Brugg
Anschlusskreisel Aufeld: «Der Stadtrat schwebt in einer Blase», sagt dieser Grünliberale-Einwohnerrat

Im Zusammenhang mit dem Oase-Projekt wollte Markus Lang (GLP) wissen, ob der Anschlussknoten im Aufeld schon «gesetzt» ist. Mit der Antwort der Regierung auf seine Kleine Anfrage ist der Brugger nicht zufrieden. Er spricht von einer plakativen Antwort, die zeige, dass der Stadtrat keine Ahnung habe, wie sich ein neuer Kreisel auswirke.

Claudia Meier
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Blick aus dem Zeppelin auf das Aufeld (rechts), das der Stadtrat Brugg «optimaler» erschliessen will.

Blick aus dem Zeppelin auf das Aufeld (rechts), das der Stadtrat Brugg «optimaler» erschliessen will.

Bild: Michael Hunziker (25. August 2015)

Es sind einige Fragen, die Einwohnerrat Markus Lang (GLP) auf Trab halten, wenn es um den Verkehrskorridor geht, der das untere Aaretal in Zukunft besser an die Autobahn anbinden sowie die Zentren Brugg und Windisch vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Anfang Jahr wollte er vom Brugger Stadtrat wissen, wie weit die Erhaltung der Landwirtschaftszone (mit Fruchtfolgeflächen) und Naherholungszone Aufeld durch dieses Ansinnen gefährdet ist.

Markus Lang ist Brugger Einwohnerrat.

Markus Lang ist Brugger Einwohnerrat.

Bild: zvg

Und: Wie weit will die Stadt das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) für eine kommunale Erschliessung nutzen und dadurch eine mögliche Untertunnelung des Aufelds von vornherein verunmöglichen? Wie konkret sind diese Zielvorstellungen bereits in die aktuelle BNO-Revision eingeflossen? Inzwischen hat der Grosse Rat den Brugger Oase-Ast im kantonalen Richtplan festgesetzt.

In der Antwort auf Langs Kleine Anfrage schreibt der Stadtrat Brugg, dass das Gebiet Auschachen/Aegerten nicht optimal erschlossen sei. «Die Zentrumsentlastung, die frühestens in 15 Jahren in Betrieb gehen kann, bietet die Möglichkeit, die Erschliessung dieses Gebiets zu optimieren und somit die ­Attraktivität der Arbeitsgebiete, möglicher Wohnnutzungen sowie die Erreichbarkeit der Freizeitanlagen bedeutend zu steigern», so der Stadtrat.

Anschlussknoten: Lage und Ausbaugrad sind zu prüfen

Die Nutzungsplanung sei soweit möglich und auf der Grundlage des damaligen Planungsstands mit der Oase abgestimmt worden. Die genaue Linienführung der Zentrumsentlastung sowie die längerfristigen siedlungsplanerischen Absichten sind deshalb laut Stadtrat in der nächsten Zeit noch einmal vertiefter aufeinander abzustimmen. Auf die Frage, ob ein Anschluss (-Kreisel) Auschachen an das Oase-Umfahrungsprojekt durch den Stadtrat bereits «gesetzt» sei, schreibt die Regierung:

«Die Aegerten/das Aufeld ist aus Sicht der Stadt als auch der Armasuisse (Waffenplatz) mittels eines Anschlussknotens an die Zentrumentlastung anzubinden.»

Damit könne das Potenzial der «gewünschten Siedlungsentwicklung» ausgeschöpft werden. Die Lage und der Ausbaugrad des Anschlussknotens (Voll- oder Halbanschluss) seien in einer nächsten Planungsphase mit dem Kanton vertieft zu prüfen.

Der Stadtrat Brugg sieht in der geplanten Zentrumsentlastung die Chance, einen Grossteil des Siedlungsgebiets entlang der Zurzacherstrasse sowie Bereiche des Stadtzentrums von der Verkehrs- und Lärmbelastung zu befreien. Die Exekutive betont, dass sie sich des hohen Stellenwerts des Aufelds als Natur- und Erholungsraum für die Brugger Bevölkerung bewusst sei. Neben der besseren Erschliessung des Aufelds profitiere die Stadt im Rahmen des ­Oase-Projekts von Möglichkeiten zur Stadtreparatur. Als Beispiel wird die Überdeckelung des Neumarktplatzes genannt.

«Bestehende Infrastruktur ist nicht ausgelastet»

Einwohnerrat Markus Lang ist mit der Antwort des Stadtrats auf seine Anfrage nicht zufrieden. «Er stellt Behauptungen auf, die er nicht beweisen kann», sagt Lang der AZ und fragt:

«Was meint der Stadtrat genau, wenn er schreibt, das Aufeld sei nicht optimal erschlossen?»

Den Grünliberalen stört es, dass der Stadtrat nicht präzis auf die Fragen eingeht. Lang steht manchmal selber für Fahrten auf dem Gelände des Waffenplatzes im Einsatz und findet, dass die entsprechenden Zufahrten vorhanden sind und die bestehende Infrastruktur nicht ausgelastet ist. Er sagt, dass der Stadtrat in einer Blase schwebe. Mit der plakativen Antwort gebe die Regierung zu, dass sie keine Ahnung habe, wie sich ein Kreisel auswirke.

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