Region Brugg
Heiraten trotz Corona: 15 Minuten für die Trauung müssen reichen

Das Virus warf 2020 viele Hochzeitspläne über den Haufen. Welche Bilanz das regionale Zivilstandsamt Brugg zieht und was für Regeln man aktuell befolgen muss.

Maja Reznicek
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Liebe auf Distanz: Die Trauung im Stäblisaal des Stadtmuseums Brugg fand im Sommer 2020 statt.

Liebe auf Distanz: Die Trauung im Stäblisaal des Stadtmuseums Brugg fand im Sommer 2020 statt.

Bild: Sandra Ardizzone Photography
(21. August 2020)

Ob die entfernten Verwandten eingeladen werden müssen oder wie lange die Zeremonie sein soll, sind Fragen, die sich Heiratswillige seit Beginn der Pandemie kaum mehr stellen. Mittlerweile herrschen auch für Trauungen klare Regeln, wie ein Schreiben des regionalen Zivilstandsamts Brugg vom 11. Dezember 2020 zeigt: Inklusive Brautpaar und Trauzeugen dürfen nur vier Personen vor Ort sein. Vom Betreten bis zum Verlassen des Traulokals gilt Maskenpflicht.

Sandra Knus ist Leiterin im regionalen Zivilstandsamt Brugg.

Sandra Knus ist Leiterin im regionalen Zivilstandsamt Brugg.

Bild: Michael Hunziker (12. Dezember 2013)

Gleichzeitig müssen die Hygiene- und die Abstandsbestimmungen eingehalten werden. Ausgenommen die beiden Personen, die heiraten, müssen die Anwesenden eine Distanz von 1,5 Metern voneinander halten, zur Zivilstandsbeamtin sind es sogar 2 Meter. Und: Innerhalb von 15 Minuten muss der feierliche Anlass wieder vorbei sein.

Trotz aller Massnahmen und Lockdowns wurde 2020 geheiratet. Laut dem regionalen Zivilstandsamt Brugg gab es aber im letzten Jahr in der Region – ausgenommen Mandach – fast 40 Trauungen weniger als noch 2019: Statt 206 heirateten nur 167 Paare. Darunter wählten 8 Brautpaare das verkürzte Verfahren, bei dem die Eheschliessung direkt nach der Ehevorbereitung stattfindet. Partnerschaftseintragungen gab es 3 statt 4.

Diese Locations waren für Hochzeiten in der Region am beliebtesten

Zusätzlich kam es zu einigen Terminverschiebungen, wie Sandra Knus sagt. Die Leiterin des regionalen Zivilstandsamts Brugg erklärt:

«Neben den natürlichen Schwankungen gehen wir davon aus, dass diese Abnahme zum allergrössten Teil auf das Konto von Corona geht.»

Wie auch schon im Vorjahr war das Stadtmuseum Brugg (79 Trauungen) im Bezirk die beliebteste Location für Hochzeiten. Darauf folgt das Stadthaus mit 68 Zeremonien. Besonders sei gewesen, dass diese teilweise per Videokonferenz-Dienstleister Zoom live übertragen oder als Video aufgezeichnet wurden, sagt Knus.

Im Gegensatz zur Hochzeitsrate veränderte sich die Scheidungszahl im letzten Jahr kaum. Nur zwei Ehepaare mehr als 2019 (101 statt 99) trennten sich rechtlich in der Region.

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