Nachruf

Menschlichkeit und Integrität zeichneten ihn aus

Gerichtspräsident Hansruedi Rohr aus Brugg ist knapp 62-jährig verstorben. Er war mit dem Fussball verbunden und engagierte sich in zahlreichen freiwilligen Engagements für die Stadt Brugg.

Hans-Peter Widmer
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Hansruedi Rohr war geschäftführender Gerichtspräsident am Bezirksgericht Brugg.

Hansruedi Rohr war geschäftführender Gerichtspräsident am Bezirksgericht Brugg.

Hans-Peter Widmer

Zwei Tage nach seinem 25-Jahr-Amtsjubiläum ist der geschäftsführende Präsident des Bezirksgerichts Brugg, Lic. iur. Hansruedi Rohr, nach schwerer Krankheit im Alter von knapp 62 Jahren gestorben. Er hinterlässt in seiner Familie, am Gericht, in der Stadt Brugg und in verschiedenen Institutionen eine schmerzvolle Lücke. Ihn zeichneten seine Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit aus sowie der respektvolle Umgang mit Menschen, auf den er auch als Richter achtete. In vierter Generation verkörperte er eine einmalige Tradition in der Aargauer Justiz: Schon der Urgrossvater und Grossvater betätigten sich als Anwälte und Richter – der Vater, Eugen Rohr, war vor dem Oberrichteramt auch Brugger Stadtammann und Grossrat.

Nach Abschluss der juristischen Studien an der Universität Zürich und einer Beschäftigung als Gerichtsschreiber am Bezirksgericht Zofingen sowie dem Erwerb des aargauischen Fürsprecherpatents wählte der Grosse Rat Hansruedi Rohr 1985 zum Staatsanwalt. Sieben Jahre später, am 1. Februar 1992, übernahm er den Vorsitz am Bezirksgericht Brugg. Seither erlebte er als einer der amtsältesten und erfahrensten Gerichtspräsidenten im Kanton tiefgreifende Reformen in der Justiz. Mit der Einführung der Familiengerichte, 2013, besorgte er den schwierigen Aufbau der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. Dabei half ihm seine Vertrautheit mit den Gemeindebehörden und der Bevölkerung des Bezirks Brugg.

Präsident des Aargauischen Fussballverbands

Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Hansruedi Rohr dem Sport und vor allem dem Fussball verbunden. Er präsidierte zehn Jahre den Fussballclub Brugg und später ebenso lang mit der ihm eigenen Integrität den Aargauischen Fussballverband mit rund 90 Clubs und mehreren hundert Mannschaften. Bis zu seinem Tod gehörte er sodann dem Komitee der Amateur Liga des Schweizerischen Fussballverbandes an. Ihm gelang als juristischer Berater die Einführung einer schweizweit einheitlichen Verbandsgerichtsbarkeit in den unteren Ligen.

Zu seinen zahlreichen freiwilligen Engagements gehörte auch das Vizepräsidium des regionalen Altersheims Brugg, das sein Vater Anfang der 1960er Jahre gründete. Die enge Verbindung zu Brugg und ihrem Brauchtum bekundete er zudem als Chef der Kanonier-Mannschaft, die jeweils vor dem Rutenzugs mit Böllerschüssen aus den beiden alten Stadtkanonen vom Hexenplatz aus Tagwache gebietet.