Region Brugg

Umleitung Güterverkehr: SBB bauen 3,3 Kilometer Lärmschutzwände

Wegen des S-Bahn-Halbstundentakts wird der Güterverkehr künftig umgeleitet. Für die von der Umleitung betroffenen Gemeinden baut die SBB Lärmschutzwände.

Michael Hunziker
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Die geplanten Lärmschutzwände werden wie hier mit einer Höhe zwischen 1,5 und 3 Metern ab Schienenoberkante erstellt.Archiv az

Die geplanten Lärmschutzwände werden wie hier mit einer Höhe zwischen 1,5 und 3 Metern ab Schienenoberkante erstellt.Archiv az

Walter Schwager

Die S-Bahn-Linie von Aarau nach Zürich gehört zu den am besten ausgelasteten im Kanton. Trotzdem besteht heute nur der Stundentakt. Der Grund: Auf der Schiene herrscht ein Engpass.

Um möglichst rasch den Halbstundentakt einführen zu können, wollen die SBB den Güterverkehr künftig umleiten. Damit sich die schnellen Personenzüge und die langsameren Güterzüge nicht mehr in die Quere kommen, sollen Letztere auf anderen Abschnitten aufgenommen werden. Die SBB planen eine neue Verbindung Birr–Mägenwil sowie den Ausbau des Bahnhofs Mägenwil und der Gleise im Gexi bei Lenzburg. Ergänzend müssen auf dem von der Umlegung des Güterverkehrs betroffenen Korridor Rupperswil–
Brugg–Killwangen Lärmschutzmassnahmen getroffen werden. Insgesamt ist die Rede von rund 3,3 Kilometer Wänden sowie 440 Schallschutzfenstern.

Kosten von rund 150 Mio. Franken

In Brugg vorgesehen sind zwei zusätzliche Lärmschutzwände mit einer Länge von insgesamt 462 Metern, in Schinznach-Bad sind im Wesentlichen Lärmschutzwände mit einer Länge von 1264 Metern vorgesehen. Erstellt werden sie mit einer Höhe zwischen 1,5 und 3 Metern ab Schienenoberkante. «Mehrheitlich handelt sich um Lava-Betonwände zwischen Stahlstützen. Die jeweilige Fundation richtet sich nach Untergrund und Gegebenheit», erklärt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. «Üblicherweise sind die Lärmschutzwände anthrazitfarbig mit betongrauen Sockelbrettern. In einzelnen Bereichen werden Aluminiumwände zum Einsatz kommen.»

In Windisch werden diejenigen Liegenschaften mit Schallschutzfenstern versehen, bei denen die Grenzwerte überschritten werden. Konkret sind 36 Stück bei 10 Gebäuden geplant. «Schallschutzfenster werden dort eingebaut, wo rechtlich ein Schutz erforderlich wird, aber eine Lärmschutzwand nicht das erforderliche Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist», erklärt Pallecchi.

Die Gesamtkosten für die sogenannte Leistungssteigerung «Schinznach-Bad–Mägenwil, Brugg–Mägenwil und Rupperswil–Mägenwil» belaufen sich laut SBB auf voraussichtlich rund 150 Mio. Franken. Die Ausführung ist in mehreren Etappen ab 2019 vorgesehen. Gewisse Lärmschutzmassnahmen könnten allenfalls schon früher umgesetzt werden, sagt Pallecchi. Gefahren wird das neue Güterverkehrsregime und damit der Halbstundentakt der S-Bahn gemäss SBB erst, wenn das gesamte Projekt inklusive Lärmschutzmassnahmen erstellt ist. Gerechnet wird mit einer Inbetriebnahme mit dem Fahrplanwechsel auf Dezember 2022.

Infoanlass für die Anwohner

Die umfangreichen Unterlagen liegen bis 14. März auf der Gemeindeverwaltung Schinznach-Bad, der Abteilung Planung und Bau in Brugg sowie der Abteilung Planung und Bau in Windisch auf. Betroffene Anwohnerinnen und Anwohner erhalten laut Pallecchi diese Woche eine Einladung zu einer Infoveranstaltung, die von den SBB Anfang März durchgeführt wird. Dann würden auch die Details kommuniziert. Weitere betroffene Gemeinden sind Gebenstorf, Holderbank, Möriken-Wildegg, Neuenhof, Rupperswil, Turgi und Wettingen.

Nebenbei: Die Leistungssteigerung, die in den Gemeinden Mägenwil, Wohlenschwil und Brunegg realisiert werden soll, wird zu einem späteren, heute noch nicht bekannten Zeitpunkt aufgelegt, ergänzt der SBB-Mediensprecher. Auf Wunsch des Bundesamts für Verkehr (BAV) müsse für diesen Abschnitt die Gleisgeometrie angepasst werden.