Hausen

Nun geht es um die Dahlihaus-Zukunft

Drei Planungsbüros erarbeiten Vorschläge für künftige Nutzung der Liegenschaft.

Michael Hunziker
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Hochstud-Konstruktion mit charakteristischem Walmdach: Mit rund 450 Jahren ist das Dahlihaus an der Holzgasse das älteste Gebäude in Hausen. mhu

Hochstud-Konstruktion mit charakteristischem Walmdach: Mit rund 450 Jahren ist das Dahlihaus an der Holzgasse das älteste Gebäude in Hausen. mhu

Michael Hunziker

Eine intensive Diskussion ist in Hausen entflammt darüber, ob das Dahlihaus im Ortskern ersatzlos abgebrochen oder aber erhalten und neu genutzt werden soll. Mit einem Studienwettbewerb wird derzeit abgeklärt, wie es mit dem altehrwürdigen Gebäude mit dem markanten, steilen Walmdach weitergehen soll. Eine anspruchsvolle Aufgabe, ist die Liegenschaft doch nicht im allerbesten Zustand.

Anfang Jahr sind die Unterlagen an die drei ausgewählten Planungsbüros abgegeben worden. Bis Mitte April haben diese nun Zeit, ihre Lösungsvorschläge mit einer Kostenschätzung zu erarbeiten und abzugeben. Das Beurteilungsgremium wird die Studien bis Mitte Mai bewerten und einen Vorschlag zur Weiterbearbeitung machen. Vorgesehen ist in der Folge eine öffentliche Ausstellung aller Arbeiten im Gemeindehaus sowie eine Informationsveranstaltung am 26. Mai.

Mit rund 450 Jahren ist das Dahlihaus an der Holzgasse das älteste Gebäude in Hausen. Seinen Namen hat es vom einstigen Taglöhner Hans Dahli, der bis in die späten Sechzigerjahre den Westteil des Hauses bewohnte. Die Liegenschaft, eine Hochstud-Konstruktion, ist heute im Besitz der Gemeinde und steht seit 2012 leer.

Aktionsgruppe wehrte sich

In einem Zustandsbericht wurde ursprünglich ein Grossteil der vorhandenen Bausubstanz längerfristig als nicht erhaltungsfähig eingestuft. Im Juni 2012 fand eine Informationsveranstaltung statt. Der Gemeinderat hatte die Absicht geäussert, das baufällige Gebäude abzureissen. Aus interessierten Personen bildete sich die Aktionsgruppe Pro Dahlihaus, die sich gegen diese Pläne wehrte. Auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stehe, sei es ein Objekt von lokalhistorischem, bauhandwerklichem und ortsbildprägendem Wert, hielt die Gruppe fest. Es gebe Dutzende Möglichkeiten, das Dahlihaus zum stimmungsvollen Dorftreffpunkt, Veranstaltungs- und Begegnungsort zu machen.

Es kam zu verschiedenen Gesprächen und es tauchten unterschiedliche Ideen und Vorstellungen auf. Im Juni 2014 schliesslich genehmigte die Gemeindeversammlung einen Kredit zur Durchführung eines Entwicklungsprogramms für das Areal Dahlihaus. Nach diesem Entscheid setzte der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe ein, die an mehreren Sitzungen das Programm für den Studienwettbewerb erarbeitete. Im Programm werden die Rahmenbedingungen festgelegt und die Absichten sowie Ziele formuliert.

Für die Öffentlichkeit erlebbar

Das Dahlihaus ist soweit möglich, wird im Programm für den Studienauftrag ausgeführt, in seiner Substanz zu erhalten und das vorhandene Gebäudevolumen ist mit zeitgemässen Nutzungen zu füllen. Auf der Südseite soll die Möglichkeit bestehen, mit einem zwei- bis dreigeschossigen Neubauteil das bestehende Gebäudevolumen zu erweitern. Das Ensemble, lautet das Ziel, soll für die Öffentlichkeit erlebbar sein. Das Volumen und die Lage in der Dorfkernzone bieten laut Gemeinderat die Chance für verschiedene Nutzungen. Ein Wohnangebot bilde ein wichtiges Rückgrat für die Belebung der Holzgasse aber auch für die Finanzierbarkeit des Projekts. Im Erdgeschoss oder in den offenen Zwischengeschossen seien überdies Gewerbe, Dienstleistungen oder auch beschränkte öffentliche Nutzungen denkbar.

Gesucht werden soll eine Trägerschaft, die eine Umsetzung des Projekts an die Hand nimmt. Ein finanzielles Engagement der Gemeinde sei allenfalls für öffentliche, respektive halböffentliche Nutzungen in bescheidenem Rahmen denkbar, führt der Gemeinderat aus. Er ist sich bewusst: Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg bei der Suche nach einer Trägerschaft werden die Kosten sein.