: «Am Anfang war es sehr hart. Nichts war in Ordnung.»

Der Zoo Hasel in Remigen feiert am Wochenende sein 10-Jahr-Jubiläum. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, in welche Zustand Cornelia Da Silva den Zoo, der Raubtiere beherbergte, übernommen hat. Heute präsentiert sich der Zoo in einem guten Zustand.

Dean Heizmann
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Nebst bekannten Tierarten wie Eseln...

Nebst bekannten Tierarten wie Eseln...

Mario Heller

Der Geruch von Tieren, Tierfutter und Ställen liegt in der Luft. Die Vorbereitungen für das traditionelle Pfingstfest laufen auf Hochtouren. Zooleiterin Cornelia Da Silva stapft über den vom Regen aufgeweichten Boden. Sie fühlt sich gut. Die letzten zehn Jahre seien extrem schnell vorbei gezogen. So lange ist es her, seit sie den Zoo Hasel in Remigen übernommen hat. Seit damals hat sich viel getan.

Wasser in Eimern durch den Zoo geschleppt

«Am Anfang war es sehr hart. Nichts war in Ordnung. Die Käfige für die Tiere und andere Teile der Infrastruktur waren kaputt oder veraltet. Manchmal fiel der Strom aus, Wasser musste in Eimern durch den Zoo geschleppt werden. Den Tieren ging es nicht gut – einige waren krank, andere nicht annähernd artgerecht gehalten», so die 39-Jährige über ihre Anfänge. «Vielen Gästen hinterliess der Zoobesuch ein mulmiges Gefühl im Bauch.» Diese Dinge zu ändern und den Zoo wiederzubeleben, das war Da Silvas Ziel. Alles in Ordnung zu bringen, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, denn es gibt immer etwas zu verbessern. Doch den Zoo wiederzubeleben, ist gelungen.

Die Tigerdame und den Braunbären hat man erfolgreich in Wildparks in Deutschland, den Puma in Genf artgerechter untergebracht. Pushkin, der 20-jährige Panther, hat sich in einem grösseren Zoo nicht wohlgefühlt und verbringt deswegen seine letzten Jahre in Remigen. Eine Belastung ist der Panther nicht. Oft erhält der Zoo gestorbene Kälber von befreundeten Bauern als Nahrung für Pushkin.

Mehr als halbe Million geschluckt

Dank grossen Spenden ihres Vaters und anderen privaten Gönnern konnte vieles restauriert werden. Neue Strom- und Wasserleitungen oder getrennte, behindertengerechte Toiletten wurden gebaut. Neu ist dieses Jahr auch der Eingangsbereich.

Alles in allem hat der Zoo in den letzten zehn Jahren weit mehr als eine halbe Million Franken geschluckt. Unterstützt wird der Zoo von regionalen Lebensmittelläden, die Essen, das sie nicht mehr verkaufen dürfen, kurzerhand dem Zoo schenken.

Investitionen haben sich gelohnt

Der Zoo freut sich über konstante Besucherzahlen und vor allem über einen viel besseren Ruf als zu Beginn von Da Silvas Amtszeit. Die Anzahl Tiere, die der Zoo beherbergt, hat man von 100 auf etwa 200 verdoppelt. Neu sind unter anderen Emus, Weissbüscheläffchen oder Frettchen. Auch die Transformation vom Raubtierzoo zum Streichelzoo war, mit Ausnahme von Panther Pushkin, erfolgreich. Die am Anfang aufgrund von Ressourcenmangel nicht realisierbaren Angebote wie Ponyreiten, Kindergeburtstage inklusive Clown oder Projektwochen für Schulklassen wurden realisiert.

Um einen kommerzielleren Weg einzuschlagen, fehlt es aber am Geld. Ausserdem offenbart der Zoo immer wieder neue Mängel, welche behoben werden müssen. «Wenn wir Geld haben, wird es wieder in offene Baustellen investiert. Da gibt es immer wieder etwas zu tun. Es wäre schön, hätten wir einen Investor», sagt Da Silva gegenüber der az. Man beklagt sich aber nicht im Zoo Hasel. Die Ziele für die nächsten zehn Jahre bleiben dieselben. Es gilt den Zoo Schritt für Schritt aufzubessern. Ideen seien genug da.

Am Sonntag und am Montag steigt das alljährliche Pfingstfest, das dieses Jahr durch das 10-Jahr-Jubiläum zusätzlich Anlass zum Feiern gibt. Vor allem für Kinder verspricht das Programm viel Spass. An beiden Tagen wird Clown Billy im Zoo unterwegs sein und für gute Laune sorgen. Die Gäste können Ponyreiten oder mit der Hasel-Bahn eine Runde durch den Zoo drehen. Es gibt Hüpfburgen, eine Tombola, und eine Festwirtschaft.

Pfingstfest Zoo Hasel am Samstag
15. und Montag 16. Mai jeweils von
10 bis 18 Uhr im Zoo Hasel in Remigen.