Windisch
SP-Fraktion: «Verkehrskonzept nimmt keine Rücksicht auf lokale Meinung»

Die Windischer SP-Einwohnerratsfraktion äussert sich zum Kredit für das Projekt «Gebietsentwicklung Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch». Eine Überarbeitung des Verkehrskonzepts scheine notwendig.

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Schrittweise entstehen soll rund um den Bahnhof Brugg ein neues, lebendiges Quartier.

Schrittweise entstehen soll rund um den Bahnhof Brugg ein neues, lebendiges Quartier.

mhu (12. Mai 2021)

Zu kontroversen Diskussionen führt das Projekt «Gebietsentwicklung Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch» bei der Windischer SP-Fraktion: darüber, wie das weitere Vorgehen gewählt werden soll, um nicht den Kredit und den zeitlichen Ablauf des Projekts zu gefährden, aber doch die Wünsche an eine Partizipation einbringen zu können.

Lanciert worden ist das Entwicklungsprojekt für das Gebiet rund um den Bahnhof von den Gemeinden Brugg und Windisch. Schrittweise entstehen soll im Zentrum, so der Plan, ein lebendiges Quartier mit bis zu 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie 3000 Arbeitsplätzen.

Im Windischer Einwohnerrat steht nun der Gemeindeanteil von 60'000 Franken zur Debatte für den nächsten Schritt, bei dem die Bevölkerung zur Mitwirkung eingeladen wird.

Partizipation versteht SP als Mitbestimmung ab Beginn

«Insgesamt musste mit Befremden festgestellt werden, dass vor allem zum Thema Verkehrskonzept wichtige Grundentscheide bereits gefällt sind und erst jetzt von Partizipation gesprochen wird», hält die SP im Fraktionsbericht fest. Das geplante Verkehrskonzept nehme keine Rücksicht auf die lokale Meinung: mit der Stellungnahme des Einwohnerrats vom Januar 2020 mit der Forderung nach Verzicht auf den Industrieanschluss Kabelwerk sowie nach einer unterirdischen Führung der Umfahrungsstrasse Oase bis zur Südwestumfahrung.

Partizipation versteht die SP, heisst es weiter, als Mitbestimmung der Betroffenen – Quartierbevölkerung, Verkehrsteilnehmer von öffentlichem Verkehr, individuellem Motor- und Langsamverkehr mit Velo und Fussgängern – ab Beginn der Arbeiten, «nicht nur Mitwirkung als Empfänger von Information über gefällte Entscheide». Das aktuelle Konzept für die Verkehrserschliessung erachtet die Fraktion als zu einseitig, mit der Grundannahme einer deutlich höheren Zunahme des motorisierten Individualverkehrs als des öffentlichen und des Velo-/Fussverkehrs – «und dies in unmittelbarer Nähe eines grossen Bahnhofs».

Fraktion will Gespräch suchen für optimale Lösung

«Eine Überarbeitung des Verkehrskonzepts scheint uns notwendig, mit breiter Öffnung für andere Ideen und Lösungen, mit besserer Ausrichtung auf die Zukunft», stellt die Fraktion fest. Die Fraktion will das Gespräch mit anderen Fraktionen suchen und gemeinsam eine «für alle optimale» Lösung finden. (mhu)

Einwohnerrat Mittwoch, 16. und 23. Juni, 19 Uhr, Campussaal.

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