Zerstörungswut
«Immer wieder Zielscheibe»: Vandalen richten Verpflegungsautomaten übel zu

Die Verpflegungsautomaten im Gebiet Aufeld in Brugg oder beim Bahnhof Siggenthal-Würenlingen sind massiv beschädigt worden. Die Selecta AG setzt sich jeweils das Ziel, Reparaturen möglichst rasch vorzunehmen.

Michael Hunziker
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Der Selecta-Automat im Gebiet Aufeld in Brugg war noch nicht lange in Betrieb.

Der Selecta-Automat im Gebiet Aufeld in Brugg war noch nicht lange in Betrieb.

Dieter Minder

Rohe Gewalt muss im Spiel gewesen sein: Die Scheibe ist zertrümmert, hat unzählige Risse, mittendrin prangt ein grosses Loch. «Polizeiabsperrung», heisst es auf dem rot-weissen Band. Noch nicht lange – der Standort wurde letztes Jahr geplant und bewilligt – steht der Selecta-Automat beim Parkplatz und Stadion im Gebiet Aufeld in Brugg. Und bereits ist er von Vandalen heimgesucht und übel zugerichtet worden.

Das gleiche Bild präsentiert sich am Bahnhof Siggenthal-Würenlingen. An ein Getränk oder einen Snack ist nicht zu denken. Auch bei diesem Verpflegungsautomaten ist die Scheibe massiv beschädigt. «Spurensicherung – Gesperrt», steht auf dem orangen Band, das die Kantonspolizei darüber geklebt hat.

Wie oft kommt es zu solchen Fällen von blinder Zerstörungswut? Und wie teuer werden die Reparaturen? «Leider werden unsere Automaten schweizweit immer wieder Zielscheibe von Vandalismus», antwortet Sarina Künzli, Sprecherin der Selecta AG mit Sitz im bernischen Kirchberg. Generelle Angaben zur Schadenhöhe liessen sich aber keine machen. Manchmal werde die Glasscheibe demoliert, manchmal seien die Spiralen herausgerissen oder aber der ganze Automat werde umgestossen.

Wetter oder Anlässe in der Nähe wirken sich aus

Bei kleineren Defekten, fährt die Sprecherin fort, sei das Gerät bereits am nächsten Tag wieder in Betrieb. Aber natürlich könne es auch zu längeren Wartezeiten kommen, wenn der ganze Automat ausgetauscht werden müsse. Oberstes Ziel von Selecta sei es, den Konsumenten möglichst schnell wieder einen funktionierenden Standort anzubieten. Glücklicherweise käme es bei Beschädigungen jeweils rasch zu Meldungen aus der Bevölkerung oder dem Merchandiser. «Dies ermöglicht uns eine sehr kurze Reaktionszeit.»

An ein Getränk oder einen Snack ist auch beim Bahnhof Siggenthal-Würenlingen nicht zu denken.

An ein Getränk oder einen Snack ist auch beim Bahnhof Siggenthal-Würenlingen nicht zu denken.

zvg/David Hunziker

Es sei zwar tatsächlich so, dass es tendenziell immer wieder die gleichen Automaten erwischen könne, sagt Sarina Künzli. Eine Systematik betreffend Standorten in der Stadt oder auf dem Land sei aktuell allerdings keine erkennbar. Zudem spielen etwa Faktoren eine Rolle wie das Wetter oder Veranstaltungen in der Umgebung, stellt die Sprecherin fest. «Eine genaue Statistik wird unsererseits dazu nicht erfasst.» Auch über die möglichen Beweggründe der Täter könne nur spekuliert werden.

Red Bull am Bahnhof, Latte macchiato beim Zoo Hasel

Was aber bekannt ist: Zu den Topautomaten in der Region zählen – gemessen nach Anzahl Verkäufen – die Standorte an den Bahnhöfen Baden, Brugg und Turgi. Zum absoluten Renner gehört – wie andernorts ebenfalls – das Red Bull. Der beste nicht SBB-Standort sei derjenige beim Zoo Hasel in Remigen, weiss Sarina Künzli. Beliebt am dortigen Kaffeeautomaten sei beispielsweise die Latte macchiato.

Grundsätzlich seien die Zahlen durchaus sehr erfreulich, ganz allgemein habe sich das sogenannte Public-Vending-Geschäft während der Pandemie gut entwickelt, ergänzt die Sprecherin. «Es konnten sogar Zunahmen verzeichnet werden.» Die Frage, ob in nächster Zeit neue Standorte geplant sind oder in Betrieb gehen in der Region, lässt Sarina Künzli offen. Nur so viel: Es bestehe stets ein Interesse daran, die Produkte und Dienstleistungen möglichst flächendeckend anbieten zu können. Daher seien zusätzliche Standorte «natürlich immer möglich».

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