Brugg

Von der Flöte zum Heavy Metal

Thomas Hiebaum ist Keyboarder in drei Bands und nun auch Konzertorganisator.

Désirée Ottiger
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Thomas Hiebaum organisiert diesen Freitag ein Konzert im Piccadilly Brugg. zvg

Thomas Hiebaum organisiert diesen Freitag ein Konzert im Piccadilly Brugg. zvg

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Ausgerechnet mit der Blockflöte hat Thomas Hiebaum, der in drei verschiedenen Metal-Bands aktiv ist, die ersten musikalischen Erfahrungen gemacht. In Villigen, wo er aufwuchs, besuchte er mehrere Jahre lang den Flötenunterricht. Später wechselte er aufs Keyboard, weil er, wie er sagt, schon immer gerne viele Knöpfe gedrückt habe. Damit kam er seiner Musikrichtung einen Schritt näher.

In seiner Lehre als Elektroniker fand der heute 28-Jährige durch seine Klassenkollegen schliesslich zum Heavy Metal. Er fing an, Musik dieses Genres zu hören und nachzuspielen. Doch damit nicht genug. Als ein Klassenkollege von Hiebaum in eine Band ging, wusste er: «Das will ich auch.» Über ein Inserat stiess er vor knapp zehn Jahren als Keyboarder zur Symphonic Metal Band Deep Sun. Damals hiess diese noch 1 Hour. Die Herkunft des Namens ist simpel. Als die Band nach einer Stunde überlegen noch immer keinen vernünftigen Namen fand, wurde einfach diese Stunde, 1 Hour, zum Namen. Doch später musste ein richtiger Name her. Aus verschiedenen Ideen wählte die Band Deep Sun, eine tiefere Bedeutung dahinter gibt es nicht.

Nebst Hiebaum, der heute in Brugg wohnt, gehören vier weitere Mitglieder zur Band: Sängerin Debora Lavagnolo, Bassist Angelo Salerno, Gitarrist Pascal Töngi und Schlagzeuger Tobias Brutschi. Die Musik, die sie machen, nennt sich Symphonic Metal. Metal-Musik also, die mit Elementen aus der klassischen Musik gemischt wird. Einmal in der Woche probt die Band in ihrem Bandraum auf dem Bally-Areal in Schönenwerd. Wo tagsüber Angestellte schuften, kann die Band nachts Gas geben, «dort können wir so lange proben, bis die ersten Leute wieder mit dem Arbeiten beginnen», sagt Hiebaum und lacht.

Metalmusiker im Casino

Die Musik sei einfach ein Hobby von ihm, sagt Hiebaum und fügt an: «Aber es ist ein ziemlich grosses Hobby.» Wenn er nicht im Proberaum oder auf der Bühne steht, arbeitet Hiebaum im Casino in Baden. Dort ist er zuständig dafür, die Spielautomaten zu warten und zu reparieren. Als er sich damals bewarb, war er sich sicher, dass er nicht genommen wird. In einem Casino, wo alle im Anzug arbeiten, konnte er sich nicht vorstellen, dass sie einen wie ihn, mit langen Haaren, dunklem Heavy-Metal-Shirt und mit einem Handgelenk voller Festivalbändelchen wollen. Doch sie wollten ihn und so arbeitet er nun seit sieben Jahren hinter den Kulissen dieser Glamourwelt. Einen Trick zum Gewinnen gibt es aber trotzdem nicht und ausserdem sagt er: «Glücksspiel interessiert mich sowieso nicht.» Gerade auch beim Musikmachen spielt ihm Geld keine Rolle, die Hauptsache sei es, dass man Freude an der Sache hat, meint er. Und diese hat er. Nebst seiner Hauptband Deep Sun spielt er auch noch in den Bands Green Labyrinth und Damir’s Rising Force, ebenfalls Metal-Bands. Über das Bandleben sagt Hiebaum: «Mir sagt zu, dass man in der Gruppe zusammen ist, zusammen etwas macht und kreiert.» Doch von der Musik zu leben, sei weder für ihn noch für den Rest der Band eine Option, sagt Hiebaum und fügt an: «Aber würde sich eine zweiwöchige Europatournee ergeben, würde ich sicher nicht Nein sagen.»

Hier ist jeder ein Komponist

Das Musikmachen, das Auftreten, das gefällt Hiebaum: «Die Musik kann vieles sein für mich. Es ist eine Ablenkung von sonstigen Problemen. Man kann in eine andere Welt eintauchen, abschalten und seine kreative Ader ausleben.» Die Kreativität kommt besonders beim Komponieren zum Vorschein. Sämtliche Stücke in ihrem Repertoire komponieren Hiebaum und seine Band selber. Die Texte dazu schreibt Sängerin Debora Lavagnolo. In den Liedern ginge es um Fantasiegeschichten oder um Dinge aus dem Alltag, zum Beispiel in «Race against Time», geht es um den ständigen Kampf gegen die Zeit. Das ist denn auch der Titel des zweiten Albums von Deep Sun, das im vergangenen Herbst veröffentlicht wurde. Das Debütalbum «Flight of the Phoenix» brachten sie 2013 heraus. Weil alle Bandmitglieder komponieren, kommen die Stücke individuell und vielschichtig daher.

Drei Bands, ein Konzertabend

Dieses Jahr hat die Band Deep Sun zudem die «Swiss Metal Alliance Tour» initiiert, zusammen mit zwei weiteren Bands gibt sie sechs Konzerte in der Schweiz, denn: «Als kleine Band musst du die Sache selber in die Hand nehmen, da macht niemand die Arbeit für dich», sagt Thomas Hiebaum.

Wenn er in der Region auftritt, kommen gerne auch seine Mutter und seine Grossmutter ans Konzert. So dürften sie auch diese Woche wieder vor Ort sein, dann nämlich wenn Hiebaum und seine Band im Piccadilly in Brugg auftreten. Am Freitag, 24. März wird dies der Fall sein. Zusammen mit den Bands Elyria und Headless Crown bietet «Deep Sun» ab 19.30 Uhr ein rund zweistündiges Livekonzert.