Windisch
Neuer Kehrichtwagen im Einsatz: Der «Waschbär» reinigt die Container

Das Traditionsunternehmen Voegtlin-Meyer AG aus Windisch ist mit einem umgerüsteten Kehrichtwagen unterwegs im Bezirk Brugg – und lanciert ein im Aargau einmaliges Angebot.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Die Container werden geleert, gereinigt und desinfiziert: Sandro Graf, Leiter Entsorgung (links) und Francisco Torres, Fahrdienstleiter und Chauffeur, freuen sich über das rege Interesse am neuen Angebot.

Die Container werden geleert, gereinigt und desinfiziert: Sandro Graf, Leiter Entsorgung (links) und Francisco Torres, Fahrdienstleiter und Chauffeur, freuen sich über das rege Interesse am neuen Angebot.

Bild: mhu (19. April 2021)

Die Temperaturen steigen – und mit ihnen können die unangenehmen Gerüche zunehmen beim Grüngut- oder Graugutcontainer. Das Traditionsunternehmen Voegtlin-Meyer AG aus Windisch schafft Abhilfe. In Betrieb genommen worden ist neu ein Kehrichtwagen, mit dem die Container nicht nur geleert, sondern gleichzeitig gereinigt und desinfiziert werden.

Die Dienstleistung mit dem witzigen Namen «Waschbär» stösst auf reges Interesse. Bei Fahrdienstleiter und Chauffeur Francisco Torres ist die Freude genauso gross wie bei Sandro Graf, Mitglied der Geschäftsleitung sowie Leiter Tanktechnik und Entsorgung. Bei einer Präsentation am Montag sagen sie gut gelaunt:

«Wir sind überrascht, wie gross die Nachfrage schon nach wenigen Wochen ist.»

Lanciert worden ist das im Aargau einmalige Angebot – vorerst – für die Kunden im Bezirk Brugg: Private, Gewerbe, Liegenschaftsbesitzer und Gemeinden. Bereits würden aber Überlegungen angestellt, die Dienstleistung ebenfalls anzubieten im Bezirk Bremgarten, wo die Voegtlin-Meyer AG stark vertreten ist, fügt Graf an.

Die Entsorgungssparte ist massiv ausgebaut worden

Der Energiehändler aus Windisch hat die Entsorgungssparte massiv ausgebaut. Waren im 2018 noch vier Kehrichtwagen im Einsatz in 12 Gemeinden, sind es mittlerweile zehn Kehrichtwagen in 40 Gemeinden. Grundsätzlich würden die Dienstleistungen und Produkte regelmässig überprüft und hinterfragt, führt Sandro Graf aus. Und:

«Wir machen uns Gedanken darüber, wo wir einen weiteren Kundennutzen schaffen können.»

In der Sparte Entsorgung, gibt Graf zu bedenken, sei die Wertschöpfungstiefe relativ gering, «trotz wöchentlicher Hausbesuche». Weil dann und wann im Büro zudem Telefonanrufe eingingen wegen Geruchsemissionen bei den Containern, sei die Idee aufgekommen für die neue Dienstleistung. Und mit der Pandemie, ergänzt der Leiter Entsorgung, sei der Wunsch nach sauberen und hygienischen Containern noch einmal gestiegen.

«Schnell war klar, dass wir externe Hilfe brauchen für die aufwendigen Umbau- und Anpassungsarbeiten am Fahrzeug», blickt Graf zurück. Gefunden werden konnte der interessierte und flexible Partner im Schenkenbergertal mit der Heinz Studer AG. Vor rund anderthalb Jahren nahm das Projekt Fahrt auf: Sitzungen wurden abgehalten, Skizzen angefertigt, technische Abklärungen getätigt, ein Pflichtenheft erstellt, eine Machbarkeitsprüfung angepackt. Ebenfalls wurde eine Kundenumfrage durchgeführt. Die Rückmeldungen waren positiv, der Auftrag konnte erteilt werden.

In rund vier Monaten wurde das Kehrichtfahrzeug – das neuste in der Flotte der Voegtlin-Meyer AG, das übrigens mit 100 Prozent Schweizer Biodiesel fährt – umgerüstet. Bei der Investition ist die Rede von einem höheren sechsstelligen Betrag. «Dank dem individuellen Aufbau konnten wir die Entwicklung aktiv mitgestalten, ohne dass wir viel Nutzlast verlieren», hält Graf fest.

Die gleichen Düsen wie in der Kanalreinigung

Am Chassis angebracht wurden ein 700-Liter-Frischwassertank sowie ein 600-Liter-Schmutzwassertank. In letzterem kann das Schmutzwasser zusammen mit dem biologisch abbaubaren Desinfektionsmittel gesammelt und später entsorgt werden. Waschlanzen stehen an der Seite des Fahrzeugs zur Verfügung für die Aussenreinigung der Container.

Sandro Graf, Leiter Entsorgung, zeigt den neuen Kehrichtwagen.

mhu

Herzstück sind die hydraulischen Wascharme. Identische Düsen, erklärt Graf, werden auch in der Kanalreinigung eingesetzt. 150 Bar beträgt der Wasserdruck. Die Reinigung eines Containers dauert rund drei Minuten, verwendet werden jeweils 5 bis 7 Liter Wasser. Gewaschen werden können alle genormten Container.

Zu haben sind unterschiedliche Jahresabonnemente: von der zweimaligen Reinigung eines zweirädrigen Containers für 28 Franken bis zur sechs­maligen Reinigung eines vierrädrigen Containers für 288 Franken. Die Kunden bringen die entsprechende Vignette an, der Chauffeur erkennt auf einen Blick, was gefragt ist. «Auf diese einfache Weise können wir unsere neue Dienstleistung zuverlässig gewährleisten», fasst Graf zusammen.