Villnachern
Sie haben 290 Unterschriften für die Sanierung der Badi gesammelt – für die Gemeinde wäre die Reparatur gratis

Das seit bald zwei Jahren defekte Hauptschwimmbecken im Freibad hält die Bevölkerung auf Trab. Mit dem Zustandekommen einer Initiative, für die 112 Unterschriften nötig gewesen wären, steigt der Druck auf die Exekutive, dem Stimmvolk bald einen Antrag zum Entscheid vorzulegen. Was in den nächsten Wochen geplant ist.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Die Initianten, die sich in Villnachern für eine Badi-Sanierung Anfang 2022 einsetzen und Unterschriften gesammelt haben.

Die Initianten, die sich in Villnachern für eine Badi-Sanierung Anfang 2022 einsetzen und Unterschriften gesammelt haben.

Bild: zvg

Die knapp dreistündige Informationsveranstaltung Ende September liess die Einwohnerinnen und Einwohner von Villnachern ratlos zurück. Denn wie es mit der defekten Badi weitergehen soll, war nach wie vor unklar. Einerseits haben viele den Wunsch, dort bald wieder zu schwimmen, und andererseits will der Gemeinderat das Areal so verändern, dass kein Betriebsdefizit mehr entsteht, das die Gemeindekasse belastet.

Das Luftbild der Badi Villnachern zeigt nur einen Teil des Gemeindeareals am Oberwasserkanal der Aare.

Das Luftbild der Badi Villnachern zeigt nur einen Teil des Gemeindeareals am Oberwasserkanal der Aare.

Bild: zvg

Nach der Infoveranstaltung setzten sich der Vorstand und die Arbeitsgruppe der IG Badi zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Am 20. Oktober reichte der Vorstand ein Initiativbegehren bei der Gemeindekanzlei Villnachern ein, um an der Gemeindeversammlung vom 30. November 2021 ein Traktandum zu stellen.

Der Inhalt der Initiative lautet wie folgt:

«Der Vorstand der IG Badi Villnachern beantragt, dass der Schwimmbadbetrieb im Mai 2022 wieder aufgenommen wird. Der Betrieb soll so lange aufrechterhalten bleiben, bis ein definitiver Entscheid über den Erhalt des Schwimmbads durch die Stimmberechtigten der Gemeinde gefällt wurde und ein allfälliger Umbau beginnt. Das Leck im Becken wird vor dem Starttermin für max. CHF 30'000.00 repariert und über private Spenden finanziert. Die IG Badi zeichnet, zusammen mit zwei Mitgliedern der Schwimmbadkommission 2020, verantwortlich für die Beschaffung der Gelder.»

Begründet wird die Initiative damit, dass eine Wiedereröffnung des Schwimmbads ein grosses Bedürfnis der Bevölkerung ist. Dies hätten Voten an der Infoveranstaltung vom 28. September wie auch persönlich an die IG Badi herangetragene Standpunkte gezeigt. Die Initianten halten fest:

«Das Projekt Arealgestaltung Schwimmbad Villnachern ist noch nicht so weit fortgeschritten, dass eine Wiedereröffnung 2022 und wohl auch 2023 möglich sein wird.»

Mit der Übergangslösung würde Druck aus dem Projekt genommen, heisst es in der Mitteilung der IG Badi. Die Verantwortlichen hätten dadurch Zeit, eine Lösung zu erarbeiten, die mehrheitsfähig ist. «Mit den innerhalb einer Woche gesammelten 290 Unterschriften übertraf man die gesetzliche Vorgabe von 112 Unterschriften bei weitem und hat somit ein klares Bekenntnis zur Erhaltung der Badi Villnachern gesetzt», so das Fazit der IG.

Der Gemeinderat will den Kanton miteinbeziehen

Der Gemeinderat Villnachern bestätigt den Eingang der Initiative mit 286 gültigen Unterschriften für die Reparatur und den Betrieb der Badi für die Saison 2022. In einer Medienmitteilung hält die Exekutive fest:

«Für eine seriöse und korrekte Umsetzung des Initiativbegehrens sind zusätzliche Abklärungen in Bezug auf Folgekosten und rechtliche Vorgaben nötig. Zusätzlich will der Gemeinderat zeitnah mit der Badi Kommission 2020 und den Initianten ein Gespräch führen.»

Zudem werden laut der Behörde kantonale Stellen im Zusammenhang mit den rechtlichen Vorgaben für einen öffentlichen Schwimmbadbetrieb miteinbezogen. Der definitive Entscheid über die Abhandlung der Initiative werde voraussichtlich am Montag, 8. November, durch den Gemeinderat gefällt.

Ob allenfalls ein Zusatztraktandum betreffend Schwimmbad auf die Gemeindeversammlung vom 30. November aufgenommen wird, wird am 12. November im amtlichen Publikationsorgan kommuniziert.

Aktuelle Nachrichten